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Bock aufeinander: Bosse und sein euphorisches Publikum im Haus Auensee

Konzert Bock aufeinander: Bosse und sein euphorisches Publikum im Haus Auensee

Das Konzert in Leipzig, strahl Axel Bosse, war am schnellsten ausverkauft von allen, vor Monaten schon. Am Donnerstagabend hat es nun stattgefunden – sehr zur Freude von Sänger und Publikum.

„Leipzig, wir haben Bock auf dich“: Axel Bosse, 36, hat im Haus Auensee am Donnerstagabend alles gegeben, bis die Haare und sein Shirt an ihm klebten.

Quelle: Christian Modla

Leipzig. Es ist viertel vor acht, als Axel Bosse die Bühne betritt und seinen Support, Antje Schomaker und Band, vorstellt. Er strahlt Vorfreude aus: Das Konzert in Leipzig, so Bosse, war am schnellsten ausverkauft von allen. Dann erstrahlt die Bühne in magentafarbenem Licht, und die junge Frau beginnt zu singen, während sie zu ihren deutschsprachigen Indie-Pop-Sounds über die Bühne tanzt.

Am Donnerstag trat Bosse mit gleichnamiger Band im Haus Auensee auf und stellte dabei unter anderem Songs seines aktuellen Albums „Engtanz“ sowie Stücke vom Vorgänger „Kraniche“ vor. Eine Art Engtanz findet auch im Publikum statt, aber nicht, weil alle eng umschlungen sind, sondern weil der Platz langsam eng wird: Das Konzert ist schon seit Monaten ausverkauft. Antje Schomaker kommt gut beim Publikum an. Sie hat eine angenehme Stimme, mit der sie gut in die Höhen gelangt, und eine sympathische Art. Die Songs sind eingängig und leicht, verspielt und manchmal auch traurig. Besonders „Bis mich jemand findet“ verbreitet ein Lebensgefühl, mit dem das Publikum sich zu identifizieren scheint.

Nach einem längeren Umbau geht das Licht wieder aus, der Hauptakteur wird jubelnd empfangen. Axel Bosse wirkt bestens gelaunt, als er „Außerhalb der Zeit“ anstimmt, und springt hochmotiviert über die Bühne – es verwundert fast, dass er dabei sauber singen kann. Mitgebracht hat er eine breite Bandbesetzung, die für ein sattes Klangbild sorgt, und über die Leinwand hinter der Bühne huschen Bilder und Lichteffekte.

Ein aufgeblasener Badehai

„Leipzig, wir haben Bock auf dich“, verkündet Bosse, und das beruht durchaus auf Gegenseitigkeit: Schon vom ersten Song an klatschen die Fans und singen textsicher mit. Danach geht es recht temporeich mit „So oder so“ und „Nachttischlampe“ weiter, bevor in „Vier Leben“ Akkordeon und Trompete melancholische Töne anschlagen. Insgesamt präsentiert Bosse die Songs aber eher tanzbar, und es ist faszinierend, wie schweißtreibend man Musik zelebrieren kann, die so von feinen Facetten und ihren Inhalten lebt.

Axel Bosse gibt alles, bis die Haare und sein Shirt an ihm kleben, und auch die Band ist immer in Bewegung. Das Ganze ist irgendwie fröhlich melancholisch. Dazu kommen die Texte, die einiges an Identifikationsfläche bieten, von Freundschaft, Liebe, Einsamkeit und dem Wunsch handeln, das Leben so richtig anzupacken. Besonders „Alter Strand“, „Schönste Zeit“ und „3 Millionen“ treffen beim Publikum einen Nerv, es kann ganze Textpassagen alleine stemmen.

Dazwischen gibt Axel Bosse Anekdoten zum Besten, von der Jugend auf dem Dorf bis hin zu den Zeiten, in denen es finanziell so gar nicht rund lief. Dabei verliert der Abend, bis auf kurze Verschnaufpausen zu ruhigeren Songs, nie wirklich an Tempo. Zu „Frankfurt Oder“ fordert Bosse alle auf, auf vier zu tanzen wenn er abzählt, „und dann bumsen wir das Ding bis zum Ende durch“. Das Publikum tanzt, während sich ein aufblasbarer Badehai über die Menge schiebt, der auch noch lange über die Köpfe tanzt, als die Band die Bühne schon verlassen hat – was aber nicht lange anhält, da sie gleich wieder zurückgeklatscht wird.

Bei zwei weiteren Songs, unter anderem „Blicke“, zeigt die Band noch mal ihre große musikalische Bandbreite. Kurz vor Schluss explodiert eine Konfettibombe auf der Bühne, und das Konzert endet, während die Schnipsel silbern glitzernd auf die vorderen Reihen regnen.

Von Miriam Heinbuch

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