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Bosse im Interview über Konzerte in Leipzig und Fußball in Istanbul

Bosse im Interview über Konzerte in Leipzig und Fußball in Istanbul

Gerade hatte ihn ein Duett mit Anna Loos vom Geheimtipp zum Star befördert, da verschwand Bosse für ein Jahr von der Bildfläche - und brachte seine Tochter in Istanbul in den Kindergarten.

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Axel Bosse (33).

Quelle: Nina Stiller

Kaum ist er zurück, ist sein Konzert im Werk 2 auch schon ausverkauft. Er spielt daher noch mal in Leipzig, aber erst im Dezember.

Frage: Sie wären vor reichlich zehn Jahren fast schon mal Popstar geworden. Die Band Hyperchild, bei der Sie spielten, war einige Monate lang Liebling von Sony, es gab einige Hits und die Absicht, Sie zu Stars aufzubauen.

Bosse: Eine verrückte Zeit, spannend natürlich auch. Aber irgendwie ging alles viel zu schnell. Sie wollten irgendwelche Figuren aus uns kneten, die gar nicht wir waren. Wir hasteten ohne einen Pfennig in der Tasche von Interview zu Interview. Saßen dann irgendwann mal zusammen und fragten uns, ob es das war, was wir gewollt hatten. Ich war der Jüngste der Band - die Jungs waren 20, ich 17 - und auch nicht am Songwriting beteiligt. Aber ich glaube, dass ich es war, der vorschlug, die Sache zu beenden.

Sie haben danach unter Ihrem Nachnamen weiter gemacht und waren von Anfang an Geheimtipp.

Was immer das zu sagen hat. Ich habe mir für den Punkt, an dem ich jetzt stehe, neun Jahre ziemlich intensiv den A- abgespielt, und die meiste Zeit lief es nicht so toll. Ein Blitzstart war das nicht gerade.

Immerhin konnten Sie es sich leisten, in dem Moment, in dem das "Wartesaal"-Album so richtig durchstartete, einfach mal ein Jahr nach Istanbul zu verschwinden. "Burnout"! wird heutzutage in so einem Fall sofort gemutmaßt.

Das dürfen Sie getrost ein ganzes Stück weiter runter hängen. Ich war mit der Familie ein paar Monate dort. Meine Frau ist Türkin und Schauspielerin. Sie hatte da eine große Rolle. Es hat einfach gepasst. Ich habe jeden Morgen meine Tochter zum Kindergarten gebracht und Ayse auch sonst, so weit das ging, den Rücken frei gehalten.

Wie ist Ihr Türkisch?

Ein wenig kannte ich von meiner Frau, ein paar Brocken nur. Aber man lernt schnell. Nach ein paar Wochen hatte ich einen lokalen Verein gefunden, in dem ich Fußball gespielt habe, ein bisschen Gitarre auch ab und zu mal. Mit Fußball und Musik findest du überall Anschluss. Es kam rasch eine angenehme Art von Normalität auf, in einer unglaublich faszinierenden Stadt.

Ein paar Lieder haben Sie in einem kleinen Studio in dem Nest bei Braunschweig geschrieben, in dem Sie groß geworden sind. Ich vermute mal, da ist das wunderschöne "Schönste Zeit" entstanden, in dem Sie schildern, wie Sie mit Ihrer ersten großen Liebe beim Tod von Kurt Cobain geweint haben. Bitte sagen Sie jetzt nicht, Sie hätten diese Geschichte erfunden.

Nein, habe ich nicht. Das Lied ist so eine Art Zusammenfassung meiner Zeit damals. Ich war 14 und hing fast jeden Abend in so einem kleinen Indieschuppen rum. Sog die Musik in mich rein und verliebte mich regelmäßig, aber immer unsterblich in ältere Mädchen. Kurt Cobains Tod hat uns alle unglaublich berührt. Danach wollte ich unbedingt Musik machen.

Wir gönnen Ihnen den Erfolg von Herzen. Der Wermutstropfen ist, dass dieses Mal Ihr Leipziger Konzert im Werk 2 sehr schnell und sehr komplett ausverkauft war. Was nun?

Das hat mich natürlich gefreut. Es war und ist immer schön, in Leipzig zu spielen. Um keinen zu enttäuschen, haben wir einen Zusatztermin im Dezember klar gemacht. Diesmal gehen wir ins Haus Auensee, da sollte der Platz für alle reichen.

Interview: Lars Schmidt iBosse, Freitag, 20.30 Uhr, Werk 2, ausverkauft. Zusatztermin am 14. Dezember im Haus Auensee (Gustav-Esche-Straße 4). Karten für 28,75 Euro im LVZ-Media Store (Höfe am Brühl), den LVZ-Geschäftsstellen und unter der gebührenfreien Tickethotline 08002181050.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 17.04.2013

Lars Schmidt

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