Volltextsuche über das Angebot:

28 ° / 15 ° Regenschauer

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
Brünnhilde träumt schlecht von Siegfried - "Wagners Ding mit dem Ring" in der MuKo

Brünnhilde träumt schlecht von Siegfried - "Wagners Ding mit dem Ring" in der MuKo

Der Kabarettist Uli Heissig geboren 1965 in Sindelfingen, bekannt als Irmgard, fiktive Zwillingsschwester Hildegard Knefs, und der Komponist Thomas Zaufke, geboren 1966 in Bremen, schrieben im Auftrag der Oper Leipzig für die MuKo gemeinsam das Musical "Wagners Ding mit dem Ring".

Voriger Artikel
MaleLE-Finale in der LVZ-Kuppel spielt mehr als 20.000 Euro für den guten Zweck ein
Nächster Artikel
Vom Banalen befreit

Der Komponist Thomas Zaufke.

Quelle: ANDREAS BIRKIGT

Am kommenden Samstag ist Uraufführung, Peter Korfmacher sprach zuvor mit dem Komponisten.

Frage: Sie haben in Leipzig das bekommen, wonach Mozart sein Leben lang gierte: einen Kompositionsauftrag für eine Oper ...

Thomas Zaufke: ... ja, der war auch nicht unbegabt.

Aber er musste sich nie an einem Kollegen abarbeiten, wie Sie nun zum Jubiläumsjahr an Wagner.

Und davor hatte ich erhebliches Muffensausen. Der Auftrag war ja klar formuliert: Ein Musical, das die Geschichte des Nibelungen-Rings in rund zwei Stunden für jeden verständlich erklärt, das musikalisch Bezug nimmt auf Wagner, das zudem junge Leute ebenso wie alte bewegt, in die MuKo zu kommen - am besten mehrfach. Das Übliche halt.

Wie gehen Sie denn mit Wagner um? Parodieren Sie ihn musikalisch?

Nein, auf keinen Fall. Dass eine Musik-Parodie nach dem Modell Wagners Musik über swingender Rhythmus-Gruppe für mich nicht in Frage kommen würde, habe ich bereits beim ersten Treffen mit Ulf Schirmer klargestellt.

Was kam denn in Frage?

Wagner kommt musikalisch nur in Form der Leitmotive vor, die wirklich jeder kennt: Walkürenritt, Walhall-Motiv, Siegfried-Ruf, Schicksalsmotiv, diese Liga. Ansonsten haben wir ein Musical geschrieben, ein richtiges schönes Musical, das sich an die Werke der Goldenen Ära in den USA anlehnt, zwischen Gershwin und Hammerstein.

Die allerdings haben nichts mit Wagner zu schaffen.

Doch haben sie. Erstens hat jeder Komponist nach Wagner mit Wagner zu tun, und zweitens ist genau das unser Ansatz: Wir erzählen die Geschichte des abgespaltenen Wagner-Familienzweiges, der in die USA ausgewandert ist, dort mit Blechblasinstrumenten zu Wohlstand kam und nun mit eigenen Tönen dem großen Urahn zum 200. Geburtstag gratuliert.

Und wo bleibt da die Geschichte des Rings?

Mittendrin. Wir erzählen sie. Gestrafft zwar und durch die Brille des US-Musicals, aber vollständig.

Wagner brauchte 16 Stunden.

Uns reichen zwei. Und es ginge noch kürzer. Am kürzesten fällt bei uns die Götterdämmerung aus.

Im Ring der längste Abend.

Ja, aber das muss so nicht sein. Wir legen sie als knappen Albtraum an.

Ist das ein langer Wagner-Abend nicht immer?

Nein, auf keinen Fall. Ich liebe die Götterdämmerung, seit ich in den 80ern in Berlin die Inszenierung Götz Friedrichs gesehen habe. Aber wir sind eben schneller durch: Brünnhilde liegt da, schläft und träumt schlecht, vielleicht hat sie schlecht gegessen, von Siegfried, seinem Schwert und seinem Abgang. Und dann kommen zum großen Finale alle noch mal auf die Bühne und verleihen unter anderem der Hoffnung Ausdruck, dass das Publikum sich auch mal den originalen Ring anschauen möge.

Haben Sie das Stück auf die MuKo zugeschnitten?

Ja aber sicher. Wenn man solche Möglichkeiten hat, ein so tolles Ensemble, diesen wunderbaren Chor, auch ein für Musical-Verhältnisse so ungeheuer großes Orchester von rund 50 Musikern, dann muss man das doch nutzen. Da geben wirklich alle alles. Weil das Orchester so ungewohnt groß ist, habe ich mir allerdings bei der Instrumentation professionelle Hilfe von Bernd Wefelmeyer geholt. Der ist durch seine Filmmusik-Erfahrung mit allen Wassern gewaschen und hat einen sensationell fetten Orchestersound aus meinem Klavierauszug herausgeholt.

Die Leipziger Uraufführung Ihres Musicals steht am Ende des Wagner-Jahrs. Gibt es trotzdem auch andernorts Interesse an "Wagners Ding mit dem Ring".

Vertraglich liegt das Stück jetzt erst einmal anderthalb Jahre lang bei der Oper Leipzig. Die können damit exklusiv machen, was sie wollen. Ich hoffe, dass danach auch andere Bühnen Interesse haben werden.

Uraufführung: 26. Oktober, Vorstellungen: 27. Oktober, 2., 3., 5., 26., 27. November, 25., 26., Januar, 1., 2. März, 5., 6. April.; Karten und Infos unter Tel. 0341 1261261; www.oper-leipzig.de

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 17.10.2013

Peter Korfmacher

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus News
  • Lachmesse Leipzig 2017

    Vom 15. bis 20. Oktober 2017 werden in Leipzig wieder massiv die Lachmuskeln gereizt. Über 180 Künstler kommen zur Lachmesse. mehr

  • LVZ-Sommerkino im Scheibenholz
    LVZ Sommerkino im Scheibenholz: Alle Infos zu Filmen, Ticketverkauf und dem Rahmenprogramm.

    Das LVZ-Sommerkino lädt vom 20. Juli bis 16. August 2017 zu unterhaltsamen Filmabenden ins Scheibenholz. Alle Infos zum Programm und Ticketverkauf... mehr

  • Schauspiel Leipzig
    Mikrologo Schauspiel Leipzig

    Theater in Leipzig: Höhepunkte, Premieren, Spielplan und Angebote der Spielzeit 2016/2017 im Schauspiel Leipzig mehr

  • Farbspiele
    Die Sparkasse Leipzig sucht für Ihren Kalender 2018 farbenfrohe Fotos

    Beim Fotowettbewerb der Sparkasse Leipzig kann nun über die zwölf Kalendermotive abgestimmt werden. Das Voting endet am 31. August 2017. mehr

Blättern Sie hier durch die aktuelle Veranstaltungsbeilage "Applaus" und finden Sie Konzerte, Shows, Ausstellungen, Sport-Events und mehr in Leipzig und Umgebung. mehr

Erfahren Sie mehr auf www.leipziger-museen.de

Die deutsche Kleingärtnerbewegung hat eine über 200-jährige wechselvolle Geschichte, die im Deutschen Kleingärtnermuseum weltweit einzigartig dokumentiert ist. Zur Schau des Monats! mehr

  • Leipzig Wiederentdeckt
    Leipzig Wiederentdeckt

    Die 13 Filme schildern eine einzigartige Zeitreise durchs 20. Jahrhundert der Stadt Leipzig – von den Anfängen des Films bis zur Wendezeit. Mit bis... mehr

  • Leipzig-Album
    Leipzig-Album

    Welche Ereignisse sind den Bürgern der Messestadt besonders in Erinnerung geblieben, welche Orte oder Gebäude sind verschwunden oder haben sich gew... mehr