Volltextsuche über das Angebot:

20 ° / 8 ° wolkig

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
Bücher über Südafrika: Krimis und Analysen über das Land am Kap

Bücher über Südafrika: Krimis und Analysen über das Land am Kap

Zur Einstimmung auf Südafrika zum Beginn der Fußball-Weltmeisterschaft sind bei vielen Verlagen Bücher über das Land und seine Bewohner erschienen. Südafrika – als Naturschönheit, als Wiege der Menschheit, kulturgeschichtliches Eldorado, als Reiseland und als Schauplatz für spannende Krimis.

Hamburg. Wer sich grundlegend mit dem Land auseinandersetzen will, dem sei die „Geschichte Afrikas“ von Walter Schicho empfohlen. Der Professor für Afrikawissenschaften an der Universität Wien erläutert gut lesbar die historische, kulturelle und politische Entwicklung des Kontinents.

Der Autor erinnert an die ersten menschlichen Spuren der bekannten prähistorischen Felszeichnungen in der Blombes Cave in Südafrika. Er erzählt aber auch von den Phasen des Kolonialismus und Imperialismus sowie von den Unabhängigkeitsbestrebungen und ersten demokratischen Entwicklungen seit den 1960er Jahren.

Was Sie schon immer über das Land am Kap wissen wollten, ist in der „Gebrauchsanweisung für Südafrika“ von Elke Naters und Sven Lager nachzulesen. Die beiden Autoren verraten, was Fußball mit schwarzem Stolz zu tun hat. Sie berichten davon, welche Regeln in einem Sammeltaxi gelten, und erklären, was es mit der Leidenschaft für Barfußlaufen auf sich hat. Das Buch ist kein nüchterner Reiseführer, sondern ein kurzweiliges Kompendium über Land, Leute und Lebensart.

Ein weiterer guter Kenner Afrikas, der Gründer des Komitees Cap Anamur, Rupert Neudeck, ist sich sicher, dass der Kontinent noch nicht verloren ist. In seinem Buch „Die Kraft Afrikas“ legt er dar, dass Afrika vieles hat, was wir in Europa brauchen: Öl und wichtige Rohstoffe im Überfluss oder landwirtschaftliche Produkte, die noch nicht mit Chemikalien verseucht sind. Im Jahr der Fußball-WM plädiert Neudeck dafür, endlich den kolonialen Blick abzulegen und mehr Vertrauen in die Kraft Afrikas zu haben. Er spart auch nicht mit Kritik an der Selbstbezogenheit vieler Hilfsorganisationen, die in Afrika tätig sind.

„Kap meiner Hoffnung“ betitelt die Kinderärztin Irina Andre-Lang den Bericht über ihren Einsatz gegen Aids, Armut und Rassenhass. Das Buch erzählt die abenteuerliche Lebensgeschichte der deutschen Kinderärztin, die 1960 in Singen geboren wurde. Nachdem sie in Deutschland die Facharztausbildung beendet hatte und in Südafrika die Apartheid politisch überwunden war, begann sie im Land ihrer Sehnsucht als Kinderärztin zu arbeiten. Dabei wurde sie von einem Strudel aus Armut, Krankheiten, Rassenhass und Gewalt mitgerissen.

Von einer jungen Frau und ihrem Kampf gegen das Aids-Virus erzählt die Autorin Zanele, die heute in Durban lebt. Es ist ihre eigene Geschichte. „Sie nennen mich Smiley“ hat sie ihr Buch betitelt. Seit sie neun Jahre ist, trägt sie das Aids-Virus im Blut. Sie lebt in steter Angst vor dem Tod. Sie weiß, welche Gefahr sie für andere darstellt, und verliebt sich. Das Buch schildert eine mutige und lebenslustige Frau, deren tiefe Konflikte die Leser nicht unberührt lassen.

Der 1905 in Südafrika geborene Autor Hermann Charles Bosman entführt seine Leser in die tiefste südafrikanische Provinz zu Menschen, die keiner kennt. Jetzt ist ein Sammelband mit den Erzählungen des 1951 verstorbenen Bosman erstmals in deutscher Übersetzung erschienen. In „Mafeking Road“ schildert er das Leben unscheinbarer Menschen, ihre kleinen Siege und tragikkomischen Niederlagen, aber auch ihre großen, existenziellen Erfahrungen.

Einen Ermittler zwischen allen Fronten stellt Malla Nunn in ihrem Krimi „Ein schöner Ort zu sterben“ in den Mittelpunkt. Die Autorin schildert Südafrika in den 1950er Jahren, als Männer wie der junge Nelson Mandela verfolgt und verhaftet wurden. Vor diesem Hintergrund sucht ein englischer Ermittler den Mörder eines Buren. Dabei gerät er tief in die geheimnisvolle Welt eines Dorfes, in dem die Grenzen zwischen Schwarz und Weiß ganz anders verlaufen als vermutet.

„Todeskälte“ heißt der Thriller von Jassy Mackenzie, der einen brutalen Mord an einer jungen Frau in Johannesburg schildert. Die Autorin wurde 1969 in Rhodesien geboren, dem heutigen Simbabwe, und wuchs in Südafrika auf. Ihre Ermittler entdecken, dass die ermordete Annette Botha einen Privatdetektiv engagiert hatte. Eine atemlose Suche beginnt.

In „Dreizehn Stunden“ schickt der wohl bekannteste südafrikanische Krimiautor Deon Meyer seinen Inspector Griessel auf Verbrecherjagd. Und der hat viel zu tun: Eine junge Amerikanerin ist ermordet aufgefunden worden, eine andere wird durch die Stadt gejagt, und eine berühmte Sängerin hat offenbar ihren Mann erschossen. Der 1958 geborene Meyer wurde bereits zwei Mal mit dem deutschen Krimipreis ausgezeichnet. Für „Dreizehn Stunden“ erhielt er in Südafrika den Preis für den besten Spannungsroman des Jahres.

In einem höllisch heißen Sommer in Kapstadt werden das amerikanische Ex-Model Roxy und ihr Mann Joe, ein zwielichtiger Waffenhändler, überfallen. So beginnt der Thriller „Blutiges Erwachen“ von Roger Smith. Joe wird verwundet, und als die schwarzen Gangster mit seinem Wagen verschwinden, nutzt Roxy die Gunst der Stunde und erschießt ihren Mann. Die beiden Räuber, die nunmehr unter Mordverdacht stehen, schwören Rache. Eine brutale Irrfahrt durch die Ghettos von Kapstadt beginnt. Eindringlich und schonungslos schildert Smith hier die dunklen Seiten des heutigen Südafrika.

Irina Andre-Lang „Kap meiner Hoffnung“, A1 Verlag, München, 263 Seiten, 19,80 Euro

Hermann Bosman „Mafeking Road“, Edition Büchergilde, Frankfurt, 320 Seiten, 19,90 Euro

Jassy Mackenzie „Todeskälte“, Diana Verlag, München, 367 Seiten, 19,95 Euro

Deon Meyer „Dreizehn Stunden“, Aufbau Verlag, Berlin, 465 Seiten, 19,95 Euro

Rubert Neudeck „Die Kraft Afrikas“, Verlag C.H. Beck, München, 256 Seiten, 19,95 Euro

Elke Naters/Sven Lager: Gebrauchsanweisung für Südafrika, Piper Verlag, München, 221 Seiten, 14,95 Euro

Malla Nunn „Ein schöner Ort zu sterben“, Aufbau Verlag, Berlin, 407 Seiten

Walter Schicho „Geschichte Afrikas“, Konrad Theiss Verlag, Stuttgart, 182 Seiten, 19,90 Euro

Roger Smith „Blutiges Erwachen“, Verlag Tropen, Stuttgart, 356 Seiten, 19,90 Euro,

Zanele „Sie nennen mich Smiley“, Verlag Lübbe, Köln, 250 Seiten, 19,99 Euro

Susanna Gilbert-Sättele, dpa

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus News
  • Lichtfest Leipzig 2017

    Alljährlich am 9. Oktober erinnert das Lichtfest Leipzig auf dem Augustusplatz an die Ereignisse im Herbst 1989. Hier gibt es alle Infos. mehr

  • Touristik & Caravaning
    Themen, Tickets, Öffnungszeiten: Die wichtigsten Infos zur Messe Touristik & Caravaning (TC) 2017 im Special auf LVZ.de

    Urlaubsstimmung im Novembergrau: Alle Infos und News zur Reisemesse Touristik & Caravaning (TC) 2017 in unserem Special. mehr

  • Lachmesse Leipzig 2017

    Vom 15. bis 20. Oktober 2017 werden in Leipzig wieder massiv die Lachmuskeln gereizt. Über 180 Künstler kommen zur Lachmesse. mehr

  • Schauspiel Leipzig
    Mikrologo Schauspiel Leipzig

    Theater in Leipzig: Höhepunkte, Premieren, Spielplan und Angebote der Spielzeit 2017/2018 im Schauspiel Leipzig. mehr

Blättern Sie hier durch die aktuelle Veranstaltungsbeilage "Applaus" und finden Sie Konzerte, Shows, Ausstellungen, Sport-Events und mehr in Leipzig und Umgebung. mehr

Erfahren Sie mehr auf www.leipziger-museen.de

"Stasi – Macht und Banalität": Gedenkstätte Museum in der "Runden Ecke" gibt Einblicke in den SED-Überwachungsstaat. mehr

  • Leipzig Wiederentdeckt
    Leipzig Wiederentdeckt

    Die 13 Filme schildern eine einzigartige Zeitreise durchs 20. Jahrhundert der Stadt Leipzig – von den Anfängen des Films bis zur Wendezeit. Mit bis... mehr

  • Leipzig-Album
    Leipzig-Album

    Welche Ereignisse sind den Bürgern der Messestadt besonders in Erinnerung geblieben, welche Orte oder Gebäude sind verschwunden oder haben sich gew... mehr