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Bushido-Film rührt Premierenpublikum zu Tränen

Bushido-Film rührt Premierenpublikum zu Tränen

Zur Deutschland-Premiere des Films „Zeiten ändern Dich“ kommt Skandal-Rapper Bushido im schwarzen Anzug. Für viele Jugendliche am Roten Teppich vor dem Kino am Berliner Potsdamer Platz verkörpert er damit den gesellschaftlichen Aufstieg, von dem sie selbst träumen: vom Schulabbrecher zum Star.

Berlin. Der 31-Jährige, der sich in der Uli-Edel-Verfilmung seiner Autobiografie selbst spielt, hat mit seinen provokanten Texten immer wieder für Proteste gesorgt. Die Reaktionen des Premieren-Publikums indes zeigen, dass Bushido für Teile der Gesellschaft längst zum Idol geworden ist.

Viele Zuschauer scheinen zu verstehen, was sie in der Bernd- Eichinger-Produktion „Zeiten ändern Dich“ sehen: eine Spirale aus Enttäuschung, Gewalt und dem Gefühl, von der Mehrheit der Gesellschaft als Versager abgestempelt zu sein. Sie identifizieren sich mit Bushidos Wunsch nach Respekt, der sich durch den gesamten Film zieht.

„Mir gefällt er, weil er so eine positive Entwicklung durchgemacht hat“, sagt der 22-jährige Daniel Bartz vor der Premiere bewundernd. „Wenn man ihn früher sieht, immer in Jogginghose und so - und jetzt trägt er einen Smoking.“ Bartz’ Kumpel Hassan El-Kassem nickt: „Nicht jeder schafft das.“

Bushido gibt sich am Roten Teppich trotzig. Er wolle gar nicht „in der Mitte der Gesellschaft“ ankommen, sagt er. „Ich habe immer darauf hingearbeitet, mir meine eigene Gesellschaft aufzubauen.“ Der Film bilde einen Teil der deutschen Gesellschaft ab, erklärte der Musiker, der als Sohn eines Tunesiers und einer Deutschen in Berlin aufwuchs.

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Berlin/Leipzig. Noch vor wenigen Jahren galt Skandal-Rapper Bushido als Bürgerschreck Nummer Eins in Deutschland. Doch mit seiner Autobiografie, die 2008 die Bestseller-Listen stürmte, hat sich der inzwischen 31 Jahre alte Musiker aus Berlin das Image vom harten Kerl mit dem weichen Herz verpasst. Am 10. Februar stellt der Rapper seinen Film im Cinestar Leipzig persönlich vor.

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Im Film antwortet er einmal auf die Frage, wie es sich denn als Ausländer in Deutschland so lebe, er sei doch Deutscher. Bei dieser Szene geht ein Raunen durchs Kino. Viele der Zuschauer, die mehrheitlich aus Migrantenfamilien stammen, haben diese Antwort wohl selbst schon unzählige Male gegeben und dafür ähnlich irritierte Blicke geerntet wie Bushido im Film.

Zwischenapplaus gibt es im Kino bei Sätzen wie: „Ich bin kein Scheiß-Kanake, den man das Klo runterspülen kann.“ Zuschauerin Clarissa van Bergen (21) musste an mehreren Stellen weinen, wie sie hinterher sagt. „Ich bin mit so einem Klischee-Denken von Bushido reingegangen - aber der Film hat meine Meinung über ihn komplett geändert.“

Schauspieler Moritz Bleibtreu („Im Juli“), der im Film Bushidos Berater spielt, kann die Aufregung um die zum Teil als frauen- und schwulenfeindlich geltenden Songtexte des Rappers nicht nachvollziehen, wie der 38-Jährige betont. „Wir müssen uns damit abfinden, dass die Jugend ihre eigene Sprache inszeniert.“ Wer Bushido für seine Texte verurteile, habe keines seiner Alben „von A bis Z“ angehört. Für ihn sei der Musiker ein intelligenter junger Mann: „Das muss er auch sein, sonst hätte er nicht so viel Erfolg mit dem, was er macht.“

Das Filmteam kann denn auch gar nicht oft genug betonen, was für ein lieber Kerl der Rapper doch sei. Elyas M’Barek, in „Zeiten ändern Dich“ der junge Bushido, beteuert: „Ich habe nicht einmal ein Schimpfwort aus seinem Mund gehört.“ Bushidos Filmmutter Hannelore Elsner („Die Unberührbare“) schwärmt: „Das schadet vielleicht seiner Karriere, aber ich finde ihn absolut liebenswert.“ Der Film zeigt allerdings auch andere Seiten von Bushido - etwa, wenn er seiner Freundin die Nase blutig schlägt.

Christine Cornelius, dpa

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