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Chef des Industriemuseum-Zweckverbandes tritt zurück - Ludwig will kandidieren

Chef des Industriemuseum-Zweckverbandes tritt zurück - Ludwig will kandidieren

Nach den Querelen um die immer noch ungeklärte Zukunft des Textilmuseums zieht sich der Crimmitschauer Oberbürgermeister Holm Günther (parteilos) von der Spitze des Zweckverbands Sächsisches Industriemuseum zurück.

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Chemnitz' Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig ist bereit, als Chefin des Zweckverbandes Sächsisches Industriemuseum zu kandidieren. (Archivfoto)

Quelle: Volkmar Heinz

Chemnitz/Crimmitschau. Günther erklärte am Donnerstag seinen Rücktritt als Verbandschef zum 1. Oktober. Nachfolgerin soll die Chemnitzer Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig (SPD) werden. Sie sei bereit, für das Amt zu kandidieren, der Termin stehe aber noch nicht fest, sagte ein Rathaussprecher am Donnerstag auf dpa-Anfrage.

Günther stand seit Februar 2007 an der Verbandsspitze. Als Grund für seinen Rückzug führte er die „trotz jahrelanger Bemühungen meinerseits und vieler anderer“ immer noch ungeklärte Zukunft des Textilmuseums an. Ob es erhalten und zugleich Mitglied im Zweckverband bleibt, wird voraussichtlich in der Stadtratssitzung am kommenden Donnerstag (4. Oktober) entschieden. Der FDP-Landtagsabgeordnete Nico Tippelt bedauerte den Rücktritt Günthers und dankte ihm.

In einem der Nachrichtenagentur dpa vorliegenden offenen Brief forderte der beim Zweckverband angesiedelte Wissenschaftliche Beirat die Stadträte auf, als einer von vier Verbandsstandorten erhalten zu bleiben. Vor einer Schließung hatte zuletzt auch Sachsens Kunstministerin Sabine von Schorlemer (parteilos) eindringlich gewarnt. Sie forderte den Stadtrat zu einer „gewissenhaften Prüfung“ und zur Entscheidung „für den Erhalt dieses einzigartigen Museums“ auf. Die originalgetreue historische Tuchfabrik gilt als die größte vollständig erhaltene Einrichtung ihrer Art in Mitteleuropa. Ihre Existenz steht auf der Kippe, weil die Stadt hohe Ausgaben für anstehende Sanierungsmaßnahmen befürchtet. Zuletzt hatte das Museum den Zuschlag als sächsischer Unesco-Welterbekandidat auf der nationalen Bewerberliste für die Titelvergabe ab 2016 verpasst.

dpa

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