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Chef von Dok Leipzig verlässt Filmfestival nach zehn Jahren

Chef von Dok Leipzig verlässt Filmfestival nach zehn Jahren

Er zeigt meistens ein freundliches Lächeln und bindet sich gern auch mal einen Schal dekorativ um den Hals. Seine Eröffnungsreden zum alljährlichen Leipziger Festival für Dokumentar- und Animationsfilm sind nicht von der Stange, verraten Individualität.

Leipzig. Die Strecken zwischen den Aufführungsorten bewältigt Claas Danielsen (48) per Rad.

Seit zehn Jahren leitet er das Dok Leipzig. Das kommende Festival im Herbst soll sein letztes sein. Danielsen, der 2004 an Bord gekommen war, will gehen.  „In den zehn Jahren haben wir die meisten Ziele, die ich mir gesetzt hatte, erreicht. Das war eine sehr intensive und erfüllende Zeit mit extrem wenig Privatleben“, sagt Danielsen. Im neuen Jahr wolle er sich eine mehrmonatige Auszeit nehmen, um neue Ideen und Projekte in Ruhe zu sortieren. 

„Ich kann das Festival jetzt mit Freude übergeben, es steht international sehr gut da“, sagt der gebürtige Hamburger, der auch gern nach seinem Abschied vom Festival in Leipzig wohnen bleiben möchte. Es gibt einiges nachzuholen. „Ich hätte die wunderbare Kultur- und Musikszene in Leipzig gerne mehr ausgekostet“, sagt er im Rückblick. Besonders Jazz und Klassik liebt er. Und der studierte Dokumentarfilmregisseur fotografiert auch gern.   

Das Dok Leipzig ist mittlerweile neben Amsterdam eines der angesehensten und ältesten Dokumentarfilmfestivals der Welt. Im vorigen Jahr erreichte das Filmfest mit 41 500 Gästen einen Besucherrekord. Die Zahl der Fachbesucher hat sich in den vergangenen zehn Jahr mit 1700 mehr als verdoppelt. Außerdem bietet es dem animierten Dokumentarfilm ein Podium und hat als erstes Festival der Welt für diese künstlerische Form seit 2013 einen eigenen Hauptpreis ausgeschrieben. 

 „Dok Leipzig ist international hoch anerkannt und eines der größten Publikumsfestivals in den neuen Bundesländern. In der überregionalen Presse spiegelt sich das leider noch nicht angemessen wider“, sagt Danielsen. Möglicherweise ist dies eine der Aufgaben für seinen Nachfolger. Wer das sein wird, ist noch nicht bekannt. Da das Filmfest eine hundertprozentige Tochter der Stadt Leipzig ist, entscheidet darüber der Stadtrat. 

Danielsen habe das Festival vom 20. ins 21. Jahrhundert gebracht und dessen internationalen Stellenwert gesteigert, sagt der Vorstand der Defa-Stiftung, Ralf Schenk. Die Stiftung verleiht bei dem Filmfest selbst einen Preis. Und ganz entscheidend sei, dass Danielsen dem Festival auch eine Marktfunktion gegeben habe. Das Dok Leipzig sei ein Treff für die gesamte Branche geworden. Danielsen habe zudem ein absolut verlässliches und kenntnisreiches Team zusammengebracht, das inhaltlich ein großartiges Festival gestalte. 

„Unsere Zuschauerzahl hat sich verdoppelt. Ich fände es daher toll, wenn wir das Festival um zwei Tage verlängern könnten, um der Publikumsnachfrage gerecht zu werden“, sagt Danielsen. Aber eine Verlängerung könne sich das Festival momentan finanziell nicht leisten. In diesem Jahr zeigt das Dok Leipzig vom 27. Oktober bis 2. November rund 350 Filme aus aller Welt. In fünf Wettbewerbskategorien konkurrieren 80 Filme. Insgesamt gibt es Preisgelder von rund 70 000 Euro.

Gitta Keil

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