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Christa Wolf: „Ausharren in der DDR hat sich gelohnt“

Christa Wolf: „Ausharren in der DDR hat sich gelohnt“

Für die Schriftstellerin Christa Wolf („Der geteilte Himmel“) hat sich das Ausharren in der DDR nach ihren eigenen Worten gelohnt. Sie habe so „eine der ganz wenigen Revolutionen der deutschen Geschichte“ miterleben dürfen, sagte die 81-jährige Autorin in einem Gespräch mit dem Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“.

Berlin. Außerdem habe es für sie keine Alternativen, keinen Ort gegeben, obwohl sie spätestens seit 1968 „in der DDR nicht mehr mitgespielt“ habe.

In ihrem neuen Buch „Stadt der Engel“, das am 21. Juni erscheint, setzt sich Wolf auch mit ihrer Beziehung zur Stasi auseinander. Sie wurde nicht nur über Jahrzehnte von der Staatssicherheit bespitzelt, sondern kooperierte in den Jahren 1959 bis 1962 als „IM Margarete“ auch selbst mit dem DDR-Geheimdienst.

Das schlug sich in einer, allerdings äußerst dünnen, von ihr später selbst publizierten sogenannten „Täterakte“ nieder. Ihre „Opferakte“ umfasst 42 Ordner und zusätzliche Abhörprotokolle.    Sie habe das Thema nicht umgehen wollen, betonte Wolf. „Im Gegenteil: Es war einer der Anlässe dafür, dass ich dieses Buch geschrieben habe.“ Sie wolle sich durch das Schreiben selbst kennenlernen und sich nicht schonen.

Dass sie ihren Kritikern mit dieser Offenheit möglicherweise zuarbeitet - davor habe sie keine Angst, sagte die Autorin, die auch mit Werken wie „Nachdenken über Christa T.“, „Kindheitsmuster“, „Kein Ort. Nirgends“ und „Kassandra“ bekanntgeworden ist. „Warum sollten die Leute nicht bemerken, dass ich versuche, ehrlich zu sein?“    Das neue Buch ist ihr erster Roman seit 16 Jahren. Es sei auch eine Selbstbefragung, eine „Spur der Schmerzen“, obwohl ihr die Meinung der Nachwelt nicht mehr wichtig sei, sagte die 81-Jährige. Sie denke viel an den Tod und es sei ihr jeden Tag bewusst, „dass die Frist, die mir noch bleibt, kurz ist“. Aber sie sei dankbar, wie ihr Leben gelaufen sei. Trotz vieler Konflikte habe sie Glück gehabt.

Wolf stellt ihren neuen Roman am Mittwoch (16. Juni) in der Berliner Akademie der Künste vor.

dpa

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