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Cirque du Soleil mit Varekai-Premiere in Leipzig

Solide Leistung ohne viel atemberaubende Artistik Cirque du Soleil mit Varekai-Premiere in Leipzig

Am Mittwoch feierte der weltberühmte Zirkus „Cirque du Soleil“ mit seinem Programm „Varekai“ seine Premiere in Leipzig. Rund 2500 Zuschauer waren gekommen, um sich das Spektakel in der Arena Leipzig anzuschauen. Bis zum Sonntag gastiert er in der Stadt. Am Wochenende gibt es doppelte Vorstellungen. Die Kartenpreise liegen zwischen knapp 60 und 100 Euro.

Viele tolle, bunte Kostüme konnten die Zuschauer bei der Leipziger Premiere von „Varekai“ bestaunen.

Quelle: Wolfgang Zeyen

Leipzig. Atemraubende Artistik, tolle Tänze, aufwendige Kostüme, Jongleure, Feuerspucker, ein aufwendiges Bühnenbild und Live-Musik der Extraklasse – dafür steht die aus Kanada stammende Zirkus-Traumfabrik „Cirque du Soleil“. Aus einer Gruppe von 20 Straßenkünstlern entstanden, tourt der Sonnenzirkus seit 1984 erfolgreich rund um die Welt und begeisterte bis heute rund 155 Millionen Menschen in über 300 Städten und 40 Ländern.

Mit seinen Programmen aus Bewegung, Artistik, Traumbildern und dramatischer Musik wollen die Macher die Vorstellungskraft der Zuschauer animieren. Anders als in Zirkus-Shows der Konkurrenz erzählt der „Cirque du Soleil“ Geschichten und erhebt für sich den Anspruch, die Welt des Zirkus neu erfunden zu haben. Derzeit tourt die Traumfabrik aus Montreal mit neun Programmen um die ganze Welt – zehn weitere gibt es an festen Standorten wie Las Vegas und Mexiko Stadt.

Am Mittwoch feierte der weltberühmte Zirkus mit seinem Programm „Varekai“ seine Premiere in Leipzig. Rund 2500 Zuschauer waren gekommen, um sich das Spektakel in der Arena Leipzig anzuschauen. Bis zum Sonntag gastiert er in der Stadt. Am Wochenende gibt es doppelte Vorstellungen. Die Kartenpreise liegen zwischen knapp 60 und 100 Euro. Bis auf wenige Restkarten sind die Shows bereits alle ausverkauft.

Varekai erzählt die Geschichte von Ikarus Wiederauferstehung

Das „Varekei“-Programm ist nicht neu. Bereits seit 2008 gibt es die Show in verschiedenen deutschen Städten zu sehen. Erzählt wird eine weitergesponnene Version der Geschichte von Ikarus aus der griechischen Mythologie, der von seinem Vater Flügel bekam, um aus der Verbannung zu fliehen. Er wurde zu übermütig, flog zu hoch und kam bei seinem Sturz ins Meer ums Leben.

Bei „Varekai“ – zu deutsch: „egal wohin“ – beginnt die Vorstellung mit dem Tod des Ikarus, der von der Bühnendecke schwebt und seine Flügel verliert. In einer fantastischen Welt mit wundersamen Wesen kommt es zu seiner Wiederauferstehung. Am Ende findet er seinen Weg, vermählt sich mit der ihm Versprochenen, die ihn betört und durch seine Liebe verwandelt wird.

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Atemraubende Artistik, aufwendige Kostüme, ein tolles Bühnenbild und Live-Musik der Extraklasse – dafür steht die aus Kanada stammende Zirkus-Traumfabrik „Cirque du Soleil“ – hier mit Bildern aus seiner Show „Varekai“.

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Die Show besticht durch die bunten, aufwendigen Kostüme, die aus einer anderen Welt voll von tanzenden Narren- und Fabelwesen zu stammen scheinen. Die Musik wird von einer grandiosen Band live gespielt, die gekonnt zwischen den verschiedenen Stilen wechselt – das Repertoire umfasst World Music, hawaianische Rituallieder, die auch aus dem „König der Löwen“ entsprungen sein könnten, dazu Chansons französischer Troubadore, armenische Volkslieder sowie Gospel.

Nicht überzeugen konnten jedoch die einzelnen Charaktere, deren Rollen dem Zuschauer ohne einen vorherigen Blick ins Programmheft unklar bleiben. Die Bühne – mit Bambusstämmen einem Wald nachempfunden – wird von den Artisten nicht wirklich genutzt. Der rote Faden der Ikarus-Geschichte wird all zu oft vom clownesken Geplänkel unterbrochen, das nur selten lustig ist. Der Geschichte zu folgen, fällt daher schwer. Der Klamauk passt nicht recht ins Programm und wurde bereits vermehrt von Besuchern der Show in anderen Städten kritisiert.

Laut auflachen musste das Publikum jedoch, als ein Zuschauer in Anzug auf die Bühne geholt, von verschieden weiblichen Clowns umgarnt und als Frau verkleidet wurde. Überzeugend war auch der Solo-Auftritt eines Clowns, der während der Präsentation eines Chansons einem ständig wechselnden Lichtkegel hinterherrennt.

Akrobatisches Highlight: Saltos auf russischen Schaukeln

Akrobatische Höhepunkte bei „Varekai“ sind die mehrfachen Saltosprünge der Artisten auf den russischen Schaukeln am Ende, die synchrone Luftakrobatik eines Zwillingspaars am Riemen ohne Sicherung, sowie die Übung am Single Trapez, bei der sich eine Künstlerin nur am Nacken hängend bis unter die Bühnendecke ziehen lässt.

Alles kurze Blitzlichter akrobatischer Leistungen, doch die atemberaubenden Acts fehlen. Alles wirkt auf Sparflamme präsentiert. Immer dann, wenn es mit einer spannenden akrobatischen Übung losgeht, ist sie schon wieder vorbei. Andere Programme der Traumfabrik haben da mehr Halsbrecherisches, Sensationelles geboten. Man hat das Gefühl, Vieles schon einmal gesehen zu haben.

Fazit: Ein schöner Abend mit solider Leistung aber ohne wirklich atemberaubende Artistik. Ob es am Programm oder an den Darstellern lag, ist schwer zu sagen – vermutlich an beidem. Der Sonnenzirkus kann es viel besser.

Karten sind an allen bekannten Vorverkaufsstellen erhältlich. Weitere Informationen unter www.cirquedusoleil.com.

Von Oliver Becker

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