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Peter Degner über die Classic Open: "Ich mache mich einmal im Jahr zum Obst!"

Peter Degner über die Classic Open: "Ich mache mich einmal im Jahr zum Obst!"

Leipzig. Vom 7. bis 16. August gehen auf dem Markt die 21. Classic Open über die Bühne. Impresario Peter Degner (61) erklärt im Interview der Leipziger Volkszeitung, was die Besucher in diesem Jahr erwartet und wie eine Classic-Open-Woche bei ihm abläuft.

Peter Degner in seiner Wohnung. Die sieht er während der Classic Open nur zum Schlafen.

Quelle: André Kempner

Leipzig. Der Leipziger Impressario, Petern Degner, erzählt im Interview, wie er die Musikfest-Woche erlebt.

LVZ: Wie leben Sie, wenn Classic Open ist?

Degner: Ich könnte Zuhause keinen empfangen. Ich ziehe jeden Tag andere Klamotten an und schmeiße die hinterher einfach in die Ecke. Das packe ich dann alles in einen Müllsack und gebe es nach der Woche in die Reinigung.

Wann stehen Sie auf?

Halb sechs.

Und dann?

Ich brauche eine halbe Stunde im Bad. Dann lese ich die LVZ; ich brauche morgens einfach eine Zeitung in der Hand. Das dauert erstmal eine Stunde. Anschließend gehe ich für eine halbe Stunde zum Bäcker Seifert in der Husemannstraße. Da quatschen wir ein bisschen blöde rum, ich trinke zwei, drei Tassen Kaffee. Dann suche ich Zuhause alles zusammen, um Neune rum putze ich mich an und mache die Flocke. Ich lasse mich aber reinfahren. Bei der Hitze bist du sonst schon durchnässt, wenn du auf dem Markt ankommst. Und dann geht es los.

Wie halten Sie sich fit?

Viel Kaffee, aber nur früh. Sonst viel Wasser. Eigentlich trinke ich mittags auch gerne mal ein alkoholfreies Weizen. Aber das kann ich nicht machen, sonst sagen die „Guck mal, der säuft schon“. Also muss ich Wasser trinken. Bei den Kneipern gibt es zum Glück leichte Kost und abends auch mal ein Glas Wein.

So eine Woche ist schon Ausnahmezustand...

Ja. Das Schlimmste ist der letzte Abend – danach fällst du in ein Loch. Das ist ein bisschen wie Sterben.

Wenn die Woche vorbei ist – wie lange brauchen Sie, um wieder Tritt zu fassen?

Zwei Tage. Ich schlafe erstmal – von Sonntagnacht bis Dienstag, Mittwoch.

Worauf können wir uns dieses Jahr besonders freuen?

Die Live-Gruppen kommen abends mit Motorrädern an der Bühne vorgefahren. Besonders stolz bin ich auf die Eröffnung durch die Jazz Ladies. Neben der berühmten Uschi Brüning ist es mir gelungen, nochmal die deutsche Ella Fitzgerald zu engagieren: Ruth Hohmann. Dazu Jaqueline Boulanger – das sind drei Generationen Jazz. Der Abschlussabend mit Sahnemix wird allen noch lange in Erinnerung bleiben. Da brennt die Luft. Das ist das Original-Arrangement von Udo Jürgens. Zum Finale haben wir außerdem einen Überraschungsgast aus Italien dabei, eine bildschöne Frau. Morgens ist sie noch in Rom, abends steht sie hier auf der Bühne. Auch sonst gibt es viele Höhepunkte, es ist für jeden etwas dabei. Veranstalter sind die Peter-Degner-Stiftung und die SC DHfK Sport GmbH.

Werden Sie wieder Ihr Leipzig-Lied singen?

Ja, aber nicht nur das. Ich habe ein neues Classic-Open-Lied gemacht. Der Text ist von Hildegard Knef: „Ich erkenne Dich nicht wieder.“ Ich habe das eingesungen. Es ist etwas nachdenklicher.

Wie stellen Sie Ihr Programm zusammen, wie wählen Sie die Musik für Classic Open aus?

Ich muss mich selber anstecken und begeistern können. Manches spiele ich im Freundeskreis vor und probiere aus, wie die Leute reagieren. Das ist ein langer Prozess bis das Programm steht. Bis jetzt hat das ganz gut funktioniert. Aber wenn ich das spielen würde, was ich mir zu Hause anhöre, würde kein Mensch kommen.

Was denn?

Ich liebe traurige Musik in der Klassik. In einer lauen Sommernacht kannst du aber nicht Brahms Requiem spielen.

Was muss ein Interpret mitbringen, um ins Programm zu kommen?

Das ist intuitiv, Fingerspitzengefühl, ich kann das gar nicht so genau sagen. Bei den Live-Bands ist es so, dass ich einfach viele Kontakte habe. Manche kommen auch und sagen, dass sie gerne bei Classic Open spielen möchten. Worauf ich stolz bin: Es ist ein Programm für alle Altersgruppen. Und es gab nie Schlägereien oder Ausschreitungen.

Hatten Sie irgendwann mal die Nase voll von den Classic Open?

Irgendwie ist es immer gegangen. Manchmal ist es harte Arbeit. Ich mache mich einmal im Jahr zum Obst, singe, mache meine Späßchen. Aber das Feedback der Gäste ist die schönste Entschädigung.

Nächstes Jahr geht es weiter?

Na ja. Ich habe es voriges Jahr, zum 20. Classic Open, verschlafen aufzuhören. Bürgermeister Rosenthal sagt: „Du musst bis 72 arbeiten.“ Die Kneiper sagen, wir sollen die 25 voll machen.

Sonst noch was?

Es wäre gut, wenn man den Leuten mal erklärt, was ein Soundcheck ist. Den habe ich ja auch für jeden Tag im Programm erwähnt. Es gibt jedes Jahr Leute, die kommen und regen sich auf, wenn auf der Bühne Musikinstrumente eingestellt werden. Die sagen dann, sie seien extra wegen „Soundcheck“ gekommen, weil sie dachten, das sei eine Band.

Aus der Leipziger Volkszeitung, 07.07.2015
Interview: Björn Meine

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