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Comedian Luke Mockridge gründet eine Band und nennt sie Leipzig-a-zig-ah!

Haus Auensee Comedian Luke Mockridge gründet eine Band und nennt sie Leipzig-a-zig-ah!

Seit gut drei Jahren etabliert sich der Kölner Comedian Luke Mockridge zunehmend als Sprachrohr der 90er-Jahre-Kinder. Mal augenzwinkernd, mal nostalgisch hat der 26-Jährige am Samstagabend auch im mit 1400 Zuschauern ausverkauften Haus Auensee mal wieder der Musik und sonstigen Eigenheiten dieses besonderen Jahrzehnts gehuldigt.

Luke Mockridge im Haus Auensee.

Quelle: André Kempner

Leipzig. Luke Mockridge hat ja bereits vor knapp einem Jahr mit seinem Leipziger Publikum eine Band gegründet, als er damals in der Stadt war. Aber erst diesmal – am Samstag im ausverkauften Haus Auensee – hat diese Gruppe ihren Namen erhalten: „Leipzig-a-zig-ah!“ Womit, so frohlockt der 26-jährige Komiker aus Köln, endlich ein Mysterium der 90er Jahre beantwortet sei. Was nämlich die Spice Girls wollten, als sie „I wanna, I wanna zig-a-zig-ah“ trällerten. „Es ist der Name unserer fucking Band!“, jubelt Mockridge.

Die Zahl der Bandmitglieder beziffert er großzügig auf 2000, mögen auch lediglich 1400 Zuschauer in den bestuhlten Saal passen. Viel wichtiger ist jedoch ohnehin, was dieses Mammut­ensemble eint (abgesehen von ein paar Eltern, Großeltern und jüngeren Geschwistern darin): „eine unbeschreibliche Kindheit im tollsten Jahrzehnt – den 90er Jahren“. Wobei sie sich gar nicht als so unbeschreiblich herausstellt, die 90er-Jahre-Kindheit: Mal augenzwinkernd, mal nostalgisch spricht – und singt! – Mockridge seinen Altersgenossen so witzig aus dem Herzen wie wohl momentan niemand anders in Deutschland.

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Sprachrohr der 90er-Jahre-Kinder: Comedian Luke Mockridge hat im Haus Auensee gestenreich erklärt, wie das war in diesem sehr speziellen Jahrzehnt.

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Ein Umstand, der aus der Perspektive Vor- und Nachgeborener weitere Überraschungen birgt: Zum Beispiel liebten Kinder in den 90ern den Fool’s-Garden-Hit „Lemon Tree“ offenbar so sehr, dass sie ihn zu Mockridges Klavierspiel allesamt auch zwei Jahrzehnte später auswendig mitgrölen können. Gleiches gilt nicht nur für sämtliche Eurodance-Gassenhauer und das Backstreet-Boys-Oeuvre, sondern ebenso für die Titelmelodien von TV-Serien wie „Gummibärenbande“, „Kickers“ und „Mila Superstar“.

Trotz all der medialen Bespaßung hält Mockridge seiner Generation im Gestus eines Altvorderen zugute, „dass wir noch richtig gespielt haben und uns langweilen konnten“. Für Kinder der 2010er sicher unvorstellbar – so ein Leben ohne Smartphone, als man mit einem Handy „nur telefonierte, SMS schrieb, ,Snake’ spielte und für 400 Euro im Monat Klingeltöne kaufte“. Mittlerweile haben die 90s-Kids den Sprung ins App-Zeitalter freilich souverän gemeistert: „Wenn dir heute langweilig ist, gehst du auf Facebook“, weiß der Comedian – und wischt sich durch 490 Fotos einer wildfremden Grillparty.

So etwas wiederum kostet wohl so viel Zeit, dass von den 2000 geschätzten Bandmitgliedern in der Pause nur 18 dem Aufruf folgen, etwas an Mockridges Facebook-Pinnwand zu heften. „#Hose bitte noch tiefer“, lautet die Bitte von Maggie und Gabby. Kai geht noch weiter und fordert „Ausziehen!“. Aber den Gefallen tut Mockridge ihm nicht. „Never fuck the band“, erläutert er später, „das war schon bei der Kelly Family das Problem.“

Liebe hingegen duldet er bei Leipzig-a-zig-ah! In einer Gegenwart, in der im Netz Hass wuchere, gegen Flüchtlinge und sonst alles, sei es großartig, „wenn 2000 Leute einfach mal zusammen ,Coco Jamboo’ singen“. Sehr wahr. Und eine letzte überraschende 90er-Jahre-Erkenntnis: Im Wandel der Zeiten kann aus Eurodance-Trash sogar eine Friedensbotschaft erwachsen.

Von Mathias Wöbking

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