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DEFA-Chefindianer Gojko Mitic wird 70

DEFA-Chefindianer Gojko Mitic wird 70

Er gilt als der Pierre Brice des Ostens. Gojko Mitic, bekannt aus Filmen wie „Chingachgook, die große Schlange“ und „Die Söhne der großen Bärin“, feiert am 13. Juni Gojko Mitic seinen 70. Geburtstag.

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Der Schauspieler Gojko Mitić beim Tages der offenen Tür beim Bundesrat in Berlin. (Archivfoto, Mai 2006).

Quelle: dpa

Berlin. Der einstige Chef- Indianer hat über die Jahre eine weitere Leidenschaft entdeckt.

Lange schwarze Haare, die von einem Stirnband gehalten werden, unergründlicher Blick, muskulöser Körper, Mokassins und fransige Lederhosen – die Rolle des Indianers war Gojko Mitic wie auf den Leib geschneidert. In Ostdeutschland hat er einen fast 100-prozentigen Wiedererkennungswert. Fans reden von ihm auch heute meist nur mit dem Vornamen. Vielen ist er von frühester Kindheit ein treuer Begleiter.

Alter ist für Mitic eine Frage der Einstellung. „Es kommt von innen heraus“, ist er sich sicher. Über anerkennende Worte zu seinem Aussehen – immer noch volles Haar, wenn auch heute grau – freut er sich schon. Und Fragen nach Tipps und Tricks wie er das schafft, muss er schon seit Jahren beantworten: Konsequenter Verzicht aufs Rauchen, gesundes Essen mit viel Gemüse und wenig Fett, regelmäßig Sport und mäßig Alkohol. Und ein striktes „No“ zu Schönheitsoperationen, um sich auch noch im Spiegel zu mögen. Dabei belässt er es, denn weitere Fragen zu seinem Privatleben umschifft er immer charmant. Über seinen runden Geburtstag will er überhaupt nicht reden.

Die DDR-Filmgesellschaft DEFA wollte in den 1960er Jahren ein Pendant zu den im Westen beliebten Karl-May-Verfilmungen setzen. Zwischen 1966 und 1985 kamen aus den Studios in Potsdam-Babelsberg 15 Streifen, die damals ein Millionenpublikum fanden. Mit dem jungen, 1,80 Meter großen in Jugoslawien geborenen Mitic fand man schnell einen Star, der auch vom Aussehen her perfekt in die Rolle passte. Bereits in den 1960er Jahren hatte er im Westen in Karl-May-Filmen mitgespielt.

Mitic gab in den DDR-Indianerfilmen die Häuptlinge Chingachgook, Ulzena oder Tecumseh. Er überzeugte vor allem seine raumgreifende Präsenz. In seiner Heimat, dem heutigen Serbien, absolvierte er Studium zum Sportlehrer und eine Schauspielausbildung. Wagemutige Stunts übernahm er selbst. Bei rasanten Ritten durch die Weiten der Prärie – die bei den Filmarbeiten irgendwo im Brandenburgischen gedreht wurden – saß er majestätisch auf dem Pferd.

Auch wenn er zu DDR-Zeiten in einem Science-Fiction-Streifen und in Fernsehproduktionen vor der Kamera stand oder Regie bei Kinderfilmen führte: Seine Popularität verdankte er vor allem den Indianer-Rollen. Das brachte ihm waschkörbeweise Fanpost ein. In Kinderzimmern prangten Poster von ihm in seiner Paraderolle als mutiger Indianer, der sein Volk verteidigt.

Seine Beliebtheit vor allem bei Kindern erklärt er sich, dass er immer den guten Indianer spielte. Die DDR-Rockgruppe Winni II besang ihn, seine spielenden Muskeln und die starken Fäuste. Die Musiker outen sich als Fans: „He, Gojko, Gojko, du bist ganz groß!“

Mit der Wende bleibt Mitić dem bekannten Terrain treu. 1992 wird er für die Karl-May-Festspiele in Bad Segeberg als „Winnetou“ engagiert. Die Film-Paraderolle von Pierre Brice hatte er bis dahin kein einziges Mal gespielt. In 15 Spielzeiten gibt er dann den stolzen Häuptling der Apachen. Bei mehr als 1.000 Aufführungen steht er als Winnetou auf der Bühne und begeistert das gesamtdeutsche Publikum. Im Jahr 2006 tritt er dort als bis dato dienstältester Winnetou ab.

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Gojko Mitić bei der Party zum 10-jähren Jubiläum der ARD-Arztserie „In aller Freundschaft“ im Neuen Rathaus in Leipzig (Archvbild, Oktober 2008).

Quelle: dpa

Mitic ist auch in TV-Produktionen zu sehen und bleibt dem Theater treu. In „Einer flog über das Kuckucksnest“ spielt er am Schweriner Staatstheater von 2007 bis 2009 den Indianer-Häuptling Bromden. Bei den Schlossfestspielen 2009 übernimmt er die Hauptrolle in „Alexis Sorbas“. Hier kommt es auch auf eine seiner weiteren Leidenschaften an, das Singen. Die Plattenfirma Amiga hatte bereits einige Platten mit ihm herausgegeben.

Der in Berlin lebende Schauspieler, hat gerade eine Episodenrolle in der ARD-Reihe „Commissario Laurenti“ abgedreht. Im Sommer steht er vor der Kamera für die ZDF-Serie „Notruf Hafenkante“. Dort in der Rolle eines Zirkusdirektors.

Gudrun Janicke, dpa / hog

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