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DJ-Duo „Gestört aber geiL“ liefert Schmusemusik statt störender Beats

Haus Auensee DJ-Duo „Gestört aber geiL“ liefert Schmusemusik statt störender Beats

Das fulminant aufgestiegene DJ-Duo „Gestört aber GeiL“ hat mit „Unter meiner Haut“ und „Ich & Du“ Chart-Erfolge gelandet. Das Haus Auensee war am Freitagabend somit wenig verwunderlich das bereits vierte ausverkaufte Konzert von Spike*D und Nico Wendel in Folge. Die Musik der beiden Künstler ist nicht unumstritten und stößt oft auf Gegenwind. Auch in Leipzig bleiben nicht alle Wogen glatt.

Partystimmung: Nico Wendel (links) und Spike*D im ausverkauften Haus Auensee.

Quelle: Gestört aber GeiL

Leipzig. Die bisher durch alle möglichen Dorf- und andere Diskos ziehenden Jungs von Gestört aber GeiL finden sich nun auf einer zusammenhängenden Tour wieder. Und „Jungs“ trifft es bereits sehr gut. Nicht nur auf Promoplakaten sehen die zwei DJs wie Schuljungen aus. Aber einmal weg von Äußerlichkeiten, denn, wie wir alle wissen, zählen ohnehin nur die inneren Töne. Und die Lieder des aus Erfurt und Sangerhausen stammenden Doppelgespanns polarisieren. Entweder man feiert sie oder findet sie richtig ungeil.

Die Kritik an der Musik ist auch auf der groß angelegten Albumtour nicht zu widerlegen. Die Lieder lassen sämtliche Raffinesse vermissen – vorhersehbar, unkompliziert, dazu einfache Zeilen zum Mitsingen. Irgendwo zwischen Schlager und melodischem House. Kopf auf Standby und den Körper auf Auto-Tanz-Modus. Das klappt dann auch: Spätestens bei „Unter meiner Haut“ oder dem Joris-Remix zu „Herz über Kopf“ füllt ein Meer aus jungen Mädchenstimmen den Saal. Den kompletten Refrain über ist das Publikum lauter als jeder Verstärker. Zu „Sommerregen“ wird Toni Kraus als „Überraschungsgast“ auf der Bühne willkommen geheißen, um das Lied, dem er seine Stimme leiht, live zu singen. Kommt ebenfalls ganz gut an.

Schmusen statt stören

Der Name des DJ-Duos setzt sich aus „gestörten“ Elektrobeats und „geilen“ Housetracks zusammen. Gestörte Elektrobeats? Fehlanzeige. Vielmehr kommt Schmusestimmung auf, die den ganzen Auftritt über nicht abreißt. Das Einzige, was kurz stört, ist ein Technikausfall, der schnell mit einem Liedneustart und den Worten: „Und noch mal“, abgetan ist. Pünktlich zur Halbzeit schmettert „I Want It That Way“ aus den Boxen, ursprünglich mal von den Backstreet Boys.

Das neben unzähligen anderen Remixes gespielte und von jedem im Saal erkannte Lied sorgt jedoch kaum für Abwechslung. Also gibt es einen zweiten Überraschungsgast. Auch hier wird gecovert: Nach dem eigenen monoton stampfenden House-Lied „My Pain“ performt Andreas Kubat, Sänger der Elektropop-Band Northern Lite, „Clocks“ von Coldplay. Das alles passt auch gut und gerne in den ZDF-Fernsehgarten. Was an sich nichts Schlimmes ist. Da haben immerhin schon Motörhead gespielt. Auch wenn das beinahe 35 Jahre her ist.

Alles erinnert zunehmend mehr an einen Abend im TV-Club als an ein Konzert. Macht nichts! Den GaG-Huldigern gefällt’s – gestört, aber für viele: „whoop whoop – hey“, wie es immer wieder durch das Publikum schallt. Nach dem Dance-Remix zu Glasperlenspiels „Geiles Leben“ werden, ohne überhaupt den Platz am Pult verlassen zu haben, zwei Zugaben jeweils mit den Worten „Einer hat noch gefehlt, oder?“ nachgelegt. „Ich & Du“ sowie „Glücklich wie die Kinder“ sorgen schließlich auch beim Letzten für die vollendete Heiterkeit.

Sicher scheint: Die Jungs werden weiterhin Hallen bis oben füllen. Ganz einfach, weil der Helene-Fischer-Schlager-Stil, gepaart mit Pyro-Show, Konfettiregen unterlegt mit Housebeats, viele Herzen höher schlagen lässt.

Von Mathias Schönknecht

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