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Da staunst du - Teil 69: das Leipziger Schillerhaus

Da staunst du - Teil 69: das Leipziger Schillerhaus

Im Jahr 1015 wurde "urbs libzi" erstmals erwähnt. Zum Jubiläum Leipzigs 2015 zeigt die Serie "Da staunst du -" 100 Facetten der 1000-Jährigen. Heute Teil 69: das Schillerhaus.

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Quelle: Archiv

Gebaut wurde es als Wohnstallhaus eines typischen kleinbäuerlichen Dreiseitenhofes im Jahr 1717 - damit ist es das älteste erhaltene Bauernhaus auf dem Leipziger Stadtgebiet.

Dass das Gebäude überhaupt noch steht, ist dem Schillerverein zu verdanken. Er kaufte es im Jahre 1856 und verhinderte so den Abriss. Geldgeber waren unter anderen die Verleger Brockhaus, Hirzel, Teubner und Cotta.

Friedrich Schiller (1759-1805) bewohnte das Obergeschoss des Hauses, das zum Sommerquartier für Gäste ausgebaut wurde, im Sommer 1785.

Der damals 25-jährige Schiller schreibt in Gohlis sein Lied "An die Freude", das er später in Dresden vollendete, und arbeitet am "Don Carlos". Das Museum besitzt davon eine eigenhändige Manuskriptseite - eine große Besonderheit.

Zur selben Zeit wie Schiller wohnte der Verleger Georg Joachim Göschen, der ihm das Quartier vermittelt hatte, im ehemaligen Stallteil des Gebäudes.

Lange Zeit war das Haus vergessen - als Domizil des Dichters. Robert Blum, damals Theatersekretär und späterer Revolutionär, entdeckte es wieder.

Mit der feierlichen Enthüllung der neu errichteten Ehrenpforte wurde am 11. November 1841 eine Gedenkstätte eingeweiht. Ein Jahr später entstand der Schillerverein, dem Blum bis 1847 vorstand.

Das Schillerhaus ist inzwischen Deutschlands älteste Literaturgedenkstätte.

Im März 1995 musste das Gebäude wegen Einsturzgefahr gesperrt werden, danach folgten bauarchäologische Untersuchungen. Dabei wurde - unter 25 Farbschichten - auch die Ausmalung der Schillerstube aus dem Jahre seines Aufenthaltes ermittelt. 1841 wurden jene die Decke rahmenden Bänder zwar in Schriften erwähnt, aber erst 1998 entdeckt.

Nach der Sanierung 1998 wurde im Jahr 2002 die Gartenanlage nach historischem Vorbild als Bauerngarten neu gestaltet.

Heute ist das Haus Treffpunkt für Kunst- und Literaturfreunde. Seit fünf Jahren zeigen Schüler vom Friedrich-Schiller-Gymnasium das Stück "Ein Sonntag Morgen bei Oma Schneider" als gespielte szenische Führung.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 12.11.2014

Orbeck, Mathias

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