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Dämonen in Dresden - Neues weibliches Ermittler-Duo im ZDF-Krimi

Dämonen in Dresden - Neues weibliches Ermittler-Duo im ZDF-Krimi

Eine nächtliche Explosion schreckt eine Plattenbausiedlung in Dresden auf. In der Wohnung liegt die verkohlte Leiche eines jungen Mannes, seine Freundin überlebt.

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Die Schauspielerinnen Anja Kling (r), in der Rolle der Dresdner Hauptkommissarin Bärbel Wallenstein, und Lisa Tomaschewsky in der Rolle ihrer Tochter Kim.

Quelle: dpa

Dresden. Verbrennungen hat sie kaum, dafür schwere Entzugserscheinungen. Hauptkommissarin Bärbel Wallenstein (Anja Kling, „Der Rücktritt“) kommt bei den Ermittlungen nicht nur der Crystal-Meth-Szene und fremden Familiendramen gefährlich nahe. In ihrem ersten Fall im ZDF muss sie sich auch mit der eigenen Vergangenheit auseinandersetzen.

Nach zehn Jahren Funkstille steht Tochter Kim (Lisa Tomaschewsky, „Heute bin ich blond“) im Büro - als neue Kollegin. In dem Krimi „Die Wallensteins - Dresdner Dämonen“, der am Samstag um 20.15 Uhr im Zweiten läuft, birgt diese Konstellation mächtig Zündstoff.

Privat und beruflich prallen Generationen, Temperamente, Lebenswelten sowie Alt und Jung aufeinander: Die Mutter lebt idyllisch in einem alten Bauernhaus an der Elbe ihren Hippie-Traum, hat einen Kollegen als Lover und hält nichts von klassischer Musik. Die Tochter bezieht ein modernes Loft, will auf der Dienststelle nicht geduzt werden und liebt Musik von Wagner. Beruflich setzt Bärbel auf feminine Intuition und klare Fakten, atmet und fühlt das Verbrechen an den Tatorten nach. Die ehrgeizige Jungkriminalistin nutzt neue Technik, arbeitet hochanalytisch, setzt ihre Reize ein und unternimmt gefährliche Alleingänge, um ans Ziel zu kommen.

Obwohl sie sich sehr ähnlich sind, steht Kims angestaute Wut zwischen den Wallensteins. Dabei hatte sie früher ein enges Verhältnis zur Mutter, bis sie erfuhr, warum sich ihr Vater nicht meldete: Bärbel hatte ihm die Schwangerschaft verheimlicht, nachdem er sie verlassen hatte. Nach zehn Jahren Funkstille treffen nun nicht nur die übliche Konkurrenz zwischen Mutter und Tochter aufeinander, sondern auch Emotionalität und Rationalität.Regisseur Carlo Rola („ Krupp - Eine deutsche Familie“) inszenierte die Geschichte zwischen der barocken Altstadt und einer der DDR-Plattenbausiedlungen. Im schnellen Wechsel blickt der Zuschauer immer wieder in Abgründe: auf skrupellose Drogenhändler, ihre Handlanger und windigen Anwälte, von Crystal Meth gezeichnete menschliche Wracks, zerstörte Beziehungen und haltlose Jugendliche.

Die Drehbuchautoren Christoph Silber und Thorsten Wettke sparten dabei nicht an Komik, etwa wenn biedere Elbhang-Bewohner ihre Drogenküche im Garten mit ihrem Kampf um den Sohn erklären oder Kim per Handykamera Mutter und Liebhaber stalkt. Der Pilotfilm der neuen Samstagskrimi-Reihe beleuchtet ein reales Problem der Region: Sachsen wird mit Crystal, vor allem aus Tschechien kommend, überschwemmt. Die synthetische Droge nimmt von dort aus auch den Weg gen Westen.

Zum Ermittlerteam der Wallensteins gehören Tobias Oertel als Kriminaltechniker Fabian Widlitz und Christian Erdmann als Rechtsmediziner Raiko. Auch die Elternfiguren der Explosionsopfer sind mit Benjamin Sadler, Andreas Schmidt und Inka Friedrich prominent besetzt. Auch ihr Verhalten führt die Kommissarinnen zunächst in die Irre, der erste Fall endet überraschend.

Der private Konflikt zwischen Mutter und Tochter wird in knapp 90 Minuten nicht gelöst, aber die Hürden scheinen überwindbar. Und es soll weitergehen mit den Wallensteins, wie eine ZDF-Sprecherin sagte. „Der zweite Film ist in Planung.“

Simona Block, dpa

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