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Dampfmaschine wiederentdeckt

Museumsstück steht bei Privatmann Dampfmaschine wiederentdeckt

Aufmerksame Leipziger haben sie vermisst – jetzt ist zumindest ihr Verbleib aufgeklärt: Eine alte Dampfmaschine aus dem 19. Jahrhundert steht auf dem Grundstück eines Leipziger Künstlers, weil das Stadtgeschichtliche Museum keine Möglichkeit sieht, sie auszustellen.

Gesucht und gefunden: diese Dampfmaschine
 

Quelle: Stadtgeschichtliches Museum

Leipzig. Ein Fall ist ihm besonders in Erinnerung geblieben. „So etwa 1963/64 wurde eine historische Dampfmaschine aus dem 19. Jahrhundert in unsere Werkstatt gebracht“, erzählt er. Ihr Schwungrad sei über zwei Meter hoch gewesen. Nur der Dampfkessel habe gefehlt.

Trotzdem sei die alte Maschine wieder hergerichtet worden. Denn das staatliche Kontor wollte sie der Stadt Leipzig schenken – als Erinnerung an deren reiche Industriegeschichte. „Die Maschine stand dann im Alten Rathaus – im Durchgang, der den Markt mit dem Naschmarkt verbindet“, so Barth. „Doch dann war sie auf einmal verschwunden und kehrte nie zurück.“

So um das Jahr 2000 hat der Ruheständler im Stadtgeschichtlichen Museum nachgefragt und dort erfahren, dass die Maschine auf dem Firmengelände der Leipziger Stadtwerke an der Eutritzscher Straße stehe. „Bei einem Tag der offenen Tür bin ich dort mal hingegangen, doch unsere Dampfmaschine war nirgends. Auch alle mit denen ich sprach, konnten sich nicht an sie erinnern.“ Weil er aus eigener Kraft kein Licht ins Dunkel bringen konnte, klingelte er schließlich bei der LVZ an.

Auch auf LVZ-Anfrage hieß es bei den Stadtwerken, dass niemand eine historische Dampfmaschine kenne. Doch im Stadtgeschichtlichen Museum war dies anders. „Diese Maschine wurde in der Maschinenfabrik Gebrüder Sachsenberg in Roßlau gefertigt und 1868 in Kleinwölkau aufgestellt“, klärte dort Kuratorin Johanna Sänger auf. Das rund drei Tonnen schwere Teil mit Schiebesteuerung sei bis 1962 in der Brennerei des Rittergutes Kleinwölkau in Betrieb gewesen und danach ins Stadtgeschichtliche Museum gelangt. Es befinde sich auch nach wie vor in der Sammlung des Museums. Im vergangenen Jahr sei es sogar als eines der wichtigsten Objekte zur Stadtgeschichte beschrieben worden: Ein Text im noch erhältlichen Jubiläumsbuch „100 x Leipzig. Tausend Jahre Geschichte“ erzählt anhand dieser Maschine die Industrialisierung im 19. Jahrhundert. „Technik-Fans können sie auch googeln“, so die Kuratorin. „Sie ist unter der Inventarnummer V/451/2009 in der Objektdatenbank des Stadtgeschichtlichen Museums im Internet verzeichnet.“

Ausgestellt ist die Maschine allerdings nicht im Museum. „Aus konservatorischen Grünen und aufgrund ihrer Größe kann sie zurzeit nicht ausgestellt werden, sondern wurde von uns eingelagert“, so die Konservatorin. LVZ-Recherchen ergaben, dass sie auf dem Privatgrundstück eines bildenden Künstlers in Leipzig steht. Die Maschine sei dort, weil das Museum nicht genug eigene Lagerkapazitäten für Stücke dieser Größenordnung besitzt, so die Kuratorin. Es gebe mit dem Privatmann einen Vertrag über die Ausleihe.

Rentner Klaus Barth würde das Stück trotzdem gerne wieder öffentlich zugänglich sehen. „Ein Standort bei den Stadtwerken wäre gar nicht schlecht“, meint er. Kuratorin Sänger will dies nicht ausschließen. „Es gibt in Leipzig leider kein Technik-Museum“, sagt sie. „Wenn die Stadtwerke eine Art kleines Technik-Museum einrichten würden, wäre es sicher möglich, die Maschine dort aufzustellen.“

Von Andreas Tappert

Leipzig, Böttchergäßchen 3 51.34183 12.37643
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