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Das Ende ist nah! - Deutschlandpremiere von Emmerichs „2012“

Das Ende ist nah! - Deutschlandpremiere von Emmerichs „2012“

Weltuntergangs-Stimmung in Berlin. Feuer spuckende Vulkane, gewaltige Erdbeben und Monster-Tsunamis bedrohen den Fortbestand nicht nur der Hauptstädter. Die ganze Menschheit treibt der deutsche Hollywood-Regisseur Roland Emmerich in seinem Actionspektakel „2012“ an den Rand des Abgrunds und darüber hinaus.

Berlin. Am 8. November feierte der 53-jährige Emmerich mit seinen Hauptdarstellern John Cusack und Amanda Peet die Europapremiere der Apokalypse, die sich nach einer Prophezeiung der alten Mayas genau am 21. Dezember 2012 ereignen soll.

 

Das Publikum - das kurz und kräftig applaudierte - wurde in 158 Kinominuten im wahrsten Sinne des Wortes überwältigt: von der leidenschaftlichen Zerstörungswut Emmerichs und seiner pathetischen Botschaft, dass am Ende nur die Liebe hilft. Wenn sich die Erde auftut und halbe Kontinente verschlingt, muss immer noch Zeit sein, sich bedeutungsschwanger ein „I Love You“ zuzuraunen.

 

Im wirklichen Leben ist Emmerich etwas pragmatischer. „Ich versuche, mein Leben so zu leben, als wäre jeder Tag der letzte“, sagte er in einem Interview der Deutschen Presse-Agentur dpa. „Weil ich weiß, dass jederzeit ein Laster kommen kann, der über mich drüber fährt. Von daher bin ich relativ fatalistisch.“

 

„2012“ übertrifft in seiner Gigantomanie noch Emmerichs bisherige Special-Effects-Werke wie „Independence Day“ oder „The Day After Tomorrow“. Auch wenn die Wissenschaft überzeugt ist, dass es am 21. Dezember 2012 weder einen apokalyptischen Einschlag eines Himmelskörpers geben wird und sich auch nicht die magnetischen Pole der Erde umkehren werden - Emmerichs Endzeit-Vision ist bis ins Detail raffiniert ausgemalt. Da bleibt sich der Schwabe treu, der als erfolgreicher „Spielbergle aus Sindelfingen“ seit Jahren in Hollywood lebt und arbeitet.

 

In seinem 200-Millionen-Dollar-Film sollen futuristische Archen wenigstens einen kleinen, ausgewählten Teil der Menschheit retten. In Washington regiert immer noch ein schwarzer Präsident (Danny Glover). Deutschland wird von einer Kanzlerin Merkel vertreten, die im Jahr 2012 mit einer neuen Frisur überrascht. Der italienische Ministerpräsident wird es übrigens ebenso wie der US-Präsident am Ende vorziehen, bei seinem Volk auf der heimgesuchten Erde zu bleiben statt in eine der Archen zu steigen.

 

Regierungsspezialisten mit dem Geologen Adrian (Chiwetel Ejiofor) an der Spitze versuchen, die Auslöschung der Erde noch abzuwenden. Dabei geraten sie sich über die Frage in die Haare, ob es richtig war, die milliardenteuren Tickets für die rettenden Archen ausschließlich an die Reichen, Berühmten und Mächtigen zu verteilen.

 

Währenddessen verbringt in Kalifornien der gescheiterte Schriftsteller und getrenntlebende Ehemann Jackson (John Cusack) ein problematisches „Papa-Wochenende“ mit seinen zwei Kindern. Dabei kommen sie unversehens dem Ort zu nahe, an dem die Katastrophe ihren Anfang nimmt. Doch Jackson bekommt einen Tipp, wie sie sich vielleicht doch noch retten können.

 

Weite Landstriche sind schon im Meer versunken, Züge und Autos fallen vom Himmel, und Elefanten und Giraffen werden Richtung Arche ausgeflogen. Doch Jackson gelingt es nicht nur, ein Flugzeug zu kapern. Im Weltuntergangs-Chaos schafft er es sogar, seine eigentlich wieder neu liierte Ehefrau (Amanda Peet) zurückzuerobern. Am Ende beginnt ein neuer, heller Tag. Die Hoffnung schlägt wilde Funken. Und die Zukunft liegt nach Emmerichs Prognose in Afrika.

Elke vogel, dpa

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