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Das Monster ist noch nicht besänftigt: Kiss rocken 16.000 Fans auf der Berliner Waldbühne

Das Monster ist noch nicht besänftigt: Kiss rocken 16.000 Fans auf der Berliner Waldbühne

Die Mona Lisa als Gothicvamp mit weißgeschminktem Gesicht und schwarzem Blitz über dem Auge, ein roter Kussmund auf dem Busen: T-Shirts mit Aufdrucken wie diesem füllten am Mittwoch die Hauptstadt.

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Kiss-Bassist Gene Simmons und seine Kollegen rockten am Mittwochabend die Waldbühne in Berlin. Es war der einzige Auftritt der Gruppe auf ihrer Monster Tour 2013 in Deutschland.

Quelle: dpa

Berlin. Denn weil die Band Kiss auf ihrer „Monster"-Tour nur einmal Station in Deutschland machte, strömten Anhänger aus der ganzen Republik zur Berliner Waldbühne. Mit rund 16.000 Fans feierten die Rockgiganten ihren 40. Bandgeburtstag.

"Ik bin ein Berliner", sagt Sänger Paul Stanley eine Woche vor dem Deutschland-Besuch seines Präsidenten Barack Obama. Und fährt in seiner leicht kieksigen Stimme, die beim Singen plötzlich chorjungenklar wird, fort: "Wir spielen jetzt einen Song aus den 90ern. Also einen der jüngeren."

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Berlin. Die Mona Lisa als Gothicvamp mit weißgeschminktem Gesicht und schwarzem Blitz über dem Auge, ein roter Kussmund auf dem Busen: T-Shirts mit Aufdrucken wie diesem füllten am Mittwoch die Hauptstadt. Denn weil die Band Kiss auf ihrer „Monster"-Tour nur einmal Station in Deutschland machte, strömten Anhänger aus der ganzen Republik zur Berliner Waldbühne. Mit rund 16.000 Fans feierten die Rockgiganten ihren 40. Bandgeburtstag.

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Kaum zu glauben, dass der Mega-Hit „I Was Made for Lovin’ You" schon aus dem Jahr 1979 stammt, "Rock and Roll all Night" gar aus dem Jahr 1975. Dennoch reißen diese Titel auf der Waldbühne trotz leicht schrebbeliger Technik die Massen mit. Die Band, die schon 1978 ein Greatest-Hits-Album herausbrachte und mit den zehn Jahre älteren Rolling Stones zur Rentenfraktion des Rock gehört, beweist in Berlin, dass das "Monster" in ihnen noch nicht besänftigt ist. Bassist Gene Simmons lässt blutroten Saft aus seinem Mund laufen und reißt seine Augen gespenstisch weit auf. Auf Plateauschuhen, die zum traditionellen Bühnenoutfit der Band gehören, eine so exzessive Show durchzustehen, ist schon eine Leistung. Immer wieder werden bunte Feuerwerkskörper in den blauen Himmel geschossen, manchmal aus Gitarren.

Fans lassen sich von Kostümen inspirieren

Markenzeichen der Rocker sind die geschminkten Gesichter, die schon auf dem Titel des Debütalbums „Kiss" zu sehen waren. Wie alte Kriegermasken drücken sich in den Gesichtskunstwerken die Macht und Energie der Musiker aus: Das Sternenkind (Stanley), der Dämon (Simmons), der Spaceman (Leadgitarrist Tommy Thayer) und der Katzenmann (Schlagzeuger Eric Singer) haben auf der Bühne feste Rollen. Dazu die Phantasiekostüme, die einer der fantastischen Drachenwelten-Videos entsprungen zu sein scheinen, die im Hintergrund auf der Leinwand zu sehen sind. Die Fans haben sich inspirieren lassen, einer läuft im Morphsuit mit umschminktem "Auge" herum.

„Dressed to Kill" und „Creatures of the Night" – die Albumtitel waren schon immer härter als die Musik der Band, deren massenkompatible Mischung aus Balladen und schnellen Nummern gerne mal als „Glam Rock" belächelt wird. Dennoch ist der Name „Kiss" in der Rockwelt groß. Zur „Kiss Army", so der Name des großen US-Fanclubs, gehören Mitglieder von Metallica über Nirvana bis zu Lordi, Pearl Jam und Green Day. Und der Berliner Radio-Rocksender „Star FM", für den Pop ein Schimpfwort ist, hatte das Konzert auf der Waldbühne schon Monate im Voraus als DAS Ereignis im Berliner Rocksommer gefeiert. "Hell Or Hallelujah" - diese Frage der Single aus dem aktuellen "Monster"-Album beantworten "Kiss" eindeutig mit einem Plädoyer für die Hölle. Flammen züngeln um die Musiker, die nach Rocky Horror Picture Show aussehen und sich im Song "Eat your Heart out" anzüglich an die weiblichen Fans wenden.

Faltenfreie Halbjahrhunderttour?

Wenn man über Kiss spricht, erscheint das Klischee der „Kultband" verlockend: Es gibt Kiss-Puppen, Schminksets, ein Tribute-Album mit Beiträgen von so unterschiedlichen musikalischen Größen wie Lenny Kravitz, den Mighty Mighty Bosstones oder den Ärzten - und in South Carolina gar das „Kiss Coffeehouse".

Kiss war immer schon mehr als Musik. Die Band ist für die skurrile Selbstinszenierung bekannt, die sich jetzt auch in Berlin beobachten ließ: 1996 lud Kiss zu einer Pressekonferenz an Bord der USS Intrepid in New York ein, wo die Musiker ihre „Pläne zur Erringung der Weltherrschaft" verkündeten, ein Jahr zuvor feierten sie sich mit der „Worldwide Kiss Convention Tour" selbst. Jede Convention dauerte einen ganzen Tag, alte Bühnenoutfits der Band wurden wie Reliquien präsentiert. Vielleicht gibt es in zehn Jahren dann ja eine Halbjahrhunderttour. Unter all der Schminke sieht man auch die Falten nicht.

Nina May

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