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Dasein als Design: Zum Tod von Ulrich Strube

Maler gestorben Dasein als Design: Zum Tod von Ulrich Strube

Der Leipzig Maler und Grafikdesigner Ulrich Strube ist tot. Er starb bereits in der vergangenen Woche.

Ulrich Strube

Quelle: dpa

Leipzig. Am 30. November starb, wie erst jetzt bekannt wurde, Ulrich Strube. Der Maler und Grafikdesigner wurde nur 61 Jahre alt. Er war ein umtriebiger Mensch und Künstler, der zu gern die Öffentlichkeit suchte, die aber nicht, um sich darzustellen, sondern um der Sache wegen. So zum Beispiel mit der Ausstellung „Plakat sozial“, die er vor Jahren in Leipzig als Vorsitzender des Bundes mitteldeutscher Grafikdesigner initiiert hatte und die von Meistern ihres Fachs von hier oder auch internationaler Herkunft Kommentare zur Zeit bot.

Der Atomunfall von Fukushima war gerade ein großes Thema. „Was die Künstler ansprechen, sind die Probleme, die mich jeden Tag bewegen. Wenn mein verehrter Kollege Gert Wunderlich die klassische Weisheit des Philosophen Protagoras ,Der Mensch ist das Maß aller Dinge‘ kritisch unter die aktuelle Lupe nimmt, so spricht er mir damit genau so aus dem Herzen wie der Amerikaner Taber Calderon, der mittels einer abgebrochenen Leiter symbolisiert wie schwer es doch ist, zu Reichtum zu gelangen.“ Strube hielt mit dem von ihm geleiteten Verband auch eine der Traditionen Leipzigs hoch. 1920 hatte hier die erste Werbemittelausstellung stattgefunden, 1926 war hier der Bund der deutschen Grafikdesigner gegründet worden. Auf diese Traditionen berief sich Strube zu gern, meinte er doch: „Alles Dasein ist Design.“ Zu den Erkennungsmarken, die er entwarf, gehört die fürs Wasserfest.

Ulrich Strube war Ur-Leipziger. Er studierte an der Hochschule für Grafik und Buchkunst. Als Maler und Grafiker war er sein Leben lang auf (Selbst)-Suche. Nie angepasst, behandelte er Themen, die mit der kritischen Sicht auf das Jetzt verbunden waren. Bis zum großen politischen Umbruch fanden seine Bilderwelten vor allem in Schwarz-Weiß statt. Das war seine Reaktion auf die politischen Umstände, in denen er lange lebte. Nach 1990 entdeckte Strube die Farbe. Endlich konnte auch er reisen: „Immer wieder in die Sonne Italiens. Wenn das Leben Spaß macht, dann kann man nicht mehr schwarz-weiß malen.“  Eine seiner letzten Ausstellungen war vor Jahresfrist unter dem Titel „Der widerspenstige Strube“ zu sehen. Besser konnte ein zu kurzes Künstlerleben nicht reflektiert werden .

Thomas Mayer

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