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Der Fockeberg ruft – MaleLE kommt

Der Fockeberg ruft – MaleLE kommt

Die passionierte Zeichnerin Dorrit Schirmer ist die Erste auf dem Berg. Der Rest der Teilnehmer der samstäglichen Aktion von MaleLE lässt noch ein wenig auf sich warten.

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Dorrit Schirmer und Rainer Schade beim malen in Aktion.

Quelle: André Kempner

Leipzig. Das hält sie nicht von ihren Vorbereitungen ab. Sie platziert schon einmal ihre Utensilien inklusive eines kleinen Hockers und wartet anschließend auf die Ankunft von Rainer Schade.

Die Initiative der Leipziger Volkszeitung zum „Malen für einen guten Zweck“ findet die Leipzigerin klasse. Doch sie gibt unumwunden zu, dass sie am Samstag auch wegen Rainer Schade auf den Fockeberg gekommen ist. Vom bekannten Grafiker und Maler erhofft sich Dorrit Schirmer Anregungen und Tipps für ihre Stadtansichten. Schließlich quält sich Schade mit Verpflegungskisten – er spendiert Wasser und Bier – den Weg bergauf und kommt nur mit geringer Verspätung. Wer die beste Aussicht auf die Stadt haben möchte, der muss eben hinauf auf das „Dach“ von Leipzig.

Rainer Schade hat selbst jahrelang in der Nähe des Fockebergs gewohnt, kennt die schöne Aussicht und will mit dem Pleinair seinen Teil zu MaleLE beitragen. Weitere Kunstinteressierte gesellen sich zur Gruppe.

Bevor die Teilnehmer aber Bleistift, Pinsel und Zeichenblock zücken, gibt Schade erst einmal kurze Hinweise. Denn die Schwierigkeit besteht ja darin, aus der großen dreidimensionalen Panoramasicht ein zweidimensionales Bild auf das Blatt zu bringen und mit den Relationen zu spielen.

Es gehe laut Schade bei Stadtansichten nicht darum, realistische Darstellungen zu produzieren, sondern neue Blickwinkel zu entdecken und über die eigenen Sehgewohnheiten nachzudenken. „Jeder sieht etwas anderes. Daraus schafft man sich sein eigenes Motiv“, so der Grafiker und Rektor der der Werkakademie Leipzig. Nach der Instruktion nimmt er selbst den Kohlestift in die Hand und beobachtet nebenbei, wie sich die Teilnehmer an den Formen, Farben und Größenrelationen ausprobieren.

Eine von ihnen ist Kristina Skorniakova. „Ich hatte einfach Lust mal wieder zu zeichnen“, nannte sie den ganz banalen Grund für ihr Kommen. Nun stellt sie auf dem Fockeberg fest, dass man auch in der eigenen Stadt noch neue Dinge entdecken kann; sie sucht sich einen Platz mit Blick Richtung Altes Rathaus. An MaleLE findet Kristina Skorniakova beeindruckend, wie viele bekannte Persönlichkeiten ein Bild abgegeben haben. Und auch die junge Leipzigerin hat am Ende des Tages auf dem Fockeberg ihre Zeichnung für den karitativen Zweck aufs Papier gebracht.

Wieder ein Bild, ein Mosaikstein  mehr für eine Aktion, deren Erlös karitativen Einrichtungen zukommt. 

Constantin Eckner

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