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Der Kriegsfotograf James Nachtwey wurde mit dem Dresden-Friedenspreis geehrt

Der Kriegsfotograf James Nachtwey wurde mit dem Dresden-Friedenspreis geehrt

Dresden. Menschenfreund und Mann des Friedens: Der New Yorker Fotograf James Nachtwey ist mit dem Dresden-Friedenspreis geehrt worden.

Die mit 25.000 Euro dotierte Auszeichnung wurde dem 63-Jährigen am Samstag bei einem Festakt in der Semperoper verliehen. Sie wird von der Klaus Tschira Stiftung (Heidelberg) und den „Friends of Dresden" Deutschland vergeben. Regisseur Wim Wenders würdigte Nachtwey als „Menschenfreund" und „Mann des Friedens". Nachtwey nahm die Ehrung in Form einer Künstlerplastik stellvertretend für seine Kollegen entgegen, die wie er mit ihrer Arbeit unter Einsatz ihres Lebens „dem Krieg den Krieg erklärt" haben.

„Da, wo Andere nichts wie weg wollen, da begibt er sich hin", sagte Wenders. Damit setze er dem Krieg etwas entgegen - „sich, seine Sicherheit, sein Leben, seine Zuneigung, seine Überzeugung". Seine Bilder zeigten auch ein Abbild seines Herzens, seiner Seele, seines Geistes und seines Gemüts. „Es sind Bilder von einem, der angesichts des Horrors vor seinen Augen eine Sehnsucht nach Gerechtigkeit hat." Dabei sehe Nachtwey nicht nur für sich allein. „Seinen Fotos ist allen eine Haltung gemein: das Bewusstsein, für andere zu sehen, sich auszusetzen, Zeugnis zu geben", sagte Wenders. „Dieser Mann ist ein Menschenfreund und deswegen ein Kriegsfeind."

"Bilder haben den Lauf der Geschichte verändert"

Nachtwey nahm den Preis für seine Kollegen an, „die manchmal ihr Leben verloren, um die schwer zu fassende Wahrheit zu verbreiten und denen eine Stimme zu geben, die sonst stumm wären", um die Entscheidungsträger zur Verantwortung zu ziehen für ihre Politik. Journalismus sei nie wichtiger als in Zeiten des Krieges. Fotos hätten Macht und Einfluss, weil sie oft anderes bezeugten als Politiker sagten. „Bilder haben Menschen aufgerüttelt und den Lauf der Geschichte verändert", verwies er auf Irakkrieg oder den Arabischen Frühling. „Krieg bedeutet Zerstörung, Gewalt, Tod, Barbarei, Irrsinn; ein Foto, das das zeigt, wird per Definition zum Antikriegsfoto." Er habe in seiner Laufbahn oft das Beste und das Schlimmste gesehen, was die Menschheit zu bieten habe. „Es sind oft die schlimmsten Umstände, die das Beste hervorbringen." Im Militärhistorischen Museum der Bundeswehr ist bis Ende Mai eine Ausstellung mit Nachtweys Arbeiten zu sehen, der als einer der bedeutendsten Kriegsfotografen der Welt gilt. Unter den rund 70 Aufnahmen wird erstmals in Deutschland der elf Meter breite Wandfries „Sacrifice" aus Fotos im Irakkrieg verwundeter US-Soldaten gezeigt. Der Dresden-Friedenspreis würdigt Leistungen von Menschen, die im Dienste des Friedens vor allem präventiv wirken und Eskalationen verhindern helfen. Die Auszeichnung wird seit 2010 jährlich im Umfeld des Jahrestages der Zerstörung Dresdens im Zweiten Weltkrieg verliehen und soll auch ein Zeichen gegen die Versuche der Vereinnahmung dieses Datums durch Neonazis setzen. Die Plastik ist einer in der Bombennacht vom 13./14. Februar 1945 beschädigten Brunnenfigur nachempfunden.

Simona Block, dpa

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