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Der Maler Aris Kalaizis über sich: "Im Grunde bin ich ein Zahnarzt"

Der Maler Aris Kalaizis über sich: "Im Grunde bin ich ein Zahnarzt"

Auch Aris Kalaizis hat den deutschen Papst Benedikt gemalt. Jetzt ist mit einem prächtigen Band das Werkverzeichnis des Leipziger Künstlers erschienen. Schon vor Michael Triegel, der bekanntlich 2010 von der Diözese Regensburg den Auftrag bekam, Benedikt XVI.

I. zu malen, wagte sich im Jahr davor ein hiesiger Bild-Künstler ohne Sponsor an den "Wir sind Papst" heran. Sein Name: Aris Kalaizis, griechischer Abstammung, doch waschechter Leipziger. Hier wurde er 1966 geboren.

Kalaizis' Papst-Bild heißt "make/believe", was man wohl mit "machen/glauben" übersetzen könnte. Es ist im Besitz eines Berliner Sammlers und nun für jedermann zu sehen in einem prächtigen Werkverzeichnis, das der Künstler gerade ediert hat.

Benedikt kommt durch die Tür geschritten, über ihm, wie ein Glorienschein, eine Lichtkuppel, die einem Scheinwerfer ähnelt und den Blick zum Himmel öffnet. Der Papst kommt sichtbar gut gelaunt daher, grüßt den Soldaten der Schweizer Garde und vielleicht auch eine Pilgerschar, die zu ihm gekommen ist. Rechts im Bild ist freilich eine Engelsfigur zu sehen, die nicht im Licht steht und auf den eher düsteren Boden verweist, was wohl die unterschiedlichen Sphären verdeutlichen soll: Himmel und Hölle, Glaube und Vernunft, Theologie und Philosophie. Den Interpretationen ist die Tür weit geöffnet. Auch die, dass der Engel mit seiner Geste vom Vertreter Gottes auf Erden Taten einfordern will.

Der Papst in Öl gehört zum mittlerweile reichen Werk von Kalaizis, das der in Leipzig lebende Maler seit 1994 geschaffen hat. Quasi zum 30. Jahrestag des Beginns seiner Zeit als Maler gönnt er sich und den Freunden seiner Kunst ein Werkverzeichnis, das beginnt mit dem Gemälde "mother", entstanden im zweiten Jahr seiner hiesigen Akademiezeit. Es verweist voller Ausdrucksstärke auf den Ausgangspunkt seiner malerischen Exkursionen hin. Die Spanier El Greco und Velazques nennt Kalaizis seine Vorbilder.

Aris Kalaizis könnte man eher als Einzelgänger innerhalb der in den vergangenen Jahren für Furore sorgenden "Neuen Leipziger Schule" bezeichnen. Auch hat er ja sein Atelier nicht in der in aller Kunstwelt bekannten Baumwollspinnerei, sondern im nicht weniger inspirierenden Künstlerhof in der Hans-Poeche-Straße im einstigen Grafischen Viertel. Hier lebt und arbeitet Kalaiszis, hier empfängt er auch gern bei einem Glas Wein und einer dicken Zigarre, die sich der Maler ab und an gönnt, Freunde und Gönner. Im innerstädtischen Künstlerhof betreibt zudem Ehefrau Annett ihr Modeatelier.

Absehbar war diese Karriere nicht. Kalaizis' Eltern waren als Kinder in die DDR gekommen, weil Ende der 40er Jahre ein Bürgerkrieg deren griechische Heimat erschütterte. Sie mussten fortan ohne Familie in Leipzig in einem Internat aufwachsen. Als junger Mann lernte Aris, es war noch DDR-Zeit, mehr und mehr seine schwierige Familiengeschichte kennen. Er wurde Offsetdrucker, was auf der Hand lag, weil die Mutter Schriftsetzerin, der Vater Schriftsetzer war, und stieß über die Bekanntschaft zu einem Kollegen aufs eigene künstlerische Interesse. Von 1994 bis 1997 studierte er Malerei bei Arno Rink an der Hochschule für Grafik und Buchkunst und war, wie auch Neo Rauch, Meisterschüler des Professors.

Das vergangene Jahr war für Kalaizis, wie er selbst sagt, das erfolgreichste. Es geht ihm gut als Maler. Nicht allzu viele, die mit dieser Profession in Leipzig leben, können das von sich sagen. Doch was sagt Kalaizis selbst über seine Kunst, die man unter den Begriff fotografische Malerei einordnen kann? - "Im Grunde bin ich ein Zahnarzt, der ein Loch bohrt, jedoch anschließend die Öffnung nicht verschließt." Die Gedanken, wäre zu ergänzen, sind frei. Sogar eine Goldfüllung scheint möglich.

iEine Vorzugsausgabe des limitierten Vierfarb-Siebdrucks "Manchester" (2009) ist beim Künstler zu erwerben: www.kalaizis.de. Überdies verlosen wir 20 vom Künstler signierte Exemplare des Kunstbandes "Aris Kalaizis: Sottorealism".

Wählen Sie heute, Punkt 11 Uhr, die Nummer 01805 2181011.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 15.01.2014

Tom Mayer

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