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Der Thebalring - Ausstellungsobjekte erzählen Leipziger Historie

Der Thebalring - Ausstellungsobjekte erzählen Leipziger Historie

Thebalring, 12. Jahrhundert: Dieser Ring wurde von dem Hobby-Archäologen und Sammler Max Näbe als eines der frühesten Zeichen des Christentums in der Leipziger Region bezeichnet.

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Der Thebalring.

Quelle: Bertram Kober

Kein monumentales Kunst- oder Bauwerk, sondern ein bescheidener Silberring mit einer rätselhaften und bis heute nicht endgültig gedeuteten Inschrift als Zeichen der Christianisierung im 12. Jahrhundert.

TH BAL GUT GUTTANI ist zu entziffern, was in etwa bedeutet "Du magst bringen gutes Los, gutes Los für mich". Was sollte an diesem Segensspruch christlich sein? Im Gegenteil, eine solche Formel klingt eher magisch und beschwörend, als stamme sie aus einer heidnischen Vorstellungswelt.

Der Ring, der im frühen 20. Jahrhundert in der Nähe von Zwenkau im Leipziger Süden, beim Pflügen gefunden wurde, ist jedoch bei Weitem kein Einzelstück. Rund 30 solcher Ringe wurden bisher in ganz Westeuropa gefunden, oft als Grabbeigaben hochgestellter Persönlichkeiten. Wegen der Anfangsbuchstaben der Inschrift heißen sie Thebalringe. Als deutliches Zeichen des Christentums ergänzt bei den meisten dieser Ringe ein Kreuz die Buchstaben. Der Segensspruch findet sich immer wieder in klösterlichen Schriften zur Heilkunde.

Der Gedanke an heidnische Bräuche in Mitteldeutschland ist so weit hergeholt aber nicht. Die hier lebenden Sorben ließen sich nur langsam vom Christentum überzeugen. Beim Landesausbau unter den Ottonen-Herrschern spielte die Christianisierung der Bevölkerung eine wesentliche Rolle. Man nimmt an, dass um 1000 die slawische Bevölkerung allgemein die Taufe angenommen hatte. Dennoch gab es lange Vorbehalte gegen die neue Religion; Sprachschwierigkeiten, Ablehnung der jeweiligen Herrschaft, denn nicht immer war der Prozess des Landesausbaus friedlich verlaufen! Alte und neue Rituale existierten lange nebeneinander.

Erst 1004 wurde zum Beispiel ein Heiliger Hain bei Schkeitbar (heute Ortsteil von Markranstädt) beseitigt: Der Merseburger Bischof ließ die Bäume fällen und daraus eine Kirche an derselben Stelle bauen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 07.01.2015

Ulrike Durau

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