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Der ganze Mahler in 13 Tagen - Leipziger Festival endet mit der achten Sinfonie

Der ganze Mahler in 13 Tagen - Leipziger Festival endet mit der achten Sinfonie

Gewandhausdirektor Andreas Schulz ringt um Worte: "Überwältigt" sagt er, sei er vom Erfolg des Mahler-Festivals, der seine Erwartungen noch übertroffen habe. "Begeistert" sei er von den Reaktionen der Gäste aus aller Welt im Publikum und auf der Bühne, und "beeindruckt" von der Virtuosität und Spielkultur der Gastorchester, von den Möglichkeiten, sich der Musik Mahlers zu nähern.

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Ein Plakat am Leipziger Gewandhaus wirbt für das "Mahler"-Festival.

Quelle: Andreas Doering

Leipzig. Doch die Ausschüttung von Glückshormonen stoppt mit der Frage, die sich viele stellen in diesen Tagen, Besucher, Leipziger, Gastkünstler: Was kommt jetzt?

"Zunächst einmal die Mendelssohn-Festtage", sagt Schulz. Aber in Sachen internationales Festival nach dem Mahler-Modell muss er einstweilen passen: "Ich in überzeugt, dass Leipzig auf der Basis von Bach und Mendelssohn alle drei bis fünf Jahre ein solches Festival stemmen sollte und kann. Riccardo Chailly und ich hatten geplant, 2014 zum 150. Geburtstag von Richard Strauss nachzulegen. Aber wegen der Unsicherheiten im Etat der Stadt haben wir diese Pläne wieder auf Eis gelegt." Nun habe das Mahler-Festival zwar bewiesen, dass es möglich sein müsste, es ohne städtischen Zuschuss zu schaffen. "Aber nun ist die verbleibende Zeit doch sehr kurz."

Es steht also zu befürchten, dass Leipzigs Ausflug in die Spitzengruppe der internationalen Orchester-Festivals ein Einzelfall bleibt. Was angesichts der gebotenen Qualität und des Image-Gewinns für Leipzig und das Gewandhaus beinahe fahrlässig wäre.

Zehn Spitzenorchester haben in den letzten 13 Tagen alle wesentlichen Werke Gustav Mahlers aufgeführt. Qualitativ gab es nur zwei Ausrutscher: die uninspirierte Routine der Staatskapelle Dresden und die männlichen Solisten in der Achten. Alle anderen, das Sinfonieorchester des Bayerischen Rundfunks unter Yannick Nézet-Séguin, das Orchester des Mitteldeutschen Rundfunks unter Jun Märkl, das Concertgebouworkest unter Fabio Luisi, das London Symphony Orchestra unter Valery Gergiev, die New Yorker unter Alan Gilbert, das Tonhalle Orchester Zürich unter David Zinman, das Mahler Chamber Orchestra unter Daniel Harding, das Gewandhausorchester unter Riccardo Chailly, schließlich die Wiener Philharmoniker unter Daniele Gatti, haben den Kosmos Mahler vermessen mit sehr unterschiedlichen, zum größten Teil beglückenden Ergebnissen. Den ganzen Mahler in dieser Dichte, Qualität, dieser stilistischen Breite, das hat es noch nie gegeben. Nirgends.

Peter Wehle, Kabarettist, Musikwissenschaftler, Psychologe und Autor sagt bei seiner Buchvorstellung im propppenvollen Mendelssohn-Haus: "Ich bin beeindruckt. Dieses Festival, die Präsenz Gustav Mahlers in der Stadt, da könnte sich Wien eine Scheibe abschneiden. Da gab es im letzten Jahr eine nicht sehr beachtete Ausstellung zum 150. Geburtstag, auch einige sehr schöne Konzerte. Aber was Leipzig hier veranstaltet, spielt in einer ganz anderen Liga."

Eine Einschätzung, die viele teilen. Dementsprechend ist die Auslastung gut. Und sie könnte noch höher sein als 94 Prozent, würde der MDR mit 68 Prozent nicht die Statistik ein wenig verhagelt haben. Es ist eben schwer vermittelbar, warum die Karten für dieses Orchester plötzlich das Dreifache kosten. Aber verramschen können hätte man die Funker im Umfeld dieses Festivals auch nicht. Ein nicht aufzulösender Konflikt.

So gut angenommen wie die Konzerte wurde auch das Rahmenprogramm: Die Buchvorstellungen im Bach-Museum und im Mendelssohn-Haus waren durch die Bank gut besucht, der wissenschaftliche Kongress erfreute sich regen Interesses, bei den allabendlichen Lounges im Steigenberger Hotel zeigte sich der Service bis zum Schluss dem unerwarteten Ansturm kaum bis nicht gewachsen. Eine stabile Basis also - wenn es nun irgendwie weitergeht.

Peter Korfmacher

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