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Der traurige Komödiant: Gene Wilder wird 75

Der traurige Komödiant: Gene Wilder wird 75

Wäre das Bild vom traurigen Clown und weinenden Harlekin nicht so klischeebeladen, müsste es für Gene Wilder erfunden werden. Millionen Menschen hat er mit seiner fahrigen, schusseligen Art zum Lachen gebracht als amerikanischer Pierre Richard, mit dem er auch die blonden zauseligen Locken teilt.

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Der US-amerikanische Schauspieler und Regisseur Gene Wilder ist 75 Jahre alt. Hier auf einem Archivfoto aus dem Jahr 1991.

Quelle: dpa

New York. Doch der Krebs nahm ihm seine Frau, als die gerade 42 war, und später wurde bei ihm selbst die Krankheit diagnostiziert. Wilder, der eine Vorliebe hat für "traurige Männer, die lustig sind", bezeichnete sich selbst einmal als "bedrückt, melancholisch und skeptisch". Am 11. Juni wird der Komödiant 75 Jahre alt.

Als Wilder am 11. Juni 1935 - andere Quellen sprechen auch von 1933 - als Sohn jüdischer Emigranten aus Russland in Milwaukee, Wisconsin, geboren wurde, hieß er noch Jerome Silbermann. Zum Komödianten machte ihn laut Washington Post ein Arzt: Er solle die kranke Mutter zum Lachen bringen, sagte der. Der kleine Jerry machte Faxen und fand offenbar Gefallen am Darstellen. Während des Studiums, unter anderem beim legendären Lee Strasberg, wählte er dennoch immer die ernsten Rollen. Als er mit Brechts "Mutter Courage" auf der Bühne stand, wurde der Freund seiner Partnerin Anne Bancroft ("Mrs. Robinson") auf ihn aufmerksam. Der hieß Mel Brooks, verpflichtete ihn für seine Komödie "Frühling für Hitler" und bescherte Wilder damit nicht nur eine Oscar-Nominierung, sondern auch eine Karriere als Komödiant.

Mit großen Augen und seligem Lächeln spielte Wilder in Woody Allens "Was Sie schon immer über Sex wissen wollten..." einen Arzt, der sich in ein Schaf verliebt. Mit gewaltiger Fliege und lila Anzug war er der Willy Wonka in "Charlie und die Schokoladenfabrik". Und richtig räumte er zusammen mit Richard Pryor ab. Der umtriebige, agile Schwarze und der schüchterne, ungelenke Jude bilden ein Duo, das in Filmen wie "Trans-Amerika-Express" oder "Die Glücksritter" ankommt.

Der größte Erfolg ist jedoch das Remake eines französischen Films. In "Die Frau in Rot" stolpert ein biederer Geschäftsmann in eine Affäre mit einem atemberaubenden Modell. Zum erhofften Sex kommt es zwar nie, alle Nachteile eines Seitensprungs - Kosten, Ehekrach, Peinlichkeit - hat "Teddy" aber trotzdem. Der Soundtrack gewinnt einen Oscar: "I Just Called to Say I Love You" von Stevie Wonder.

Wilders Co-Star, die herbe Nebenbuhlerin "Ms. Milner", ist da im wahren Leben schon seine (dritte) Frau. Doch wenig später wird bei Gilda Radner Krebs diagnostiziert, sie stirbt 1989. Wilder gründet den Hilfeverein "Gilda’s Club" und hält Vorträge zur Früherkennung, da wird auch beim ihm Krebs entdeckt. Er muss Rollen absagen, tritt nur noch selten auf. Zuletzt spielte er vor sieben Jahren in einer Minirolle den Chef von Will in der Serie "Will und Grace". Doch Wilder, der inzwischen mehrere Romane schrieb, hadert nicht mit seinem Schicksal: "Ich zähle mich zu denen, die Glück im Leben hatten."

Chris Melzer, dpa

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