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Der vermeintliche Cover-Sänger: Albert Hammond im Arthur-Bretschneider-Park

Der vermeintliche Cover-Sänger: Albert Hammond im Arthur-Bretschneider-Park

Vorbands braucht kein Mensch. Das Publikum will sowieso lieber den Hauptact sehen. Was dazu führt, dass sich der Support oft wie ein überflüssiges Anhängsel fühlt.

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Albert Hammond auf der Parkbühne am Geyserhaus in Leipzig.

Quelle: Wolfgang Zeyen

Leipzig. Trotzdem verzichtet kaum eine Band, die auch nur ein bisschen bekannt ist, auf eine Vorgruppe. Albert Hammond ist bekannt. Sehr bekannt sogar. Kaum ein Songwriter hat so viele Evergreens komponiert wie er. Doch bei seinem Konzert am Freitagabend auf der Parkbühne des Geyserhauses wird die Vor- zur Nachband.

Angeblich wollte das Hammond so: Erst er, dann die Terzbrothers aus Leipzig/Berlin. "Nennen wir es mal Künstlerallüren", heißt es am Einlass mit süffisant hochgezogener Augenbraue. Nennen wir es mal guten Service: Wo "Beginn 20 Uhr" draufsteht, steckt wirklich "Beginn 20 Uhr" drin. Möglicherweise hat man in Hammonds Alter auch keine Lust mehr, sich die Nächte um die Ohren zu schlagen. Pünktlich um zehn, nach 22 regulären Songs und sechs Zugaben, macht er Schluss.

Der gebürtige Londoner ist am Samstag 69 Jahre alt geworden. 35 Jahre lang stand er auf keiner deutschen Bühne mehr. Viele Leipziger sehen ihn an diesem Abend wahrscheinlich zum ersten Mal live. Sie feiern den leicht Angegrauten, aber immer noch jugendlich schlanken Hammond ab der zweiten Hälfte des Konzerts im Stehen. Dass seine Stimme nicht mehr ganz so geschmeidig klingt wie 1972, als ihm mit "It Never Rains In Southern California" der internationale Durchbruch gelang, stört sie nicht. Der Wiedererkennungswert seiner Songs wiegt schwerer als alle musikalische Perfektion.

Hammond schreibt seit Ende der Achtziger unter anderem Hits für Whitney Houston ("One Moment In Time"), Tina Turner ("I Don't Wanna Lose You") und Chicago ("I Don't Wanna Live Without Your Love"). Zuletzt saß er mit der britischen Sängerin Duffy an deren zweitem Album "Endlessly" (2010). Auf der "Legends"-Tour singt Hammond seine Fremdkompositionen ausnahmsweise einmal selbst, weshalb ihm musikalisch weniger gut informierte Zeitgenossen angeblich den Vorwurf der billigen Coverei machten. "Hey Man", kontert er in Leipzig, "I wrote all of these covers!"

Seine vierköpfige Band verleiht den vermeintlichen Covern eine rockige Note. Manchen Songs tut das sehr gut: Weg ist der billige Synthie-Sound von "Nothing's Gonnna Stop Us Now" (Starship). Absolut in seinem Element wirkt Hammond aber nur, als er seine eigenen Lieder singt. Bei "Down By The River" und "The Free Electric Band" scheint noch einmal der Glanz vergangener Erfolge auf. "Good memories" nennt das Hammond auf der Parkbühne.

Es werden nicht die letzten bleiben. "I'll be back next year!", verspricht er beim Schlussapplaus. Im besten Rentenalter hat Hammond noch einmal Blut geleckt. Zum Teufel mit dem Ruhestand. Zum Teufel mit der Vorband.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 21.05.2013

Verena Lutter

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