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Die Band 108 Fahrenheit mit einem fetten Konzert in der Moritzbastei

Kai Niemann Die Band 108 Fahrenheit mit einem fetten Konzert in der Moritzbastei

Gewöhnliche Sterbliche können mit dem Bandnamen „108 Fahrenheit“ noch wenig anfangen. Doch die treuen Fans des Wahlleipziger Liedermachers Kai Niemann haben die nachösterliche Tonne der Moritzbastei am Dientagabend bis in den letzten Winkel gefüllt.

Kai Niemann und die 108-Fahrenheit-Kollegen in der Moritzbastei.

Quelle: André Kempner

Leipzig. Kai Niemann hatte Jahre gebraucht, um sich von Erwartungshaltungen im Gefolge seines Überhits „Im Osten“ zu emanzipieren, um sich vor kurzem mit seinem zweiten Hit „Wir sind das Volk“ gänzlich ohne eigenes Zutun auf der Wunschliste diverser Abendland-Verteidiger wiederzufinden.

Er hat seinen Namen nunmehr abgelegt, fängt mit einer Band kongenialer Kollegen aus Dresden ganz von vorne an. Für die Präsentation des ersten Albums haben sie sich was Besonderes einfallen lassen: Nicht weniger als zwölf Musiker drängeln sich um den Meister auf der kleinen Tonnenbühne: drei Streicherinnen plus Kontrabass, ein komplette Hornsection, zwei akustische Gitarren, Lead­gitarre, Schlagzeug und vor allem das herrliche Banjo von Marco Pfennig, das Niemanns gelegentliche Schwermut mit countryesker Leichtigkeit aufmischt. In dieser Bigband-Besetzung geht Einiges, und sie lassen es auch ordentlich krachen.

In Niemanns Texten wird nicht in Zwischentönen gerätselt, da gibt’s kein „Na ja, vielleicht“, sondern Emotionen satt. Es geht um Liebe, Schmerz und vor allem um Liebesschmerz. Um das Straucheln und Fallen, aber auch um den Mut, wieder aufzustehen. Niemann will’s schwarz oder weiß, nie grau; kalt oder heiß, aber nicht lau. Doch es fällt nicht schwer, sich auf den Typen einzulassen, seine Bühnenpräsenz ist enorm.

Wirklich ein Neustart

Die fette Besetzung und ein ausgesprochenes Faible für Post-Rock-Epen lassen die Lieder ein ums andere Mal in hymnische Finals ausufern. Exemplarisch „Leerer Planet“, der düstere Endzeitsong von einer zerstörten Erde, musikalisch vielleicht das gelungenste Stück des aktuellen Albums und auch des Konzerts. Aber die verrückte Mischung aus grundehrlicher Geradlinigkeit in den Botschaften und komplexer musikalischer Kunstfertigkeit in der instrumentalen Ausformung der Liedwerke schafft immer wieder neue Höhepunkte.

Nur manchmal scheint die Soundwand zu dick, da singt Niemann Worte, die ein wenig Stille um sich herum gebraucht hätten. Doch das schmälert den Gesamteindruck kaum. Die Masse hängt bestgelaunt an des Meisters Lippen, kichert dankbar, wenn er und Pfennig sich die Bälle zuwerfen und die schwere Ernsthaftigkeit der eigenen Songs auf die Schippe nehmen. Kein Gedanke an die alten Hits, das hier ist wirklich ein Neustart, und der gelingt an diesem Abend nahezu perfekt.

Von Lars Schmidt

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