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Die Geburt der Digedags - Zeitgeschichtliches Forum Leipzig zeigt Originale

Die Geburt der Digedags - Zeitgeschichtliches Forum Leipzig zeigt Originale

Die Digedags prägten von 1955 bis 1975 eine ganze DDR-Generation - und nun reibt sich die Fangemeinde staunend die Augen. Denn die später jungenhaft wirkenden Helden Dig, Dag und Digedag sahen bei ihrer Geburt alt aus.

Leipzig. Hannes Hegen entwarf drei spärlich behaarte, rotgesichtige Männlein mit Falten und Doppelkinn.

Hegen hat die Originale jahrzehntelang in seinem Berliner Haus gehütet, bevor er die Sammlung 2009 dem Zeitgeschichtlichen Forum Leipzig schenkte. Mehr als 40 000 Blätter sind dort inzwischen angekommen, Tausende werden noch folgen. Der 84-Jährige nimmt jedes Werk zum Abschied noch einmal in Augenschein. In Leipzig werden die Bilder sorgfältig dokumentiert und archiviert.

2009 waren einige im Zeitgeschichtlichen Forum zu sehen. "Originale vermitteln eben einen ganz anderen Eindruck", erklärt Direktor Rainer Eckert begeistert. Die Schau war allerdings nur ein Anfang. "Die große Ausstellung folgt erst im Herbst 2011."

Hegen, eigentlich Hegenbarth, scheut die Öffentlichkeit und gibt nie Interviews. Fast nie. Für diese Zeitung machte er vor 15 Jahren eine Ausnahme, wobei Fragen und Antworten von einer Botin überbracht wurden. Demnach kamen die Ur-Digedags zur Welt, während der Grafiker 1954 die Symbolfigur des Altstoffsammelns in der DDR entwarf. "Bei meinen Vorstudien fürs Rumpelmännchen entstanden auch Skizzen für ein kleines rundes Männchen mit schwarzen Haaren, ein ovales mit gelben Haaren und ein längliches mit roten Haaren." Nun kann die Öffentlichkeit jene Schöpfungen endlich betrachten.

Als der junge Künstler - vier Jahre nach seinem Studium in Leipzig - im März 1955 mit den drei Gestalten in den Verlag Neues Leben marschierte, kam er wie gerufen. Die SED-Führung hatte gerade befohlen, den West-Comics mit einem Ostprodukt Paroli zu bieten. Der Digedag-Erfinder wurde Chef eines Mosaik-Kollektivs und sträubte sich gegen Politisierungs-Versuche. Nur einmal, so Hegen in jenem Interview, sei es zur Zensur gekommen. "Im Heft 18 landeten römische Legionäre mit Fallschirmen in Form eines römischen Adlers. Prompt musste ich die Adlerköpfe wegretuschieren lassen, weil sie dem Bundesadler zu ähnlich sahen." Auch dies wird nun durch Originale belegt.

Die Auflage der Monatshefte betrug trotz des Papiermangels in der DDR bis zu 660 000 - und war stets vergriffen. "Wir zeigen auch erstmals Bilder, die nichts mit dem Mosaik zu tun haben", so Eckert. So hielt der Künstler das moderne Dresden im Bild fest und zeigte sein Können als Theatermaler.

Armin Görtz

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