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Die Prinzenrolle - ein Buchklassiker wird 70

Die Prinzenrolle - ein Buchklassiker wird 70

Um dieses Buch ranken sich viele Geschichten, auch diese gehört dazu: Die erste Ausgabe verkaufte sich überhaupt nicht gut. Manchmal brauchen die "großen Leute", von denen in "Der kleine Prinz" oft die Rede ist, eben etwas länger, um auf den Geschmack zu kommen.

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Vor 70 Jahren zum ersten Mal erschienen: "Der kleine Prinz".

Quelle: dpa

Heute vor 70 Jahren erschien Antoine de Saint-Exupérys Buch, und es zählt längst zu den erfolgreichsten Veröffentlichungen weltweit. Allein in Deutschland hat sich die Geschichte des Prinzen, der jede Menge Lebensweisheiten von sich gibt, mehr als zehn Millionen Mal verkauft. Insgesamt wurden von dem schmalen Band gut 80 Millionen Exemplare umgesetzt - ein Ende des Erfolgs ist nicht in Sicht.

Zu den Geschichten rund um den "Kleinen Prinzen" gehört auch diese: Der Franzose Saint-Exupéry, Pilot und Autor, musste Mitte der 30er Jahre in der Sahara notlanden und wurde erst nach einigen Tagen gerettet. Angeblich hörte er, dem Verdursten nahe, irgendwann ein Stimmchen, das ihn bat: "Bitte...zeichne mir ein Schaf." Diese Aufforderung kennen Millionen Leser aus dem "Prinzen".

Wie auch zahlreiche andere Sätze des märchenhaften Buches ins kollektive Repertoire gelangt sind. Etwa: "Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar." Immer wieder gern genommen, ein echter Klassiker. Saint-Exupérys Band wird meist als Plädoyer dafür verstanden, dass Gefühl wichtiger sei als Verstand, und es wird als Reaktion auf die Auswüchse einer schnelllebigen, konsumorientierten Moderne interpretiert. Es gibt mehrere Verfilmungen und Theateradaptionen, in Deutschland haben Schauspieler wie Will Quadflieg, Ulrich Mühe und Jan Josef Liefers Hörbücher eingesprochen. Man kann Prinzen-Puzzle und -Adventskalender kaufen. Zum 70. Geburtstag hat der Karl Rauch Verlag gerade eine Sonderedition herausgebracht - im Leineneinband.

Allerdings: Nicht wenigen Menschen geht "Der kleine Prinz" durchaus auf die Nerven, weil er - so Kritiker - in einem märchenhaft-süßlichen Ton vor allem Banalitäten verbreitet.

"Das Büchlein ist vielschichtig", meint Tullio Aurelio, Verlagsleiter des Düsseldorfer Karl Rauch Verlag, wo die deutschen Rechte für den Bestseller liegen. Es werde meist in der Kinderbuch-Abteilung verkauft, sei jedoch viel mehr als ein Buch für ganz junge Leser.

Saint-Exupéry, geboren 1900 in Lyon, schrieb den "Prinzen" während des Zweiten Weltkriegs. Erste Entwürfe seiner Illustrationen stammen hingegen bereits aus der Mitte der 30er Jahre. Am 6. April 1943 erschien das Buch dann in New York, wo er im Exil lebte. Es kam zugleich in einer französischen und einer ins Englischen übersetzten Fassung heraus. Beim französischen Verlag des Autors, den renommierten Éditions Gallimard, war man wenig begeistert - und klagte die Rechte an dem Text ein. Bald nach Ende des Zweiten Weltkriegs gingen sie tatsächlich an die Franzosen über; wenige Jahre später erschien das Prinzen-Buch auf Deutsch. Mittlerweile wurde es in weit mehr als 100 Sprachen übersetzt.

Der Autor hat diesen Welterfolg nicht mehr erlebt: Saint-Exupéry wurde im Sommer 1944 bei einem Aufklärungsflug für die Alliierten von deutschen Luftjägern in der Nähe von Marseille abgeschossen.Martina Sulner

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 06.04.2013

Martina Sulner

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