Volltextsuche über das Angebot:

21 ° / 9 ° wolkig

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
Die Sache mit der Maus: Diddl ist 20 Jahre alt

Die Sache mit der Maus: Diddl ist 20 Jahre alt

Diddl! Es gab Zeiten, da reichten diese fünf Buchstaben aus, um Kinder begeistert jubeln und Eltern genervt stöhnen zu lassen. Die Plüschmaus mit den viel zu großen Füßen hatte einen wahren Hype ausgelöst.

Voriger Artikel
Revolverheld machen auf ihrer Tour Zwischenstopp in Leipzig
Nächster Artikel
Käßmann präsentiert Buch über ihre Bischofszeit

Die Diddl-Maus, war vor ein paar Jahren aus keinem Kinderzimmer wegzudenken. (Achivfoto von der Diddl-Roadshow in Leipzig, August 2000).

Quelle: André Kempner

Geesthacht. Ihren 20. Geburtstag hingegen feiert sie in aller Stille.

Langbeinige Models verdrängen die großfüßige Diddl-Maus: Um die einst so populäre Comicfigur ist es ruhig geworden. Wo früher Verkaufsregale mit Produkten rund um die Plüschmaus überquollen, hat Diddl offensichtlich den Rückzug angetreten. Stattdessen liegen dort immer häufiger Model-Anmalblöcke und diverse Utensilien rund um die Glamourgirls. Die Depesche Vertrieb GmbH in Geesthacht bei Hamburg gibt sich zugeknöpft – dabei feiert Diddl heute seinen 20. Geburtstag. Vor fünf Jahren hatte das Unternehmen noch zu Ehren seines Plüschmäuserichs eine große Geburtstagstour gestartet.

Vom Känguru zur Springmaus

Interviews gebe man generell nicht mehr, heißt es bei der Firma im Kreis Herzogtum Lauenburg. Und Zeichner Thomas Goletz habe sich ohnehin nur ein einziges Mal interviewen lassen – für das Diddl-Heft „Käseblatt“. Darin erzählte der Grafiker, dass Diddl wohl schon immer in ihm geschlummert und sich am 24. August 1990 aufs Zeichenpapier geschlichen habe. „In den allerersten Zeichnungen war Diddl allerdings ein Känguru, noch ohne Namen, aber bereits mit seiner bekannten Latzhose“, sagte er. „Doch bald darauf beschloss ich, das Kerlchen viel viel kleiner und handlicher zu zeichnen, damit ich es besser in eine Kaffeetasse oder ein Käsestück hineinsetzen konnte. So wurde aus dem Känguru Diddl, die Springmaus.“

phpBWHkhd20100824112358.jpg

Hunderte Kinder und Eltern kamen im August 2000 zum Völkerschlachtdenkmal, um die Diddl Roadshow anlässliche des zehnten Geburtstages der Maus zu erleben.

Quelle: André Kempner

Diddl wurde begehrtes Sammel- und Tauschobjekt – und Kult: Die laut Steckbrief „dreikäsehochfünfzig“ große Maus zierte Blöcke, Briefpapier, Tage- und Freundebücher, Kaffeebecher, Bettwäsche und Schulranzen. Bald erhielt Diddl Freunde wie Diddlina, Pimboli und Galupy – das „Käsekuchenland“ expandierte. Schulhöfe von Grundschulen verwandelten sich in den Pausen zeitweise in wahre Tauschbörsen. Und nicht nur Kinder fanden an den Figuren Gefallen, auch jüngere oder gar ältere Frauen ließen die „ach soo süüüße“ Plüschmaus an ihren Rucksäcken und Taschen baumeln. Von einer „Epidemie“ sprach der „Spiegel“, und die „Zeit“ schrieb: „Von Norden her kam die Maus wie eine Feuerwalze über Deutschland.“

Beliebter als Micky Maus

Das „Phänomen Diddl“ faszinierte, war es doch ganz ohne Comic oder Zeichentrickserie entstanden und hatte sogar bisweilen „Micky Maus“ auf der Beliebtheitsskala überholt. Selbst einen eigenen Diddl-Sprech entwickelte man „edelgoudafein“ und „spitzespannend“. Die Firma mit der Maus, von Kjeld Schiøtz 1985 gegründet, wuchs. Hinter dem Erfolg der Springmaus steckte eine ausgeklügelte Werbestrategie: Im Lizenz- Geschäft mit Spielwaren werden Figuren von Anfang an so konzipiert, dass sie sich so vielseitig wie möglich vermarkten lassen, erklärten Experten.

Wie viel Umsatz Diddl Depesche gebracht hat oder noch bringt, verrät das Unternehmen ebenso wenig wie andere Zahlen. Ob Diddl denn inzwischen out sei und ihm zum Beispiel die hauseigenen „Top Models“ den Rang abgelaufen hätten, will man ebenfalls nicht beantworten. Und zum Geburtstag gibt es dann auch nur einen Relaunch der „Käsepäitsch“ (wie Fans die Diddl-Homepage nennen) – keine große Feier oder gar Tournee. Eher sogar bescheiden gibt man sich im Gückwunschschreiben auf der Unternehmensseite im Internet: Diddl wolle niemals als Superstar gesehen werden, heißt es dort. Das klingt alles andere als „granatengrandios“

Dorit Koch, dpa

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus News
  • Lachmesse Leipzig 2017

    Vom 15. bis 20. Oktober 2017 werden in Leipzig wieder massiv die Lachmuskeln gereizt. Über 180 Künstler kommen zur Lachmesse. mehr

  • LVZ-Sommerkino im Scheibenholz
    LVZ Sommerkino im Scheibenholz: Alle Infos zu Filmen, Ticketverkauf und dem Rahmenprogramm.

    Das LVZ-Sommerkino lud wieder zu unterhaltsamen Filmabenden ins Scheibenholz ein. Sehen Sie hier einen Rückblick in Fotos und Geschichten. mehr

  • Schauspiel Leipzig
    Mikrologo Schauspiel Leipzig

    Theater in Leipzig: Höhepunkte, Premieren, Spielplan und Angebote der Spielzeit 2016/2017 im Schauspiel Leipzig mehr

  • Farbspiele
    Die Sparkasse Leipzig sucht für Ihren Kalender 2018 farbenfrohe Fotos

    Beim Fotowettbewerb der Sparkasse Leipzig kann nun über die zwölf Kalendermotive abgestimmt werden. Das Voting endet am 31. August 2017. mehr

Blättern Sie hier durch die aktuelle Veranstaltungsbeilage "Applaus" und finden Sie Konzerte, Shows, Ausstellungen, Sport-Events und mehr in Leipzig und Umgebung. mehr

Erfahren Sie mehr auf www.leipziger-museen.de

Die deutsche Kleingärtnerbewegung hat eine über 200-jährige wechselvolle Geschichte, die im Deutschen Kleingärtnermuseum weltweit einzigartig dokumentiert ist. Zur Schau des Monats! mehr

  • Leipzig Wiederentdeckt
    Leipzig Wiederentdeckt

    Die 13 Filme schildern eine einzigartige Zeitreise durchs 20. Jahrhundert der Stadt Leipzig – von den Anfängen des Films bis zur Wendezeit. Mit bis... mehr

  • Leipzig-Album
    Leipzig-Album

    Welche Ereignisse sind den Bürgern der Messestadt besonders in Erinnerung geblieben, welche Orte oder Gebäude sind verschwunden oder haben sich gew... mehr