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Die vergessene Weltausstellung 1914: Buchgewerbe von Leipzig aus in die Welt

Die vergessene Weltausstellung 1914: Buchgewerbe von Leipzig aus in die Welt

Sogar die New York Times geriet ins Schwärmen: Sie pries die Bugra 1914 als das Kulturereignis im deutschen Sommer 1914. Mit einer Sonderausstellung will nun das Deutsche Buch- und Schriftmuseum an die erste - und letzte - Weltausstellung des Buches erinnern.

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Werbemarke zur Bugra 1914.

Leipzig war einst das Zentrum von all den Dingen, die zur Herstellung eines Buches gehören. Deshalb war es folgerichtig, dass die Internationale Ausstellung für Buchgewerbe und Graphik (Bugra) nach Leipzig einlud. Vom Mai bis Oktober 1914 kamen Gäste aus 22 Nationen auf das Gelände der späteren Technischen Messe, auf dem ein Jahr zuvor die Internationale Baufach-Ausstellung stattgefunden hatte. Vorgestellt wurden Maschinen und Produkte der Papierherstellung über Schriftgießerei, Druckverfahren, Reprotechnik, Buchbinderei und Buchhandel bis zu Zeitungs- und Nachrichtenwesen, Bibliothekswesen und Bibliophilie. Etwa 2,3 Millionen Menschen aus aller Herren Länder besuchten die Ausstellung, welcher der Ausbruch des Ersten Weltkrieges allerdings ein jähes Ende bereitete. "Die Vision der Veranstalter, dass 'nicht Pulver und Blei, sondern Lettern und Druckerschwärze' die internationalen Beziehungen prägen mögen, musste in den Wirren des Kriegsbeginns begraben werden", sagt Stephanie Jacobs, die Leiterin des Museums, das zur Deutschen Nationalbibliothek gehört. Das Museum konnte einst eine sehr umfangreiche Sammlung von der Bugra 1914 übernehmen, von der große Teile im Bombenhagel des Zweiten Weltkrieges aber verbrannte. Doch viele Objekte überlebten, zum Teil allerdings mit Schmauchspuren. Nun wird die Bugra pünktlich zum 100. Jubiläum als "vergessene Weltausstellung" präsentiert und ins kulturelle Gedächtnis der Stadt zurückgeholt.

 "Dazu haben wir dem Dunkel unserer Magazine in den letzten Monaten spannende Objektgeschichten entlockt - zum Beispiel über das Chinesische Gelehrtenhaus, einen Kulturexport direkt aus China", kündigt Jacobs an. Von dem Haus sind nicht nur reich verzierte Wandfächer und Schilder erhalten geblieben, sondern auch skurrile Gegenstände wie silberne Wasserpfeifen oder ein geschnitzter Grillenkäfig. "Das Zirpen der Grillen galt als inspirationsfördernd."

 Gezeigt werden in der Schau auch vom Verleger Karl Robert Langewiesche eigens für die Bugra entworfene messingbeschlagene Vitrinen. Daneben erscheint eine Publikation, die die Bugra in die Tradition der Weltausstellungen des 19. Jahrhunderts einordnet. Aber auch einzelne Themenhäuser, der Vergnügungspark, die Nationenpavillons und die Auswirkungen des Kriegsgeschehens auf die Schau werden beleuchtet.

 Eröffnung ist am 11. März, 19 Uhr.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 28.02.2014

Mathias Orbeck

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