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Dirkschneider spielt noch einmal Accept

Freitag Konzert im Hellraiser Dirkschneider spielt noch einmal Accept

Ein allerletztes Mal: Udo Dirkschneider (63) will unter Accept einen Schlussstrich ziehen. Am Freitag startet die Metal-Ikone seine Deutschland-Tour im seit langem ausverkauften Hellraiser. Nach diesem Abschied wird es nur noch Songs seiner aktuellen Band U.D.O. geben.

Mach’s noch einmal, Udo: Dirkschneider blickt noch einmal zurück...

Quelle: promo

Leipzig. Ein allerletztes Mal: Udo Dirkschneider (63) will unter Accept einen Schlussstrich ziehen. Am Freitag startet die Metal-Ikone – dessen Stimme wie ein Trennschleifer klingt, der sich an ausgemusterten Bahngleisen abmüht – seine Deutschland-Tour im seit langem ausverkauften Hellraiser. Nach diesem Abschied wird es nur noch Songs seiner aktuellen Band U.D.O. geben, kündigt der Sänger an.

Udo, du bist der Original-Sänger von Accept, hast dich 1986 und 2005 zwei Mal im Unfrieden von der Band verabschiedet. Wie kommt es jetzt dazu, dass du die alten Hits noch mal auf die Bühne bringst?

Das war vor zwei Jahren so ne Schnapsidee. Eigentlich wollte ich das nicht, jedenfalls am Anfang. Außerdem sind Accept ja auch noch unterwegs. Doch nachdem ich mir das zig Mal durch den Kopf gehen ließ, habe ich mich mal unter Freunden umgehört, was sie davon halten und vielleicht hören wollen. Hinzu kam, dass wir mit U.D.O. eine Live-Pause machen wollten, um uns auf ein neues Album zu konzentrieren. Bevor ich zu Hause rumsitze, habe ich gesagt: Okay, dann mache ich das – gemeinsam mit meiner Band U.D.O.

Geld spielte keine Rolle?

Überhaupt nicht. Es ist auf keinen Fall so, dass ich noch mal ordentlich abkassieren will, das können mir alle glauben. Angedacht waren nur einige Shows, eher im kleinen Rahmen, aus Spaß und für die Fans. Bei den Planungen hat sich dann aber alles überschlagen: Es kamen und kommen immer mehr Shows hinzu, das Interesse ist sensationell.

Wie schwierig ist es, die alten Titel wieder einzustudieren? Auch emotional.

Ich habe da keine Barrieren. Die Songs waren und sind gut – egal, was drumherum war. Es macht mir auf jeden Fall Spaß, die alten Songs wieder mal zu singen. In vielen Fällen liegen die Aufnahmen Jahrzehnte zurück. Fest steht aber: Nach dieser Tour wird es keine Accept-Songs mehr aus meiner Kehle geben.

Das hattest du schon häufig angekündigt – letztlich hast du aber als Zugaben doch noch Accept-Songs gebracht.

Nun definitiv nicht mehr. Irgendwann muss ich mit dem Kapitel Accept mal abschließen. Als bekannt wurde, dass ich mit Accept-Songs touren werde, kamen wieder die Fragen nach der alten Besetzung, nach einer Reunion. Ganz klar ist: Es wird keine Shows mit Wolf (Hoffmann) und Peter (Baltes) geben. Ich verspreche: Bei den anstehenden Konzerten werden alle, die Accept mögen, zwei Stunden die Vollbedienung kriegen. Ein Programm mit gut 20 Songs. Es sind natürlich Klassiker wie „Princess Of The Dawn“ dabei, aber auch einige Sachen, die Accept noch nie oder sehr lange nicht gespielt haben.

Wie schwer ist die Auswahl gefallen?

Der Umfang meines ersten Zettels war immens. Da hätten wir mehrere Stunden spielen können. Dann haben wir angefangen zu streichen, auch mal in die Runde und bei Freunden gefragt, was sie mal hören wollen. Das hat einen riesigen Spaß gemacht – und schließlich tun wir auch keinem weh.

Das geht in Richtung der alten Band. Gibt es Signale deiner ehemaligen Accept-Kumpels?

Überhaupt nicht. Wir haben absolut keinen Kontakt und es wird auch keinen mehr geben. Jeder macht seins, das Thema ist durch, auch persönlich. Es herrscht Schweigen im Wald. Mittlerweile sind mir Vergleiche auch egal geworden. Ich habe 15 U.D.O.-Alben! Diese Band hat sich verselbstständigt und ist erfolgreich, wir haben, bis auf meine Stimme, wenig mit Accept gemein. Das ist für mich mittlerweile eine ganz normale Band wie beispielsweise Metallica oder Saxon.

U.D.O. haben im vergangenen Jahr ein erfolgreiches und starkes Album vorgelegt. Weshalb planst du jetzt eine Auszeit?

Es soll nur eine kurze Pause sein, ein Durchatmen. Wir sind viel unterwegs gewesen und müssen das sacken lassen – da ist die Accept-Tour die passende Abwechslung, bevor es um den Jahreswechsel an eine neue Platte geht.

Du bist nicht mehr der Jüngste – wie hältst du dich für Zwei-Stunden-Konzerte fit?

Ach, so viel mache ich gar nicht. Ich hatte noch nie Probleme und habe momentan auch nicht das Gefühl, welche zu bekommen. Natürlich achte ich auf die Ernährung – frische Säfte und Vitamine können nicht schaden – und feiere längst auch keine ausgelassenen Partys mehr. Und ich rauche seit zwölf Jahren nicht mehr. Ansonsten gehe lediglich oft schwimmen, aber auch nur, weil ich in meiner zweiten Heimat Ibiza das Wasser vor der Haustür habe. Meine Stimme lasse ich regelmäßig kontrollieren.

Du stehst seit mehr als 40 Jahren auf den Bühnen. Könnte die Accept-Tour der krönende Abschluss und damit der Einstieg in die Metal-Rente sein?

Mit Sicherheit nicht. Mit der Tour beende ich nur ein Kapitel. Ich würde aufhören, wenn mir alles keinen Spaß mehr macht oder wenn ich mich körperlich quälen muss. Beides ist nicht der Fall – im Gegenteil. Wenn das noch zehn Jahre gut geht, wäre ich sehr dankbar. Aber eines ist sicher: Ich werde auf keinen Fall mit einem Rollator auf die Bühne gehen.

Interview: Andreas Debski

Das Leipzig-Konzert am Freitag im Hellraiser ist ausverkauft. Restkarten gibt es unter anderem noch für Konzerte in Markneukirchen (12. März), Burglengenfeld (bei Regensburg, 1. April) und Berlin (24. April).

Von Andreas Debski

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