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Drei Männer, die's drauf haben: Debüt-Album der Leipziger Band Zelinka

Drei Männer, die's drauf haben: Debüt-Album der Leipziger Band Zelinka

Im Projekt Zelinka geben Bernd Fleischer, Torsten Grossmann und Kay Rohr, die seit Jahren in Leipzigs Szene mitmischen, ihrem instrumentalen Affen ausgiebig Zucker.

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Live sind Bernd Fleischer, Torsten Grossmann und Kay Rohr (von links) seit gut drei Jahren häufig zu erleben. Nun erstmals auch auf Platte.

Quelle: Frank Hauck

Leipzig. Nun ist das erste Album erschienen.

Dieser Dreier ist kein Jungspund-Unternehmen. Bernd "Fleischmann" Fleischer steht seit mehr als 30 Jahren auf dem Brettern, die den Rock'n'Roll bedeuten. In der DDR war er sogar gelegentlich Gast des Fernsehens als Gitarrist angesagter Kapellen wie Brigitte Stefans Meridian und vor allem Berluc, den Rockern von der Küste. Dieser Band schrieb er einige Hits, allen voran die damals oft gespielte Ballade "Nach Haus"; er erreichte mit ihnen das Höchste, was einem Ostrocker möglich war: Konzerte auf der anderen Seite des Eisernen Vorhangs. Er kam damals wieder, doch auch seine Rockstar-Karriere knickte nach dem Umbruch stark ein. Die Leute wollten erst mal hören, was lange nicht erreichbar war. Fleischer ging schließlich nach Leipzig, mischt seitdem hier in der Szene mit.

Auch Torsten Grossmann konnte in den 80er Jahren in der DDR sehr gut als Musiker in angesagten Bands leben. Er kämpfte um die Erlaubnis, seinen Bass zum Gegenstand des Berufs zu machen, was seinerzeit an den Abschluss eines Musikstudiums geknüpft war. Als er Diplom und Profipappe dann endlich in der Tasche hatte, durfte plötzlich jeder. Der dritte im Bunde heißt Kay Rohr und ist in der Stadt (und nicht nur in dieser) vor allem als Veranstalter bekannt - er hat die Bierbörse erfunden.

Im Projekt Zelinka geben diese drei Herren ihrem instrumentalen Affen ausgiebig Zucker. Gleich der Beginn des ersten Stücks erinnert ein wenig an die berühmten Metallica-Instrumentals der ersten Alben. Fleischer, das ist unüberhörbar, ist im Grunde seines musikalischen Herzens der klassischen Schwermetallurgie zugetan. Aber auch die andern dürfen sich ordentlich austoben, Grossmann reitet genüsslich etliche Hoch­geschwindigkeits-Bassattacken, das Schlagwerk glänzt mit Kabinettstückchen.

Von Metal über Funk bis zum Jazz geht die Reise, es scheint, als haben sie alles aufgenommen, worauf sie schon immer mal Lust hatten. Diese instrumentale Ungebundenheit ist der Reiz des Albums und auch seine Grenze: Im Popkontext - im weitesten Sinne gehören auch Zelinka dazu - ist der Gesang zentrales Element. Das hat auch seinen Grund, denn er bettet die Individual-Leistungen der Instrumentalisten in einen persönlich-menschelnden Zusammenhang ein. Unverwechselbar wird eine Band eben fast immer durch den Sänger, die ganz großen Gefühle werden nun mal am effektivsten über die menschliche Stimme transportiert.

Dabei ist es nicht etwa so, dass den einzelnen Zelinka-Songs der Gesang fehlen würde. Die meisten haben durchaus ihre Berechtigung und es gibt zahllose Gelegenheiten, wo diese Musik genau hinpasst. Vor allem Fernseh- und Rundfunkleuten sei dieses Album wärmstens ans Herz gelegt, die Fülle der filigranen Figuren und einprägsamen musikalischen Einfälle lässt die Platte zur Fundgrube werden für Jingles und Erkennungsmelodien von Magazinsendungen für TV und Hörfunk. Der Durchbruch beim Mehrheitskonsumenten ist aber in dieser Konstellation kaum zu erreichen. Trotzdem: Ein schönes Liebhaberstück von Männern, die's drauf haben.

Die CD "Zelinka" kann man für 12 Euro unter www.zelinka-music.com bestellen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 03.01.2014

Lars Schmidt

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