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Drei Museen zeigen Tradition der Fotografie in Leipzig - Von Daguerrotypie bis Digital

Drei Museen zeigen Tradition der Fotografie in Leipzig - Von Daguerrotypie bis Digital

Wann er geboren wurde, weiß man nicht. Wann er gestorben ist, auch nicht. Und ob der Fotograf, der den Hutträger abgelichtet hat, tatsächlich Johann Carl Wehnert hieß, ist fraglich.

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Bildnis Eduard Wehnert um 1843, wahrscheinlich aufgenommen von Johann Carl Wehnert, Daguerreotypie.

Quelle: Johann Carl Wehnert

Leipzig. Sicher aber ist, dass das Foto 1843 in Leipzig gemacht wurde. Ein Beweis für die lange Tradition der Fotografie in der Messestadt.

Dieser gehen die drei städtischen Museen Grassi Museum für Angewandte Kunst, das Stadtgeschichtliche Museum und das Museum der bildenden Künste in der Ausstellung „Leipzig. Fotografie seit 1839" ab dem 27. Februar nach. Es ist das erste Gemeinschaftsprojekt der drei Häuser seit 1946, das neben der Schau mit einem großen Begleitprogramm mit Vorträgen, Künstlergesprächen und Führungen aufwartet.

Das Grassi Museum zeigt die Anfänge der Fotografie und ihre Entwicklung bis ins frühe 20. Jahrhundert. So zum Beispiel den Wandel vom Unikat zum Massenprodukt - von Daguerrotypien, Ambrotypien und Ferrotypien bis zu frühen Papierfotografien. Aus der Zeit, in der Fotografien noch Einzelstücke waren, sind Werke aus Leipziger Ateliers zu sehen. Prominent zu erwähnen ist das Bertha Beckmanns, die 1843 nach Leipzig zog und heute international als erste Berufsfotografin gilt.

Aufnahmen vom Ende des Ersten Weltkriegs bis zum Mauerbau 1961 sind im Stadtgeschichtlichen Museum zu sehen. Das sich rasch wandelnde Stadtbild in den 1920er Jahren inspirierte zahlreiche Architekturfotografen wie das Atelier Hermann Walter, Anton Blaschke oder Heinrich Kirchhoff.

Die Bildwelt der Zeit des Nationalsozialismus, die sich derzeit in einer großen Ausstellung in Frankfurt/Main zeigt, kommt in Leipzig nur rudimentär vor. Doch einige Exponate gibt es doch, sogar weltberühmte wie das Bild „Letzter Toter des Zweiten Weltkrieges" von Robert Capa, der mit den amerikanischen Truppen nach Leipzig kam. Auch die Stunde Null wird festgehalten: Aufnahmen von Johannes Widmann, Roger und Renate Rössing, Karl Heinz Mai zeigen die Ruinen der Stadt und das Leben in der Nachkriegszeit.

Der Ausstellungsteil im Museum der bildenden Künste reicht von 1961 bis heute. Hier wird ein Gegensatz sichtbar: Die staatlich gelenkten Presseagenturen der DDR knipsten Durchhalteparolen, viele Fotografen hielten die Auswirkungen der Misswirtschaft und die Arroganz der Macht im Bild fest. Auch das Wirken von Lehrern und ihren Studenten vor und nach der Wende an der HGB findet in der Schau ihren Platz.

Info:

 „Leipzig. Fotografie seit 1839"

27. Februar (ab 11 Uhr) bis 15. Mai 2011

Grassi Museum, Johannisplatz 5-10, Di-So 10-18 Uhr /

Stadtgeschichtliches Museum, Böttchergäßchen 3, Di-So 10-18 Uhr /

Museum der bildenden Künste, Katharinenstraße 10, Di/Do-So 10-18, Mi 12-20 Uhr

Der Katalog mit rund 600 Abbildungen auf 360 Seiten erscheint im Passage-Verlag Leipzig und kostet 39 Euro.

Michael Dick

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