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Dresdner Fotograf präsentiert Grünes Gewölbe auf Expo in Shanghai

Dresdner Fotograf präsentiert Grünes Gewölbe auf Expo in Shanghai

Das Historische Grüne Gewölbe der Staatlichen Kunstsammlung Dresden präsentiert sich derzeitig bei der Expo in Shanghai und wird erwarteten 70 Millionen Besuchern die Schätze seiner Ausstellung näher bringen.

Neben 25 Kunstwerken der Schatzkammersammlung, die nach China auf die Reise gegangen sind, sind es aber vor allem die in Originalgröße fotografierten Ansichten verschiedener Wände, die einen authentischen Eindruck vom rekonstruierten Historischen Grünen Gewölbe geben. Möglich wird dies durch die Arbeit des Architekturfotografen Jörg Schöner, der eine neue Technologie in der Architekturfotografie entwickelt hat. Schöner hat sich seit etwa vier Jahren darauf spezialisiert, ganze Gebäudekomplexe in originaler Größe und detailgetreu zu fotografieren. Mit der Auswertung früherer Messbild-Aufnahmen konnte man zwar die Geometrie des Gebäudes definieren, genauere Aussagen über die Oberfläche waren hingegen nicht möglich. „Durch meine Methode werden die Bilder viel exakter und geben genauere Rückschlüsse auf die Substanz", erklärt der Fotograf. Dafür macht er endlich viele Einzelaufnahmen, die dann am Computer in einem komplizierten Verfahren zusammengerechnet werden.

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Das Historische Grüne Gewölbe der Staatlichen Kunstsammlung Dresden präsentiert sich derzeit bei der Expo in Shanghai, die rund 70 Millionen Besucher erwartet. Dort sind auch in Originalgröße fotografierte Ansichten des Gewölbes zu sehen - abgebildet vom Dresdner Architekturfotograf Jörg Schöner, der eine neue Technologie in der Architekturfotografie entwickelt hat.

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Seine Dokumentation des Zwingers zum Beispiel erleichterte die Arbeit von Denkmalpflegern und Restauratoren enorm. Sie konnten die Rekonstruktion durch die Aufnahmen Jörg Schöners genau vorplanen und wussten, an welcher Stelle der Fassade Arbeiten von Nöten waren. Das penible Erfassen der Oberfläche von Quadratmeter zu Quadratmeter ist dadurch nun nicht mehr unbedingt notwendig. Dieser Zugewinn spart nicht nur Zeit, sondern schont außerdem das Stadtbild, da historische Gebäude erst dann eingerüstet werden müssen, wenn die eigentlichen Restaurierungsarbeiten beginnen. Ein weiterer Vorteil ist, dass die Langzeitspeicherung der Aufnahmen einen interpretationsfreien Vergleich von Zuständen während und weiter nach den Baumaßnahmen über Jahrhunderte erlaubt.Auch Raumanimationen werden mit dem Verfahren des Architekturfotografen möglich. „Jeder Punkt eines Raumes kann so orthogonal betrachtet werden, um den Raum in Originalgröße zu analysieren", erklärt er. Nach einer entsprechenden Animation eines Zwinger-Raumes, wurden auch die Städtischen Kunstsammlungen auf die Arbeit Schöners aufmerksam. Eine Zusammenarbeit wurde vereinbart.

In Shanghai sind auf diese Weise einzelne Wände des Silbervergoldeten Zimmers, des Pretiosensaals und des Juwelierzimmers in Originalgröße reproduziert zu sehen. Durch die hochauflösende Darstellung sieht man sie auch bei nächster Betrachtung gestochen scharf. „Die Aufnahmen sind so gut, dass man in Leseentfernung herangehen kann, ohne das es pixelig wird", erläutert Schöner, der Honorarprofessor an der TU Dresden ist und seit 1994 Vorlesungen und Übungen in Architekturfotografie hält. „Eigentlich sieht man auf der Aufnahme manches Detail besser, da man durch nichts abgelenkt wird und die Lichtverhältnisse nachträglich im Bild optimiert wurden", beschreibt er.Nächtelang hat Schöner dafür mit seinen Mitarbeitern im Historischen Grünen Gewölbe fotografiert. Ohne jedoch ein einziges Kunstwerk von seiner Stelle zu bewegen: alle Aufnahmen entstanden durch die gläserne Scheibe. Für die Wiedergabe des Silbervergoldeten Zimmers waren zum Beispiel 38 Einzelaufnahmen notwendig, um eine 360-Grad-Perspektive zu schaffen. „Dafür ist extrem viel Konzentration, Kenntnis von komplizierten fotografischen Techniken, Geduld und der Drang, etwas bis zum Ende durchzuziehen, notwendig".Ein besonderer Höhepunkt der Expo-Ausstellung 2010 ist die fotografische Präsentation des Hofstaats des Großmoguls, der seinen Platz im Dinglinger-Saal des Neuen Grünen Gewölbes nicht verlassen durfte. In rund 500 Einzelaufnahmen wurde dieses Kunstwerk fast Quadratzentimeter für Quadratzentimeter abfotografiert und dann die daraus entstandenen 1200 Bilddaten zusammengerechnet. Auf zehn Metern Breite ist es für etwa 25 000 Besuchern täglich auf der Weltausstellung in achtfacher Vergrößerung zu sehen. „Es ist faszinierend, wie es Jörg Schöner möglich macht, das legendäre Grüne Gewölbe mittels seiner Fotografien der Räume an anderem Ort mit seiner unverwechselbaren Atmosphäre zu erleben", ist Prof. Dr. Dirk Syndram, Direktor des Grünen Gewölbes und der Rüstkammer, beeindruckt. 

Christin Grödel

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