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„Ein Europäer in Weimar“ - Schau zu Franz Liszt

„Ein Europäer in Weimar“ - Schau zu Franz Liszt

Als „Fixstern“ und „Vaterland des Ideals“ hat Franz Liszt (1811-1886) einst Weimar bezeichnet. Dort schrieb er in nur zwölf Jahren die wichtigsten seiner Werke und verhalf der Klassikerstadt nach Goethe zu neuer kultureller Blüte.

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Ein Plakat vor dem Residenzschloss in Weimar weist am Donnerstag (23.06.2011) Spaziergänger auf die Thüringer Landesausstellung „Franz Liszt - Ein Europäer in Weimar“ hin.

Quelle: dpa

Weimar. Mit der Landesausstellung „Franz Liszt - Ein Europäer in Weimar“ wollen Weimar und Thüringen den Starpianisten, Komponisten und Musikerneuerer für sich neu entdecken.

Mehr als 350 Exponate machen bis zum 31. Oktober im Stadtschloss und im Schillermuseum mit dem Ausnahmekünstler Liszt vertraut, der als Kulturpolitiker wie kaum ein anderer seiner Zeit europäisch und abseits nationalistischer Ziele gedacht hat. „Das ist damals wie heute revolutionär“, sagte am Donnerstag Christoph Stölzl, Präsident der Hochschule für Musik „Franz Liszt“.

„Liszt hat in Weimar und Thüringen Spuren hinterlassen wie kaum ein anderer“, sagte Kultusminister Christoph Matschie (SPD) zur Vorstellung des Thüringer Themenjahrs zum 200. Geburtstag Liszts. Sein Ministerium unterstützt das Projekt mit 1,2 Millionen Euro. Mehr als 200 Veranstaltungen - Konzerte, Ausstellungen, Wettbewerbe und Tagungen - setzen sich bis Jahresende in Liszt-Städten wie Eisenach, Meinungen und Sondershausen mit dem Wirken des Komponisten und seinen Spuren in der Gegenwart auseinander. Für die Landesausstellung gaben Land und Klassik Stiftung Weimar jeweils 500 000 Euro.

Ähnlich einer Pilgerreise - getreu seines Stückes „Pèlerinage“ - ist die Ausstellung im Schillermuseum aufgebaut. „Mein Sohn, du bist vom Schicksal bestimmt! Du wirst jenes Künstlerideal verwirklichen, das vergeblich meine Jugend bezaubert hat“, meinte Vater Adam bereits 1835. Er förderte seinen Sohn und reiste mit dem jungen Starpianisten zu Konzerten und Studium durch ganz Europa. Eine Zeitschiene auf dem Fußboden verdeutlicht mit den Eckpunkten St. Petersburg, Konstantinopel Lissabon und Glasgow die Reisemanie, die unter anderem in Paris unterbrochen wurde, wo Liszt die kulturellen Größen seiner Zeit kennenlernte.

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Im Schillermuseum betrachtet eine junge Frau die Exponate. Im Mittelpunkt der Liszt-Schau stehen die europäische Dimension des Komponisten und seine in Weimar verwirklichten Kompositionen.

Quelle: dpa

Der Weg nach Weimar, wo Liszt Hofkapellmeister wurde, war kein gradliniger, aber ein Glücksfall, sagte Liszt-Experte Detlef Altenburg von der Musikhochschule. In kürzester Zeit entstand dort die Mehrzahl seiner Hauptwerke, unter anderem zwölf sinfonische Dichtungen, in denen Liszt Wort und Musik auf neue Art miteinander verband. „Innerhalb von zwei Jahren wurde Weimar zu einem Mekka für Künstler aus ganz Europa“, sagte der Ausstellungskurator. „Liszt war kein bequemer Weimarer Bürger. Er wurde gehasst und geliebt.“

Dass er aus Weimar vertrieben wurde, hält Altenburg dennoch für abwegig. „Ein Mann mit so einem Selbstbewusstsein lässt sich nicht vertreiben.“ Vielmehr habe sein Weggang nach Rom neben persönlichen auch künstlerische Gründe. Er habe wohl gemerkt, dass er in Weimar nicht mehr viel zu seinem Schaffen dazufügen konnte.

Ein wichtiger Grund sei auch das Scheitern seiner geplanten Goethe-Stiftung gewesen. Liszt wollte in Weimar eine Goethe-Stiftung errichten, die alljährlich Wettbewerbe in Literatur, Musik und Kunst austragen sollte. Der Weimarer Herzog hielt ihn jedoch hin. Nicht verwirklichen konnte Liszt auch seinen Plan eines Festspielhauses, das die Kompositionen seines Freundes und Schwiegersohnes Richard Wagner aufführen sollte - es entstand später in Bayreuth.

Die Klassik Stiftung zeigt im Schlossmuseum unter dem Titel „Kosmos Klavier“ eine historische Sammlung von Hammerflügeln. Darunter ist auch ein originaler Nachbau eines Flügels, auf dem Liszt in seinem Weimarer Domizil gespielt hat. Dreimal wöchentlich werden jetzt Weimarer Musikstudenten auf den Klavieren für die Besucher musizieren.

dpa

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