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"Ein Liebestraum": Geschwisterpaar Silvana und Mario Schöder choreographiert an Leipzigs Oper

"Ein Liebestraum": Geschwisterpaar Silvana und Mario Schöder choreographiert an Leipzigs Oper

Am Freitag feiert der dreiteilige Ballettabend "Ein Liebestraum" der Geschwister Silvana und Mario Schröder an der Oper Leipzig Premiere. Damit startet das Leipziger Ballett in das Wagner-Jahr 2013. Zum ersten Mal werden dabei Wagners Wesendonck-Lieder vertanzt.

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Choreographierendes Geschwisterpaar: Mario und Silvana Schröder bringen in Leipzig einen "Liebestraum" auf die Bühne.

Quelle: Christian Nitsche

Leipzig. Mit zwei Produktionen gibt das Leipziger Ballett sein Statement zum diesjährigen Wagner-Jahr: Dem dreiteiligen Ballettabend "Ein Liebestraum", der am Freitagabend Premiere feiert, wird im Juni "Das Nibelungenlied" auf die Bühne folgen.

Der Orchesterklang in der ersten gemeinsamen Probe von Ballett und Gewandhausorchester zu "Ein Liebestraum" sei ein Genuss gewesen, schwärmt Mario Schröder, Ballettdirektor und Chefchoreograph des Leipziger Balletts. Große Musik wurde für den dreiteiligen Ballettabend ausgewählt: Neben Richard Wagners Wesendonck-Liedern und dem "Prelude" und "Liebestod" (in einer Orchesterfassung) aus dessen Oper "Tristan und Isolde" erklingen auch Gustav Mahlers "Lieder eines fahrenden Gesellen" sowie die Corrente Nr. 2 für Orchester des 1958 geborenen Finnen Magnus Lindberg.Damit betritt das Leipziger Ballett wieder einmal tänzerisches Neuland. Wagners Wesendonck-Lieder wurden noch nie vertanzt, und in der Konstellation mit den Werken von Mahler und Lindberg gab es Wagners Musik aus "Tristan und Isolde" auch noch nicht in einer Ballett-Produktion.

Die musikalische Leitung des Abends übernimmt Ulf Schirmer, Intendant und Generalmusikdirektor der Oper Leipzig. Damit könne er zeigen, wie wichtig ihm das Ballett ist, sagt Schirmer und hebt gleichzeitig die gute Vernetzung des Balletts in seinem Haus hervor.

Der inhaltliche Bezug der ausgewählten Werke zueinander ist schnell gefunden - es geht hier um die (vergebliche) Liebe. Verarbeitete der 24-jährige Mahler den Verlust seiner ersten großen Liebe in den "Liedern eines fahrenden Gesellen", so gab 30 Jahre zuvor Wagners leidenschaftliches Verhältnis zu Mathilde Wesendonck, der Gattin seines Mäzens im Zürcher Exil, den Anlass für die Vertonung der Gedichte seiner Muse wie auch Inspiration zu seiner Oper "Tristan und Isolde".

Silvana und Mario Schröder nehmen in ihrem Ballettabend "Ein Liebestraum" diese autobiographischen Episoden Wagners und Mahlers zum Ausgangspunkt für eine Recherche, wie unerfüllte Liebe zu Kunst wird. Für die beiden Schröders, übrigens das einzige Choreographen-Geschwisterpaar Deutschlands, ist es nicht die erste Zusammenarbeit auf diesem Gebiet. Immer wieder haben sich die Karrierewege von Silvana und Mario Schröder gekreuzt.

Neben gemeinsamen Choreographie-Arbeiten tanzten sie unter anderem auch einige Jahre beide im Leipziger Ballett unter Uwe Scholz. Heute ist Silvana Schröder Ballettdirektorin des Thüringer Staatsballetts, und die jetzige Arbeit in Leipzig ist für sie "auch ein Stück nach Hause kommen".

Den "Liebestraum" haben Silvana und Mario Schröder nicht gemeinsam choreografiert - Schwester und Bruder fügen ihre eigenen Arbeiten zu einem Ganzen zusammen. Das eröffnet die Möglichkeit, sowohl die Sichtweise einer Frau als auch die eines Mannes auf das Thema "vergebliche Liebe" zu zeigen. Die Choreographie des ersten Teils (Wagners Wesendonck-Lieder, am Freitag mit dem Gewandhausorchester und der Mezzosopranistin Kathrin Göring zu hören) stammt von Silvana, für die Teile II (Mahlers "Lieder eines fahrenden Gesellen" mit dem Bariton Jonathan Michie) und III (Wagners Prelude und Liebestod flankieren Lindbergs Corrente) zeichnet Mario Schröder verantwortlich.

Unterstützt von Lichtstimmungen (Bühne, Kostüme, Video: Paul Zoller), erfährt der Ballettabend eine packende Entwicklung - etwa vom Pas de deux im ersten Teil bis hin zum Auftritt der gesamten Company bei "Tristan und Isolde", transportiert dabei die Emotionalität der Musik in getanzte Bilder und will auch individuelle Erfahrungen mit der allgegenwärtigen Liebe zeigen.

Und wie funktioniert die Zusammenarbeit von Bruder und Schwester? Mario Schröder: "Zum Glück verstehen wir uns. Das ist das Geniale daran."

"Ein Liebestraum", dreiteiliger Ballettabend von Silvana und Mario Schröder, Premiere am Freitag, 19.30 Uhr, Oper Leipzig; weitere Termine: 14./21. April, 5./23. Mai; Kartentel. 03411261261; www.oper-leipzig.de

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 10.04.2013

Birgit Hendrich

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