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Ein brachiales Popkonzept: Echo.Mensch feiern in der Villa ihr Debüt

Ein brachiales Popkonzept: Echo.Mensch feiern in der Villa ihr Debüt

Wenn Sebastian Hupfer heute Abend den Gurt seiner Achtsaiter festzurrt, die Verzerrung anschmeißt und mit fünf Kollegen in die kraftvolle, verheerende Klanglandschaft des Newcomer-Projekts Echo.

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Ein wenig wie Oomph, aber bessere Texte: Echo.Mensch.

Quelle: André Kempner

Mensch schreitet, dann sind zwischen Bandgründung und Release des Presswerk-frischen Debütalbums mehr als vier Jahre vergangen.

Vier Jahre, in denen sich aus einem Urgestein der hiesigen Bandszene eine neue Komponente entwickelt hat. Denn Echo.Mensch, das waren früher einmal Nitrolyt, in Leipzig seit 2004 an vorderster Metalfront aktiv. 2007 aber zog US-Frontmann Steve Wingard nach Neuseeland weiter und wurde durch Matthias Prokop ersetzt, dessen helle, klare Stimme bald nicht mehr zur Brachialschiene der Combo passte. Und die Metal-Attitüde irgendwann auch nicht mehr zum Rest der Gruppe. "Es war klar, dass da eine völlig andere Band entstehen wird", sagt Hupfer.

Nun ist es so weit, nach einer kleinen kreativen Ewigkeit und einer "gewissen Portion Perfektionismus in der Produktion", wie Prokop nicht unzufrieden zugibt, lädt die neue Formation zum ersten richtigen Gig. Zwar hat das Sextett schon eine Handvoll Konzerte hinter sich, vier davon sogar in Taiwan, im Rahmen eines musikalischen Austauschprojekts des Goethe- und des Leipziger Konfuziusinstituts. Die ausgefeilte Band-Endversion ist - nach Mitgliederwechseln und Dutzenden Veränderungen in den Arrangements der 15 Songs - aber erst mit der heutigen Präsentation des Erstlingswerks amtlich. Herausgegeben wird die Platte vom Leipziger Label "Kick the Flame" - und ist somit auch schon bei Amazon und Co. gelistet.

Zum Transport der Texte war von Anfang an die Muttersprache gesetzt. Warum auf Deutsch? - "Warum auf Englisch?", fragt Hupfer. "Es gibt so viele inhaltsleere, schlecht ausgesprochene englische Lieder. Musik kann dich viel intensiver berühren, wenn du Text und Musik gleichzeitig verstehst." Und wie hört sich das nun an? Ein wenig wie Oomph, wenn man möchte, textlich sind Echo.Mensch aber um Welten besser. Etwas mehr noch klingt die aufgelöste Leipziger Band Kiloherz durch (früher einer von vielen lokalen Hoffnungsschimmern in Sachen "next big thing"), aus deren Runde sich Basser Mathias Dreiack zu Echo.Mensch gesellt hat. Kiloherz-Frontmann Alexander Martin hat das Album gemischt.

Ein brachiales Popkonzept ist da in gut 50 Monaten entstanden, Musik irgendwo in der Mitte von Kopfsache und Herzensangelegenheit, die zwischen eingängigen Zerr-Hymnen und sperrigen, unbequemen Unwuchten in den Akkorden taumelt, die lyrisch wie klanglich Emotionen in deren unvermeidbare Katharsis führt. Anspruchsvolles, aber keinesfalls überengagiertes Handwerk von sechs Menschen, die nicht auf Krampf nach dem großen Sprung haschen, sondern ein "sehr professionelles Hobby" betreiben. Die Leipzigs Bandlandschaft bereichern werden und zum Einstand einen gut 70-minütigen Longplayer mitbringen, der sich kaum besser beschreiben lässt als mit einer seiner eigenen Textpassagen: So unendlich weit. Tobias Ossyra

Echo.Mensch, Record-Release-Party, heute, 20 Uhr, Villa (Lessingstraße 7), Eintritt 5 Euro, www.echomensch.de

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 03.05.2013

Tobias Ossyra

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