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Ein paar hundert von 80 Millionen: Max Giesinger im Neuen Schauspiel Leipzig

Konzert Ein paar hundert von 80 Millionen: Max Giesinger im Neuen Schauspiel Leipzig

Am Montag spielte Max Giesinger im Neuen Schauspiel Leipzig. Der eher kleine Konzertsaal war vereinbart worden, bevor Giesinger im Sommer mit einem unverhofften Hit zur Fußball-EM neue Sphären der Popularität erreichte – und dementsprechend voll.

Nach einem vierten Platz bei „The Voice of Germany“ 2012 kam seine Karriere vor allem mit der Fußball-EM 2016 in Schwung: Max Giesinger, bald 28, im Neuen Schauspiel.

Quelle: Kempner

Leipzig. Ein großer, dunkler Tourbus steht auf der Lützner Straße. Drinnen spürt man schon eine viertel Stunde vor Beginn den ersten Schweiß. Es ist brechend voll. Während laut geredet und manchmal gedrängelt wird, wabern erste vorsichtige Schwaden von einer Nebelmaschine durch den Raum. Als ein junger Mann die Bühne betritt und zum Sound der Gitarre zu singen beginnt, raunt ein „Ruhe!“ durch die Menge.

Am Montag spielte Max Giesinger im ausverkauften Neuen Schauspiel. Der eher kleine Konzertsaal war gebucht worden, bevor Giesinger im Sommer mit einem unverhofften Hit zur Fußball-EM neue Sphären der Popularität erreichte. Das Vorprogramm bestreitet jedoch zunächst Wincent Weiss. Für einen anderen Künstler aufzuwärmen, kann eine undankbare Aufgabe sein. Nicht so für Weiss und seine Musiker. Das Publikum kennt seine Songs, insbesondere natürlich „Regenbogen“, „Musik sein“ und seinen Hit vom letzten Jahr, „Unter meiner Haut“, der ursprünglich von Elif Demirezer gesungen wurde.

Weiss macht einfühlsamen deutschsprachigen Pop. Er hat eine warme und bescheidene Art, die gut ankommt und darf sich über ein Publikum freuen, das textsicher und lautstark dabei ist. Wie auch Giesinger bestätigt er die Vermutung, dass es gerade die Teilnehmer sind, die bei Castingshows nicht gewinnen, die später interessante Musik machen. Nach einer halben Stunde Konzert und einem Foto vor der jubelnden Menge macht er die Bühne für Max Giesinger und seine Band frei.

„Wollen wir diesen Abend für immer im Kopf behalten, Leute?“

Giesinger beginnt mit dem Song, der sowohl dem zweiten Album als auch der Tour seinen Namen gibt: „Der Junge, der rennt“. Obwohl das Lied einen eher melancholischen Charakter hat, schwingen rhythmisch Arme durch die Luft. Giesinger kommt an den vorderen Bühnenrand, und die Menge jubelt. Er stellt verschmitzt fest: „Es ist ganz schön warm hier.“ Seine Musik schafft es, selbstreflexive, oft traurige oder zumindest melancholische Texte mit dynamischem, auch rockigem Pop zu verbinden. Nach den ersten Songs erzählt er, dass er vor zwei Jahren im Werk 2 vor etwa 15 Leuten gespielt hat. Das dürfte sehr anders aussehen, wenn er dort im Februar wieder spielt. Seit der EM-Version von „80 Millionen“ hat seine Karriere einen Sprung gemacht. Das spiegelt sich sogar in den T-Shirts wieder, die neben der Bar verkauft werden: „Hinter euch stehen 80 Millionen“.

Dass er gleichzeitig eindringlich und groovig singen kann, beweist Max Giesinger bei „Kalifornien“. Er spaziert einmal durch den Raum, um Leute zu begrüßen, und interagiert auch sonst sehr eng mit dem Publikum. Nach „Unser Sommer“ fragt er in den Raum „Habt ihr ein bisschen Bock zu dancen, Leute? Es ist euch sicher noch nicht warm genug!“ Zu „Wenn sie tanzt“ bringt er die Leute auf die Knie, um dann aufzuspringen und loszutanzen. Das Ganze gleicht einer Party. Danach geht es etwas ruhiger zu, mit schönen Anekdoten und Songs wie „Melancholiker“ und „Nicht anders gelernt“. Gegen Ende gibt es dann „80 Millionen“ in Originalversion und teils unplugged. Natürlich lässt das Publikum ihn nicht ohne zwei Zugaben ziehen. Giesinger fragt: „Wollen wir diesen Abend für immer im Kopf behalten, Leute?“ Er endet mit „Für immer“ und dutzenden leuchtenden Handys in der Luft.

Zusatzkonzert am 21. Februar, 20 Uhr, Werk 2 (Halle D, Kochstraße 132), Karten für 22,70 Euro unter anderem im LVZ-Media-Store (Höfe am Brühl), in den LVZ-Geschäftsstellen, unter der gebührenfreien Ticket-Hotline 0800 2181050 und www.lvz-ticket.de

Von Miriam Heinbuch

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