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„Eine Nacht ist eine Ewigkeit“ – Interview mit den Club-Betreibern des Neon Palace

Lindenfels Westflügel „Eine Nacht ist eine Ewigkeit“ – Interview mit den Club-Betreibern des Neon Palace

Eine neue Disko im Leipziger Nachtleben? Fast. Für drei Nächte bauen die Theatermacher Jonas Klinkenberg und Stefan Wenzel im Westflügel eine begehbare Installation auf und veranstalten darin ein Live-Rollenspiel. Vor Eröffnung ihres „Neon Palace“ haben wir die frischgebackenen Club-Betreiber nach dem Geschäftsmodell des Amüsiertempels gefragt.

Wie sich die Nachtschwärmer im Neon Palace betragen, bleibt ihnen überlassen. Doch „das Verhalten wird Konsequenzen haben“ – eine Drohung oder ein Versprechen?

Quelle: Lindenfels Westflügel

Leipzig. Eine neue Disko im Leipziger Nachtleben? Nun ja: fast. Zumindest für drei Nächte bauen die Theatermacher Jonas Klinkenberg und Stefan Wenzel im Lindenfels Westflügel eine Art begehbare Installation auf und veranstalten darin ein Live-Rollenspiel. Sie wollen das Leipziger Figurentheater damit ab Donnerstag in einen „Nachtclub der Superlative“ verwandeln. Vor der Eröffnung ihres „Neon Palace“ haben wir die beiden frischgebackenen Club-Betreiber nach dem Geschäftsmodell ihres Amüsiertempels befragt.

Welche Zielgruppe haben Sie mit dem „Neon Palace“ im Fokus?

Jonas Klinkenberg: Der Neon Palace ist kein konventioneller Nachtclub. Vielleicht sprechen wir eher von einer Art Tor – einem Tor in eine andere Welt. Zeitlos. Es handelt sich um die einmalige Chance, einen Blick in diese Welt zu werfen und verstehen zu lernen. Ein exquisites Team steht im Neon Palace bereit, um Sie in Empfang zu nehmen und Ihnen die Gepflogenheiten näher zu bringen. Extravagante Shows, erweckende Aktivitäten, psychoaktive Beats und eine Nacht jenseits der Konventionen. Eine Zielgruppe braucht es nicht – denn es handelt sich um ein sehr ausgewähltes Publikum: Wer das Gefühl hat, er sollte Teil des Neon Palace werden, sollte der Eingebung folgen. Wir warten auf Dich, denn Du bist Neon.

Wie ist der Dresscode?

Stefan Wenzel: Wir schreiben „dress to impress“. Das ist kein Code. Wir sind ein toleranter Club, wer auf der Liste steht, kommt rein. Egal wie gedresst. Bisher zeichnet sich da ein sehr vielseitiges Bild. Eng, schrill, Leder, Plastik oder Arbeitsklamotten.

Der Neon Palace entführt in eine „futuristische Welt zwischen Dystopie und Rausch“, kündigen Sie an. Wo in aller Welt haben Sie dafür recherchiert?

Wenzel: Beide Begriffe sind in aller Munde. Da konnten wir in jedem guten Club recherchieren. Da es all zu menschlich scheint, in Anbetracht des Schreckens die Betäubung zu wählen, werden Orte der Hemmungslosigkeit auch gerade wieder wichtiger. Und wenn unsere Recherchen richtig sind, waren das auch immer Orte der Konspiration und des Widerstands.

Es liegt ein Hauch vom cineastischen Science Fiction der 80er in der Luft. Ist der Neon Palace ästhetisch näher an Ridley Scott, Luc Besson oder James Cameron?

Klinkenberg: Die Inspirationsquellen sind vielfältig, denn der Neon Palace ist geprägt von seinen Bewohnern und Bewohnerinnen. Alles, was wir sehen und sehen werden, prägt und inspiriert. Es gibt keine klaren Vorbilder. Tauchen Sie ein in die kollektive Rezeption einer zukünftigen Vergangenheit. Der Neon Palace steht außerhalb der konventionellen Zeit – eine Nacht ist eine Ewigkeit. Was ist Zukunft? Was ist Vergangenheit? Es zählt nur diese eine Nacht, immer wieder.

„Wer sagt, dass die Ecken sicher sind?!“

Das Nachtleben ist hier offenbar digital oder zumindest „am Rande der analogen Welt“. Wo verläuft die Grenze?

Klinkenberg: Gibt es eine Grenze? Gibt es eine analoge Welt? Wir laden Sie ein, am Abgrund zu tanzen – der Sprung in die Realität steht bevor. Der Neon Palace braucht Dich!

Welche „Implants“ sind es, die laut Ankündigung die „hämmernden Beats“ im Neon Palace „zum Vibrieren“ bringen?

Wenzel: Oh da gibt es viele Möglichkeiten, jede und jeder hier im Palace hat nun einmal Implants, die auf die persönlichen Bedürfnisse angepasst sind. Ich zum Beispiel habe mir mein Auge upgraden lassen. Das Vibrieren der Implants bei gewissen Frequenzen ist aber eher ein Nebeneffekt und so nie beabsichtigt gewesen. Es ist auch durchaus zwiespältig, einige kitzelt es angenehm, einige gelangen dadurch in Ekstase, wieder anderen bereitet es starkes Unwohlsein.

In jeder Disko gibt es neben denen, die sich auf der Tanzfläche exaltieren, auch solche, die das Geschehen lieber aus einer sicheren Ecke beobachten und allenfalls mit dem Kopf leicht im Takt nicken. Ist ein solches Verhalten auch im Neon Palace möglich?

Klinkenberg: Es gibt nur diese eine Nacht, eine einzige Chance, den Neon Palace zu erleben und zu erforschen. Der wohl wichtigste Hinweis: Sprechen Sie mit uns! Wir freuen uns über Geschichten von außen und haben viele Geschichten über den Neon Palace zu erzählen. Und wenn Ihnen dann nach Tanzen ist, dann machen Sie die Tanzfläche zu Ihrem Refugium – wollen Sie lieber etwas trinken, mit sich selbst Kontakt aufnehmen, spielen oder sich waschen, dann stehen wir Ihnen auch dabei zur Seite. Tun Sie, was Ihnen gefällt, aber tun Sie es mit Inbrunst. Und wer sagt, dass die Ecken sicher sind?!

Wie sehr haben Sie im Griff, wohin eine Nacht im Neon Palace steuert?

Wenzel: Sagen wir mal, wir sind auf einiges eingestellt. Wir haben die Zukunft nicht im Griff. Unsere Gäste treffen natürlich ihre eigenen Entscheidungen. Aber wir haben die Fährten gelegt. Bleibt nun den Rekrutierten überlassen, ob sie diese wahrnehmen, ihnen folgen oder sie ganz andere Wege wählen. Das Verhalten jedenfalls wird Konsequenzen haben.

„Neon Palace – a Nightclub Exploration“, Donnerstag bis Samstag im Lindenfels Westflügel (Hähnelstraße 27), Einlass variiert zwischen 19 und 20 Uhr, Anmeldung erforderlich unter service@westfluegel.de oder www.neon-palace.de – daraufhin erhält man eine Antwortmail mit den Details, Karten 25/20 Euro.

Von Mathias Wöbking

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