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Eine Stadt voller Kunst - Drei Galerien rufen in die Leipziger Innenstadt

Eine Stadt voller Kunst - Drei Galerien rufen in die Leipziger Innenstadt

Manchmal muss es eben Hölderlin sein. "Komm ins Offene", ruft Aris Kalaizis in der Maerzgalerie im Geiste des Dichters. Offenheit - damit wird hier nicht auf die Form angespielt, der Leipziger überlässt in seinen symbolisch aufgeladenen Inszenierungen auch weiterhin nichts dem Zufall, sondern auf die Themen: "Momente der Magie, des Wunders bis hin zur plötzlichen Offenbarung", verspricht die Galerie.

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Rundgang durch die Galerien auf dem Leipziger Spinnereigelände.

Quelle: André Kempner

Leipzig. Geht es nicht eine Nummer kleiner?

Jawoll, zumindest auf den ersten Blick: Halle 14 philosophiert in ihrer neuen Gruppenausstellung "Über den Dilettantismus". Es geht um das Laienhafte, Hobbymäßige, die Liebhaberei. "Ein Thema, das ja irgendwie auch mit uns als Verein und Ausstellungsmachern zu tun hat", sagt Kurator Frank Motz und findet einen Weg zwischen Selbstironie und Understatement sowie beim Presserundgang zwischen Kisten und Aufbaugerät.

Auch hier verweist manches ins Wunderliche, wenn nicht ins Wunder, wie bei Karl Hans Janke, der mit der Diagnose "paranoide Schizophrenie" die Jahre von 1950 bis zu seinem Tod 1988 im Krankenhaus Hubertusburg in Wermsdorf verbrachte und dort allein über 3000 Zeichnungen anfertigte. Seine Themen: Raumfahrt, Motoren, Energie. Ein Leben als Parabel über Genie, Wahn und Sinn. Ein Werk, das inzwischen viele auch unter künstlerischen Aspekten betrachten. Und das ist nur eine von 23 Positionen in der großen Ausstellung.

Es ist wieder ein sehr weites Feld, das bei diesem Rundgang beschritten werden kann. Auf der einen Seite stehen gute Bekannte: Christoph Ruckhäberle zeigt bei Kleindienst Malerei und Zeichnung. Seine "Frau im Mond" - so heißt auch die Schau - verbirgt und enthüllt sich in einem verschlungenen Liniendickicht; und will einen irgendwie nicht loslassen. Das erste Mal seit fünf Jahren ist der Leipziger David Schnell bei Eigen+Art zu sehen. Das Vertikal-Architektonische seiner visuellen Überwältigungen hat er, scheint es, in landschaftsartige Visionen mit fantastischen Farb-Himmeln überführt.

Eher figürlich - auch wenn die Schublade natürlich klemmt - malt Johannes Tiepelmann, der in der Galerie Archiv Massiv gezeigt wird. Dem Erhabenen will der irische Künstler David O'Kane, Meisterschüler von Neo Rauch, in der Josef Filipp Galerie nachspüren. Die Malerei-Installation "The Persistence of Vision" besteht aus 24 Werken. Das ist nicht zufällig die Zahl von Bildern, die für eine Sekunde Film benötigt werden. Hier wiederum geht es auch um die Bilder, die zwischen den Bildern im Kopf entstehen.

Auf Reisen geht es - zumindest zum Schein - in der Werkschauhalle 12, wo noch einmal die Gruppenausstellung "Viaggio in Italia - Italienische Reise" geöffnet wird. Gezeigt werden Arbeiten von Schülern der Klassen für Intermedia (Alba D'Urbano) und für Fotografie (Tina Bara) der Hochschule für Grafik und Buchkunst sowie von Gästen. Thema ist die Tradition der Bildungsreise nach Italien. Die Teilnehmer hatten dafür die berühmte "Grand Tour" in umgekehrter Richtung absolviert.

Seine erste Einzelausstellung in der Galerie Jochen Hempel präsentiert der Berliner Carsten Fock. Der Künstler jongliert mit Bildern, die er wie unlängst im Frankfurter Museum für Moderne Kunst im Zollamt zu fantastischen Installationen zusammenfügt. "Herdentiere" werden bei Queen Anne gejagt. Rinder, Pferde, Ziegen, Insekten und Menschen, verspricht die Galerie, tummeln sich auf Leinwänden (Undine Bandelin) oder treiben sich als Plastik (Dana Meyer) herum.

Kommen wir zur Frage aller Fragen: Was tun? Die stellt bei ASPN die Künstlergruppe FAMED. Ausweichen, Nichtstun oder Sich-Stellen? Auf die Antwort der drei Künstler, bekannt für ihre genial-artistischen Durchleuchtungen des Scheins, dürfen wir gespannt sein.

Rundgang in der Spinnerei (Spinnereistraße 7): Sa 11-21, So 11-18 Uhr; neue Ausstellungen im Tapetenwerk: Freitag 17-24 Uhr Tapetenwerkfest, Sa 11-19, So 11-17 Uhr

Von Jürgen Kleindienst

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