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Einmal aus der Rolle fallen: Zombiewalk am Samstag in Leipzig

Einmal aus der Rolle fallen: Zombiewalk am Samstag in Leipzig

Rostige Fleischerbeile und glaffende Wunden ziehen morgen die Blicke auf sich, wenn einer der größten Zombies-Flashmobs durch die Leipziger Innenstadt zieht und sich hunderte Anhänger der lebenden Toten auf dem Augustusplatz tummeln.

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Schon im vergangenen Jahr lebten sich die Organisatoren des Zombiewalks ganz authentisch aus: Femi van Heartman und The Butcher fallen über Zombie-Jesus her, der damit im Überlebenskampf scheiterte.

Quelle: Mrs Suicide

Schlürfend, grunzend, röchelnd bewegen sie sich fort - die Untoten unzähliger Geschichten. Als seelenlose Abbilder ihrer selbst fallen die Zombies über Menschen und Angehörige her - ein Biss und nur wenige Augenblicke später mutiert die liebevolle Mutter oder der gerade einmal sechs Jahre alte Sohn zu einem lebenden Toten.

Solche Szenen haben das empfängliche Filmpublikum schon das eine oder andere Mal tief schlucken lassen, doch auch gleichzeitig die Faszination für die schonungslosen Beißer geweckt. Da fachsimpelt der Freundeskreis im Nachhinein über die richtige Vorgehensweise im Fall der Fälle: Wer würde sich als Anführer eignen? Ist es sicherer, sich zu verbarrikadieren oder in Bewegung zu bleiben?

Diese Fragen hat sich auch der junge Leipziger, der unter dem Namen Femi van Heartman firmiert, schon gestellt. Aber in diesen Tagen bleibt wenig Zeit für die Gedankenflucht. Denn van Heartman lebt seine Zombie-Leidenschaft ganz praktisch aus. Als Mitorganisator eines der größten Zombie-Flashmobs in Deutschland, schlägt er sich derzeit mit der Planung der Veranstaltung herum. Bereits im Jahr 2010 übernahmen van Heartman und seine Mitstreiter mit den Pseudonymen The Butcher und ZombieJesus die Organisation des Flashmobs, der in Leipzig zum ersten Mal 2008 stattfand. Seitdem versammelt das Veranstalter-Trio jährlich eine Horde Untoter auf dem Augustusplatz, die dann langsam schnaufend Richtung Innenstadt zieht. Den Startschuss gab im letzten Jahr eine in die Höhe gerichtete Sense, an deren Ende ein "abgetrennter Kopf" baumelte.

Für Monster interessiert sich van Heartman seit jeher, doch Zombies gehören für ihn einer viel bedrohlicheren Kategorie an: "Ein Monster kann man bekämpfen oder wegrennen. Aber was macht man im Falle einer Zombie-Apokalypse? Zombies sind zwar langsam, aber dafür überall. Fliehen oder kämpfen - beides ist sinnlos. Da bleiben als wichtigste Fragen nur noch: Warum mache ich weiter und wie?"

Die große Resonanz, die der Zombie-Flashmob vergangenes Jahr mit mehr als 500 Teilnehmern mit sich brachte, überraschte van Heartman und seine Mitstreiter, die selbst nur etwa 300 Menschen erwarteten. Die große Nachfrage erklärt sich der Walk-Initiator durch den "Reiz des Besonderen. Dem einen gefällt es vielleicht, sich zu verkleiden. Der nächste findet Zombies cool. Wieder ein anderer will einfach mal auffallen. Uns gefällt es einfach, etwas anderes zu machen und ein buntes Portfolio des Leipziger Undergrounds zu mobilisieren. Und gemeinsam mal gegen das Normale zu sein. Was heißt, dass der Zombiewalk auch gerade für jeden Normalen etwas ist, der mal ausbrechen will."

Das Publikum hat sich bereits gewandelt. Während zu Beginn des Zombiewalks die alternative Szene mit Gothics, Horror-Punks und Psychobillies sehr präsent war, mischten sich vor einem Jahr deutlich mehr Familien mit Kindern unter die Leute. Via Facebook haben sich für den kommenden Zombiewalk bereits mehr als 1000 potenzielle Zombies angemeldet, die - wenn es nach van Heartman ginge - ruhig geräuschvoller als im letzten Jahr durch die Straßen ziehen könnten. Denn "gegrunzt wird leider noch zu wenig".

iSechster Zombiewalk, Samstag, 16 Uhr, Augustusplatz, im Anschluss Aftershow-Party in der Villa (Lessingstraße 7) nur für Zombies.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 27.09.2013

Melanie Schröder

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