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Eins mit dem Takt: Paul Kalkbrenner begeistert sein Leipziger Publikum

Haus Auensee Eins mit dem Takt: Paul Kalkbrenner begeistert sein Leipziger Publikum

Sein „Sky And Sand“ aus dem Film „Berlin Calling“ verblieb 128 Wochen in den Charts. Es überrascht wenig, dass Paul Kalkbrenners Auftritt am Donnerstagabend im Haus Auensee seit Monaten ausverkauft war. Der 38-Jährige bot seinen Fansein herzerwärmendes Klang- und Lichtspektakel.

Warme Farben, warme Klänge: Paul Kalkbrenner, vor 38 Jahren in Leipzig geboren, im Haus Auensee.
 

Quelle: Wolfgang Zeyen

Leipzig.  Sätze wie: „Dann hätten wir doch zu Hause mehr trinken sollen“ und „Ich dachte, zwei Jacken reichen“ fallen in der langen Schlange. Durch die personalisierten Tickets, auf die Kalkbrenner setzt, um den überteuerten Weiterverkauf bei ausverkauften Konzerten – wie heute – zu vermeiden, dauert der Einlass nachvollziehbar länger. Einige, die keinen Ausweis dabei haben, müssen zurück, um am dafür vorgesehenen Wagen eine andere Lösung zu finden.

Das Konzert muss letztlich zehn Minuten später anfangen. Einmal im großen, hölzernen Saal, hilft dann die zum Beginn des Sets wie Sonnenstrahlen wirkende Bühnenbeleuchtung beim Aufwärmen. Die unweigerlich beginnende Bewegung des eigenen Körpers trägt ihr Übriges bei.

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Seit Gastspiel in Leipzig war seit Monaten ausverkauft – Bilder von Paul Kalkbrenners Gesichtsfasching im Haus Auensee.

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Paul Kalkbrenner, der 38-jährige gebürtige Leipziger, der schon seit seiner Kindheit in Ost-Berlin lebt, legt ruhig los. Er lässt sein Publikum erst einmal auftauen, warm werden mit dem Live-Arrangement seines neuen Albums „7“. Nachdem er sein weit oben in den Charts vertretenes Lied „Cloud Rider“ angespielt hat, verschärft sich das Tempo. Seine Lieder verbinden schmachtend-romantische Pop-Melodien mit aktuellem Deep-House. Zum Weltkuscheltag taucht das Publikum in ein allgemeines Wohlbefinden, eingerahmt in eine Komposition aus Licht und Musik.

Der Berliner interpretiert die Stücke seines Albums live neu, nimmt sie auseinander, setzt sie anders zusammen, ergänzt sie situationsabhängig. Ohrwürmer in Endlosschleife. Keinen Takt zu lang, keinen Beat zu wenig. Kalkbrenner schmiedet seinen eigenen kleinen Kosmos, in dem sich jeder zwischen acht und achtzig zu Hause fühlt. Auch wenn große Teile seiner Gefolgschaft viele Jahr jünger sind als „ihr Paule“, ist die Verbindung zwischen Künstler und Anhänger ungebrochen – Elektro-Übervater eben.

Eins mit dem Takt

Viele junge Mädchen dominieren das Publikum, in dem gleichwohl jede Generation vertreten ist. Die Musik erfasst und reißt sie alle mit. Wie in seiner Video-Trilogie „Florian“ werden sie unweigerlich eins mit dem Takt und den Melodien. Schaut man von der Seite in die Menge, malt das Stroboskop ihre Gesichter hell, um sie im nächsten Moment wieder in die Dunkelheit entschwinden zu lassen. Wie in einem Daumenkino ändern sie ihre Position und verschmelzen zu einer riesigen, sich im Rhythmus bewegenden, einzigen Silhouette. Über allen steht Paule, schweigend, aber nicht leise. Seine Arrangements sprechen für ihn. „Sky And Sand“ aus dem Hannes-Stöhr-Film „Berlin Calling“ verblieb 128 Wochen in den Charts und sorgt auch in Leipzig für den absoluten Höhepunkt.

Zweimal kommt Kalkbrenner zurück auf die Bühne. Als das animierte Pendel auf der riesigen Leinwand in seinem Rücken zeitgleich mit dem letzten Ton von „Aaron“, ebenfalls aus dem Berlin-Calling-Soundtrack, stoppt, ist nach 150 Minuten Offenbarung des Synthi-Himmels Schluss. Nun heißt es zurück in die Kälte, jedoch mit aufgewärmtem Herzen, das einen nach Hause und weiter trägt.

Von Mathias Schönknecht

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