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Einzigartige Schau mit Kokoschka-Zeichnungen im Dresdner Kupferstich-Kabinett

Einzigartige Schau mit Kokoschka-Zeichnungen im Dresdner Kupferstich-Kabinett

Gitta in Öl, Alma, Bianca oder Indra in Farbstift, Kreide oder Kohle: Das Dresdner Kupferstich-Kabinett zeigt unter dem Titel „Kokoschka als Zeichner“ von diesem Samstag an erstmals die Sammlung des Musikers Willy Hahn (1896-1988).

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Das undatierte Hand Out des Dresdner Kupferstich-Kabinett zeigt die Bleistiftzeichnung „Zwei Mädchen bei der Kostümprobe“ von Oscar Kokoschka.

Quelle: dpa

Dresden. „Die Präsentation der in Freundschaft zum Künstler entstandenen Kollektion ist eine Sensation“, sagt Museumsdirektor Bernhard Maaz. Bisher seien nur einzelne Blätter in internationalen Ausstellungen gezeigt worden. Die rund 80 Arbeiten zeugen bis 3. Oktober vom zeichnerischen Oeuvre des Expressionisten. Danach geht die Schau nach Salzburg.

Die Besonderheit der über Jahrzehnte gewachsenen Sammlung liege in ihrer Fülle und der persönlichen Beziehung von Künstler und Sammler. „Sie zeigt die ungewöhnliche Homogenität des zeichnerischen Werks“, sagte Maaz. In Dresden, wo Kokoschka 1919 bis 1923 Professor an der Kunstakademie war, werde dessen Entwicklung als Zeichner von Schiele, Klimt und Nolde über (Selbst-)Porträts bis zu Landschaften und Naturstudien anhand herausragender Beispiele deutlich. Sie vereinen alle Schaffensphasen von Wiener Figurstudien über Landschaften aus der Zeit mit Alma Mahler und Dresdner Porträts bis zur Neoklassik- Phase in den 30er Jahren, im britischen Exil Geschaffenes sowie späten Porträts und Naturstudien.

Kokoschka (1886-1980) gehört laut Maaz zu den großen Malern und Zeichnern des 20. Jahrhunderts. Für den Sohn des Sammlers und Leihgebers, Peter Hahn, ist die Schau „große Freude und Genugtuung“. Sein Vater habe die Kunstwerke über Jahrzehnte zusammengetragen und sie häufig sehr zeitnah zu ihrer Entstehung erworben oder erhalten. Willy Hahn wuchs in Köln auf, studierte in Bonn und Berlin Musik und war nach ersten Kapellmeister-Engagements in Aachen, Stuttgart und Stettin freier Musiker beim Berliner Rundfunk. Ein Kokoschka-Bild auf der Sonderbundausstellung Köln 1912 begründete sein lebenslanges Interesse an moderner Kunst.

Schon während des Studiums stand er in persönlichem Kontakt mit Emil Nolde, Ernst Ludwig Kirchner, Erich Heckel oder Max Beckmann. „Kokoschka lernte er erst 1951 persönlich kennen“, erzählte Sohn Peter. „Es entstand schnell eine Freundschaft, die ein Leben lang hielt.“ Seit 1948 sammelte Hahn Kunst. Der Sohn war oft bei Besuchen seines Vaters in der Schweiz dabei. „Kokoschka war ein zugänglicher, freundlicher und überaus großzügiger Mann, der meinen Vater beim Zustandekommen der Sammlung intensiv beraten hat.“ Er schenkte ihm wichtige Arbeiten, die die Privatsammlung einzigartig machen.

Die Herkunft aller vor 1945 entstandenen Kunstwerke wurde auf Initiative und finanziert von Hahn recherchiert. „Es wurden keine Blätter aus einst jüdischem Kunstbesitz gefunden, der zwischen Januar 1933 und Mai 1945 entzogen wurde“, sagte Maaz der Nachrichtenagentur dpa. Die Dresdner Kunstsammlungen vermissen seit der NS-Aktion „Entartete Kunst“ 8 Zeichnungen, 39 grafische Blätter, 5 Mappenwerke und alle 6 Gemälde von Kokoschka. Nach Angaben von Kuratorin Agnes Matthias umfasst der derzeitige Kokoschka-Bestand 11 Zeichnungen, 94 Grafiken und 4 Mappenwerke. „Mit der Ausstellung können wir die Spuren der Geschichte wenigstens vorübergehend kompensieren.“

dpa

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