Volltextsuche über das Angebot:

19 ° / 10 ° wolkig

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
Einzige Frau unter sechs Finalisten gewinnt - Deutscher Buchpreis geht an Ursula Krechel

Einzige Frau unter sechs Finalisten gewinnt - Deutscher Buchpreis geht an Ursula Krechel

Für ihren Nachkriegsroman „Landgericht“ hat Ursula Krechel den Deutschen Buchpreis 2012 erhalten. Dies gab die Jury am Montagabend in Frankfurt bekannt. In einer Mischung aus Fakten und Fiktion erzählt die in Berlin lebende 64-jährige Autorin in ihrem Buch die Geschichte eines jüdischen Richters.

Voriger Artikel
Vier Journalisten erhalten Leipziger Medienpreis - Bettina Rühl unter den Preisträgern
Nächster Artikel
Schokomosaik und Kissenwand – Schau der Meisterschüler an der HGB Leipzig eröffnet

Die Schriftstellerin Ursula Krechel bei der Verleihung des Deutschen Buchpreises 2012 in Frankfurt am Main.

Quelle: Boris Roessler

Frankfurt/Main. Nach seiner Flucht aus Nazi-Deutschland kehrt er 1947 in seine Heimat zurück und stößt erneut auf Abwehr. Im nüchternen Chronikstil beschreibt Krechel zugleich den schwierigen Neuanfang nach dem Krieg und die Verdrängung der Nazi-Vergangenheit. Sie betrachte ihr Buch auch „als persönliche Wiedergutmachung an den Opfern“, sagte Krechel bei der Preisverleihung.

„Bald poetisch, bald lakonisch, zeichnet Krechel präzise ihr Bild der frühen Bundesrepublik - von der Architektur über die Lebensformen bis hinein in die Widersprüche der Familienpsychologie“, heißt es in der Begründung der Jury für die mit 25 000 Euro dotierte Auszeichnung. Das Buch sei ist ein „bewegender, politisch akuter, in seiner Anmutung bewundernswert kühler und moderner Roman.“

Krechel hat sich mit 13 Gedichtbänden vor allem als preisgekrönte Lyrikerin einen Namen gemacht. „Landgericht“ ist erst ihr zweiter Roman. Schon in ihrem 2009 erschienenen Erstling „Shanghai fern von wo“ hat sie sich mit dem Schicksal von in der Nazizeit vertriebenen Juden beschäftigt. Dabei stieß sie auf die Personalakte eines Juristen, den sie zur Hauptperson ihres neuen Romans machte.

Krechel, in Trier geboren, arbeitete nach ihrer Promotion in Germanistik zunächst als Journalistin und Dramaturgin. 1973 ließ sie sich als freie Autorin und Dozentin nieder. Sie lebt in Berlin.

Im Finale setzte sich Krechel gegen fünf weitere literarische Neuerscheinungen durch. Auf der Shortlist standen außerdem noch Wolfgang Herrndorf mit seinem Wüstenroman „Sand“, Ernst Augustin mit „Robinsons blaues Haus“, Clemens J. Setz mit „Indigo“, der Roman „Fliehkräfte“ von Stephan Thome und Ulf Erdmann Zieglers Buch „Nichts Weißes“.

Der Deutsche Buchpreis wird traditionell am Vorabend der Frankfurter Buchmesse verliehen. Im vergangenen Jahr war Eugen Ruge für seine DDR-Familiensaga „In Zeiten des abnehmenden Lichts“ mit dem Buchpreis ausgezeichnet worden. Sein Roman stand monatelang auf den Bestsellerlisten. Der Deutsche Buchpreis gilt als die Auszeichnung mit der größten Publikumswirkung im deutschen Literaturbetrieb. Die Auszeichnung vergibt der Börsenverein des Deutschen Buchhandels seit 2005.

dpa

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus News
  • Lachmesse Leipzig 2017

    Vom 15. bis 20. Oktober 2017 werden in Leipzig wieder massiv die Lachmuskeln gereizt. Über 180 Künstler kommen zur Lachmesse. mehr

  • Panometer Leipzig - Dresden
    Panometer Leipzig: Alle Infos zum "Titanic" und den weiteren Panoramaprojekten von Yadegar Asisi

    Erfahren Sie im Special von LVZ.de alles zu den Panoramen "Titanic" und "Dresden im Barock" mehr

  • Leipziger Opernball 2017

    Schwungvoll im Dreivierteltakt: Der Leipziger Opernball „Moskauer Nächte“ lädt am 4. November aufs Parkett. Hier finden Sie Infos und Fotos zum Event. mehr

  • Lichtfest Leipzig 2017

    Alljährlich am 9. Oktober erinnert das Lichtfest Leipzig auf dem Augustusplatz an die Ereignisse im Herbst 1989. Hier gibt es alle Infos. mehr

Blättern Sie hier durch die aktuelle Veranstaltungsbeilage "Applaus" und finden Sie Konzerte, Shows, Ausstellungen, Sport-Events und mehr in Leipzig und Umgebung. mehr

Erfahren Sie mehr auf www.leipziger-museen.de

"Stasi – Macht und Banalität": Gedenkstätte Museum in der "Runden Ecke" gibt Einblicke in den SED-Überwachungsstaat. mehr

  • Leipzig Wiederentdeckt
    Leipzig Wiederentdeckt

    Die 13 Filme schildern eine einzigartige Zeitreise durchs 20. Jahrhundert der Stadt Leipzig – von den Anfängen des Films bis zur Wendezeit. Mit bis... mehr

  • Leipzig-Album
    Leipzig-Album

    Welche Ereignisse sind den Bürgern der Messestadt besonders in Erinnerung geblieben, welche Orte oder Gebäude sind verschwunden oder haben sich gew... mehr