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Elsterglanz feiern Premiere ihres neuen Films in Eisleben

„Der Schlüssel zur Weibersauna“ Elsterglanz feiern Premiere ihres neuen Films in Eisleben

Tausche Seele gegen den „Schlüssel zur Weibersauna“: Zur Premiere des zweiten Films von Elsterglanz ging es am Freitag im Eislebener Landestheater hoch her. Das Komiker-Duo feierte sein neues Machwerk mit Sterni und vielen Schauspiel-Kollegen.

Premierenparty mit Sterni: Gilbert (Gilli) Rödiger und Sven Wittek von Elsterglanz feierten ihren neuen Film in Eisleben.
 

Quelle: Karsten Möbius

Eisleben.  Man liebt sie und ihren Humor oder wendet sich naserümpfend ab. Dazwischen gibt es nichts. Wer sich Elsterglanz, benannt nach der DDR-Polierpaste für Chrom, Stahl und Silber, nicht von vornherein verschließt, wird belohnt. Mit einem Witz, der geradeaus ist. Ungekünstelt. „Flach“, schreiben nicht wenige Kritiker. „Damit kann nicht jeder etwas anfangen.“ Stimmt. Da wird nicht mit dem Skalpell sinnlich ziseliert, die Eislebener greifen zu etwas weit Größerem: dem Mansfelder Dialekt. Der ist hart, wie die, die ihn geprägt haben, die Bergleute und Bauern der Region, wie Wikipedia wissen lässt.

„So isses, Meiner.“ „Wenigstens hamm wer Glück mit dem Wetter.“ Zur Premiere des zweiten Films des Duos („Der Schlüssel zur Weibersauna“) am Freitag im Eislebener Landestheater outet sich das Publikum als kenntnisreich. Ganze Textpassagen des ersten Streichs („Im Banne der Rouladenkönigin“) werden dargeboten. Etwa die vom überflüssigen Internet („Is doch ‚ne Totgeburt. Braucht keen Mensch, genau wie Biergläser.“) Auf den Tischen Sterni aus Leipzig, der Haustrunk des Duos. Gläser, Fehlanzeige. Warum auch. Viele Gesichter kennt man. Freunde von Gilbert (Gilli) Rödiger und Sven Wittek. Die beiden haben sie erneut vor die Kamera geholt.

„Beim ersten Mal war ich aufgeregt. Da half nur Bier und so. Jetzt ging alles wie von selbst.“ Bernd Stange spielt in der Weibersauna erneut Bernd, das Orakel. Gage? „Ach was!“, sagt der Schlosser, der die beiden Eislebener seit Ewigkeiten kennt. „Für den Spaß, den wir haben, müsste ich noch was mitbringen.“

Prost

Prost: Auch Prinz Tobias Künzel kam zur Premierenfeier.

Quelle: Karsten Möbius

„Die beiden sind absolute Profis“, erzählt Nancy („Keule“) Engelmann – ebenfalls seit Jahren mit Elsterglanz befreundet. Sie spielt eine Fahrschülerin. „Ich bin gespannt, worum es im Film eigentlich geht.“ Wie? „Na, Gilli und Sven haben nichts verraten. Ehrlich gesagt, weiß hier keiner, der mitgemacht hat, was gleich kommt.“

Gedreht wurde wieder in und um Luthers Geburtsstadt Eisleben. Wie beim ersten Mal finanzierten Elsterglanz den Streifen selbst mit kleinem Budget und Freunden. Hinter Strüffler Production und Hakkelätter Records stehen die beiden selbst, eine Minikamera plus Stativ (Sven: „Unser mobiles Pornostudio.“) und ein Mac, an dem geschnitten wird.

Das geht. Und wie. Die Story ist schnell erzählt und auch wieder nicht. Eigentlich dreht sich alles darum, an den Generalschlüssel zur Sauna am Süßen See zu kommen, um die Schönen des Mansfelder Landes heimlich so zu sehen, wie Gott sie geschaffen hat. Das garnieren die Stahlreiniger mit einer Fülle aberwitziger Einfälle. Da staken Männer in Frauenkleider auf Highheels, absolviert Gilli die Fahrschule samt lebenden Schwein auf dem Pkw-Hänger („Quiekt es, fällst du durch.“), verschreiben sich beide dem Teufel, tanzt eine Katze mit Reflektor und Kühlakku – die Olsenbande lässt grüßen – sämtliche Wachschutzsysteme aus, tritt ein Klingone auf und, und, und...

Es gibt Gastauftritte von Olaf Schubert, Cindy aus Marzahn oder Tobias Künzel von den Prinzen. Sven Wittek leidet diese mal am Matroschka Autismus Syndrom - und schielt wieder. Das Haar ist stümperhaft schräg, wie mit der Gartenschere, geschnitten. Gilli trägt pinke Trainingshose und gelbe Stiefel.

„Die Weibersauna“ ist professioneller gemacht als der Vorgänger. Die Dramaturgie stimmt. Das Premierenpublikum verzieh einige Längen, die der Film hat, und feierte das Duo und jeden der Schauspieler frenetisch.

Nach der Premiere ging es hoch her im Theater. Bestellt wurde zünftig: „Bedienungsfachkraft! Jibe uns mal ne Soße!“ Besonders Fachkundige meinten. „Wir woll’n uns ne Soße in’n Zylinder knetschn!“

Für, dieser Sprache Unkundige gibt es auf der Facebookseite von Elsterglanz Erhellung: Ein romantisches Abendessen ist laut „Mansfäller Sprachschule“ Zeitverschwendung, Warmsaufen oder Portmoneetod. Ein Kopfschlag ist ein Vergissmeinnicht, Nüschelpresse oder Amnesieknetsche. Bier ist Brühe, Lorke oder Soße. Und Bierglas wird mit Hülse, Kanne oder Trichter übersetzt, ist aber, wie bereits erwähnt überflüssig - wie das Internet.

Der Film kommt am 9. Juni in die regionalen Kinos. Auch die Großen sollen Interesse angemeldet haben.

Von Andreas Dunte

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Eisleben
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