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Entspanntes Lümmeln mit Bier: Schwede Daniel Norgren mit Amerikana in Leipzig

UT Connewitz Entspanntes Lümmeln mit Bier: Schwede Daniel Norgren mit Amerikana in Leipzig

Manchmal kann alles ganz einfach sein. Also das mit dem, was man ein beglückendes Konzert nennen mag. Ein solches gab am Sonntag der schwedische Singer-Songwriter Daniel Norgren mit seinen zwei Mitmusikern Anders Grahn (Kontrabass) und Pelle Nyhage (Schlagzeug und Orgel) im UT Connewitz.

Gepresste Stimme, fließende Melodien: Daniel Norgren im UT.

Quelle: Wolfgang Zeyen

Leipzig. Und wie die drei das bewerkstelligten, also das mit dem Beglücken, war in der Tat von der einfachsten und schnörkellosesten Art entspannter Selbstgewissheit, die man sich nur wünschen kann.

Alles passt an diesem Abend. Fängt schon damit an, dass das Konzert bestuhlt und der Saal dabei gut besucht ist, ohne überfüllt zu sein. Man kann also sein Bier holen, ohne nervig anstehen zu müssen, und sich dann in einen der alten Kinositze lümmeln. Entspanntes Lümmeln mit Bier nämlich ist durchaus eine angemessene Haltung, die man einnehmen kann, wenn man Norgrens Musik lauscht.

Und auch, dass der das Konzert dann pünktlich auf die Minute um 21 Uhr beginnt, passt. „It’s our first time in Leipzisch“, erklärt Norgren lächelnd, um späterhin noch kurz diesen „beautiful Sunday“ und das deutsche Bier zu loben, und es damit im Grunde gut sein lässt mit den Statements zwischen den Songs, die sich zu diesem Konzert vor allem aus den zwei aktuellen CDs „Alabursy“ und „The Green Stone“ rekrutieren.

Nicht Imitat, sondern Verinnerlichung

Songs, die in Folk, Blues und Blue Grass wurzeln. Und die wie überm Lagerfeuer aufgekocht wurden mit harschen Southern-Rock-Riffs auf der E-Gitarre oder mit gefühlsstarken Soul-Harmonien auf dem Klavier. Beides bedient Norgren mit Bravour, und in jedem Fall weht der musikalische Wind aus West bis Südwest aus Amerika nach Schweden rüber, wo Norgren ja schon als Kind seine Nase in eben diesen Wind steckte. Sich wieder und wieder am Blues versuchend auf einer alten Gitarre, die sein Vater auf dem Müll gefunden habe.

Zumindest geht so die Erzählung. Und ob die nun in den Bereich der schönen Legenden fällt oder nicht, ist insofern egal, als dass Norgrens Musik eben tatsächlich nicht nach Imitat, mal schlechterer, mal besserer Aneignung klingt, sondern nach echter Verinnerlichung.

In weitem Hemd und speckiger Basecap steht Norgren am Mikro und rudert gern mit der Gitarre, als paddle er mit einem Kanu gegen den Strom. Mit gepresster Stimme in fließenden Melodien treibend. Song für Song ziehen da vorbei in ruhigem Gleichmaß. Halten mal Inne in ausführlicheren, aber nie ausufernden Soli und sind selbst, wenn sie sich mal kantiger, rockiger gebärden, immer in diese bestimmte Wehmut gehüllt, von der man einfach nicht genug bekommen kann. Und trotzdem ist es natürlich irgendwann genug, ist inklusive Zugabe nach knapp 90 Minuten das letzte Stück des Abends gespielt und der Applaus begeistert. Doch, passt alles.

Von Steffen Georgi

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