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Erfolg bei Versteigerung: Unbekannte Mendelssohn-Briefe kommen nach Leipzig

Erfolg bei Versteigerung: Unbekannte Mendelssohn-Briefe kommen nach Leipzig

Mehrere bislang unbekannte Briefe von Felix Mendelssohn Bartholdy (1809-1847) sind nach 170 Jahren aufgetaucht. Zwei Leipziger Kulturinstitutionen haben sie beim Auktionshaus Sotheby„s in London ersteigert.

Leipzig. „Mendelssohn wird nun noch etwas facettenreicher“, sagte der Leiter des Stadtgeschichtlichen Museums, Volker Rodekamp, am Montag in Leipzig. Die Handschriften haben zusammen 31 000 Euro gekostet.

Das Museum hat vier Briefentwürfe ersteigert, in denen sich der damalige Gewandhauskapellmeister für eine bessere Bezahlung seiner Musiker einsetzt. Die Musikhochschule der Stadt besitzt nun einen Entwurf eines Schreibens an den sächsischen König Friedrich August II., in dem sich der Komponist für die Gründung dieser Bildungsstätte eingesetzt hat.

Die auf Altpapier verfassten, gut erhaltenen Briefe lassen nicht nur erahnen, dass Mendelssohn sparsam war; sondern auch, dass es Musiker damals finanziell schwer hatten. In Entwürfen für eine Eingabe an den Rat der Stadt Leipzig weist er etwa darauf hin, dass die Gewandhausmusiker seit 20 Jahren keine Gehaltserhöhung mehr bekamen. Dies sei auch wegen ihrer Dreifachbelastung als Ensemble für Kirche, Konzertsaal und Theater nicht hinnehmbar, meinte der Kapellmeister.

„Er fordert, galant im Ton, aber doch sehr nachdrücklich, eine Höherbesoldung seiner Musiker und regt eine Veränderung der Orchesterstrukturen an“, schilderte Kerstin Sieblist, Kuratorin am Stadtgeschichtlichen Museum. Die Eingabe hatte Erfolg: Wenige Wochen später sicherte der Rat der Stadt dem angesehenen Orchester eine Erhöhung des Soldes um jährlich 500 Thaler zu.

Auch in dem Entwurf für ein Schreiben an den König setzt sich der Komponist für andere Musiker ein. Er beschreibt das Dilemma, dass junge Talente aus armen Familien sich keinen Privatunterricht leisten könnten - und begabte Musiker nicht unentgeltlich unterrichten, da sie selbst nicht besonders gut verdienen. Er regt daher an, in der Musikstadt Leipzig ein Musikkonservatorium zu gründen; und unterbreitet gleich einen Vorschlag zur Finanzierung und zu den nötigen Lehrstoffen.

„Es handelt sich um die Geburtsurkunde für unsere Hochschule, das erste deutsche Musikkonservatorium“, sagte der Rektor der Bildungsstätte, Prof. Robert Ehrlich. Mendelssohn zeige sich als Visionär und Organisationstalent. Den Brief an den König schickte er allerdings nie ab. Er wandte sich stattdessen an den Kreisdirektor Paul von Falkenstein.

dpa

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