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Erlös der diesjährigen Mendelssohn-Gala fließt in Ankauf kostbarer Erstausgaben

Erlös der diesjährigen Mendelssohn-Gala fließt in Ankauf kostbarer Erstausgaben

Am 12 Juni ab 19 Uhr bekommen Lang Lang und Iris Berben den Mendelssohn-Preis der Stadt Leipzig verliehen. Der Erlös der damit verbundenen Gala fließt in den Ankauf der Macnutt-Drüner-Mendelssohn-Collection für’s Mendelssohn-Haus: rund 750 Erst- und Frühdrucke seiner Werke – für die Forschung von unschätzbarem Wert.

Leipzig. Sie sind schon da. Bereits im letzten Jahr, als Anne-Sophie Mutter, Lynn Harrell und André Previn im  Mendelssohnhaus für Königin Sylvia von Schweden und einen erlauchten Kreis von Mendelssohn-Freunden und -Förderern musizierten und 60.000 Euro Anzahlung auf den Gesamtpreis von 250.000 Euro einspielten, ist der Deal in trockenen Tüchern. Im Moment aber ruhen die Kostbarkeiten der Musikalia-Sammlung wieder in Kartons. Denn Mendelssohn hat nach dem Auszug der TV-Produktionsfirma EuroArts im eigenen Haus mehr Platz bekommen, der auch der Collection zu Gute kommt.

Aber für den Hausherrn Jürgen Ernst reicht bereits ein Blick auf die Kisten, um einen verklärten Gesichtsausdruck zu bekommen: „Diese Sammlung ist einzigartig, so etwas hat sonst niemand“, schwärmt er und ergänzt: „Dass uns diese Sammlung zuerst angeboten wurde, zeigt die internationale Anerkennung, die sich diese Institution in den letzten Jahren erarbeitet hat. Daraus erwächst die Verantwortung, diese Sammlung nicht zu zerstreuen und für zukünftige Generationen als Quelle allerersten Kulturgutes zu erhalten.“

Es handelt sich um Erst- und Frühdrucke von Werken Felix Mendelssohn Bartholdys, die in über drei Jahrzehnten systematischer Sammlertätigkeit seit 1970 zusammengetragen wurden und in ihrer Gesamtheit von über 750 Einzeldrucken sowohl quantitativ als auch qualitativ weltweit einmalig sind. Darunter sind praktisch alle im 19. Jahrhundert mit Opuszahlen gedruckten Werke Mendelssohns sowie die wichtigsten Kompositionen ohne Opuszahlen.

Diese Quelle legt eindrucksvoll Zeugnis ab von einer bisher kaum erforschten Eigenheit von Mendelssohns Arbeitsweise: Viele Werke begegnen uns darin in durchaus abweichender Gestalt, die jeweils abhängt vom Land, in dem sie veröffentlicht wurden. Die Sammlung enthält deutsche, englische, französische und italienische Erstdrucke, teilweise in unterschiedlichen Auflagen. Sie sind, da sie damals in vergleichsweise kleinen Auflagen erschienen, teilweise extrem selten und bisweilen so wertvoll wie Autographe.

Die Finanzierung der Restsumme ist also nun die nächste große Aufgabe der Mendelssohn-Stiftung, die seit 2009 ihr eigenes Haus, das in der Goldschmidtstraße 12, in dem Felix Mendelssohn Bartholdy bis zu seinem Tod 1847 lebte, abbezahlt hat. Dass die möglichst schnell bewältigt ist, dafür sorgen morgen Abend im Gewandhaus Riccardo Chailly und das Gewandhausorchester, Margarita Höhenrieder am Klavier sowie Veronica Ferres, die den Abend samt Preisverleihung an Iris Berben und Lang Lang moderiert.

„Diesen Preis haben bereits bedeutende Menschen bekommen,“ gibt Lang Lang zu Protokoll: „Zum Beispiel Maestro Chailly und andere große Musiker oder Altbundeskanzler Helmut Schmidt. Es ist für mich eine wirkliche Ehre, nun in dieser Reihe genannt zu werden.“

Auf dem Programm des Festkonzertes stehen Bachs zweite Orchestersuite, Mendelssohns Reformationssinfonie und Schumanns Klavierkonzert – und hinterher bekocht Drei-Sterne-Star Joachim Wissler vom Restaurant Vendôme im Grandhotel Schloss Bensberg, der nur für die Leipziger Mendelssohn-Gala in diesem Jahr von seiner Maxime abrückt, ausschließlich im Schlosshotel zu kochen. Wissler gilt vielen als Deutschlands derzeit bester Koch. Im Gewandhaus gibt’s aus seinen begnadeten Händen: Angegrillte Langoustine in grüner Tomatengazpacho, Mandelsalat und d’Aquitainekaviar, Bretonischen Steinbutt in Bergamotte-Champagnersauce, Kleine Artischocken, Rehbockrücken im gebundenem Pinienkernsud, Kleine Pfifferlinge und Zuckererbsencrème, Moccaschaum d’Oro, Schwarzwälder Kirsche im Glas, Walderdbeeren mit Fichtensprossengrütze, Ziegenquarkeis und schließlich karamellisierte Milchhaut mit Mascarponeschaum und Cerealien. 1.000 Euro für die Mendelssohn-Collection ist das Fest-Menü den Speisern wert, und wenige Diner-Karten gibt’s noch.

Die Mendelssohn-Gala mit Margarita Höhenrieder am Klavier, dem Gewandhausorchester unter der Leitung von Riccardo Chailly findet am 12. Juni um 19 Uhr statt. Für das Konzert gibt es noch Restkarten an der Abendkasse

Peter Korfmacher

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