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Es kreucht und fleucht: Regenwaldmuseum und 85 andere Orte öffnen zur Museumsnacht

Es kreucht und fleucht: Regenwaldmuseum und 85 andere Orte öffnen zur Museumsnacht

Wer vor wem mehr Angst hat – ob das Kind vor der Gespenstschrecke oder umgekehrt – darüber kann wohl erst geurteilt werden, wenn es am Sonnabend wieder so weit ist.

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Insekten zum Anfassen: Das Regenwaldmuseum Phyllodrom öffnet zur Museumsnacht in Leipzig am Samstag seine Türen.

Quelle: André Kempner

Leipzig. Wenn im Wiederitzscher „Phyllodrom – Regenwaldmuseum Leipzig“ im Rahmen der siebten Museumsnacht in Halle und Leipzig, die in diesem Jahr an noch nie so viele Orte wie zuvor lockt, der etwas andere Streichelzoo geöffnet wird. „Es besteht wieder die Möglichkeit Insekten und Schlangen anzufassen, aber bei großer Nachfrage wird den Tieren zum Abend hin doch mal eine Pause gegönnt“, sagt Bettina Grallert vom Phyllodrom-Verein.

Zur diesjährigen Museumsnacht haben sich die Vereinsmitglieder mottogetreu ein Programm mit sieben Veranstaltungsthemen ausgedacht. Eines davon behandelt das Kopfkino bei Schlangen, also was eine züngelnde Königspython und der Orientierungssinn verbindet (19:00/20:30/22:30 Uhr). Auch das Kopfkino bei Menschen kommt nicht zu kurz. In einem Vortrag über Tierphobien können Besucher lernen, wie sich aus der Angst vor Spinnen ein gesunder Respekt entwickeln kann (19:30/21:00/00:30 Uhr).

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Leipzig. So viele Ausstellungsorte wie noch nie öffnen am Samstagabend bei der diesjährigen Museumsnacht in Leipzig und Halle ihre Türen. Eine der 86 teilnehmenden Einrichtungen ist das Regenwaldmuseum Phyllodrom. In Wiederitzsch erleben die Besucher den etwas anderen Streichelzoo: Insekten und Schlangen gibt es hier anzufassen. Mit dabei sind auch Erinnerungsorte, die für die Öffentlichkeit nur selten zugänglich ist.

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Das Phyllodrom (zu Deutsch Waldhaus) ist ein Museum und Institut für Regenwaldökologie. „Wir wollen zeigen, wie komplex das Ökosystem Regenwald ist, wie stark vernetzt die darin lebenden Menschen, Tiere sowie die Flora und Fauna sind“, sagt Grallert. Der geografische Schwerpunkt der Bildungs- und Forschungseinrichtung liegt auf den Regenwäldern in Südostasien, Neuguinea und des Pazifiks. Bereits im Jahr 1994 gründete sich ein entsprechender Verein, dessen Mitglieder teilweise weltweiten Forschungseinrichtungen entstammen.

„Uns fehlt der große Geldgeber“

Nach einem langwierigen Prozess der Raumsuche richteten sich die Naturschützer im Jahr 2000 ein Domizil in der Delitzscher Straße 38 ein, das die Stadt Leipzig bis heute zur Verfügung stellt. Auf einer 120 Quadratmeter großen Ausstellungsfläche werden nicht nur lebende Tiere, Pflanzen und Kulturgegenstände gezeigt. Die Vereinsmitglieder gehen selbst auf Expeditionsreisen und tragen ihre Ergebnisse vor Publikum vor. Tatsächlich gestalte sich der Spagat zwischen Lern- und Forschungsort als schwierig, wie Grallert erzählt. „Wir durchleben eine ständige Gratwanderung an den Grenzen des Machbaren, zumal wir eine große Nachfrage im außerschulischen Bereich haben.“

Mit den Räumlichkeiten sei der Verein zufrieden und auch für die finanzielle Unterstützung seitens des Kulturamtes dankbar, auch wenn der Betrag begrenzt ausfalle. Grallert macht aber auch deutlich: „Was die Zahl der Ausstellungstücke und die personellen Kapazitäten betrifft, haben wir das Potenzial uns räumlich auszudehnen. Uns fehlt nur der große Geldgeber.“ So könne aus Platzgründen nur ein Bruchteil einer kompletten Sammlung an Gegenständen von Naturvölkern auf Neuguinea, die der deutsche Missionar Friedrich Steinbauer zwischen 1968 und 2002 zusammengetragen hat, gezeigt werden.

Museumsnacht lockt an 86 Orte – neuer Rekord

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Auch das Grassimuseum gehört am Samstag zu den 86 Ausstellungsorten in Leipzig und Halle, die an der Museumsnacht teilnehmen.

Quelle: Wolfgang Zeyen

Das Regenwaldmuseum gehört zu insgesamt 86 Ausstellungsorten der diesjährigen Museumsnacht, bei der Besucher fleißigen Vereinsmitgliedern über die Schulter schauen können. Einen Überblick zu den Einrichtungen und Veranstaltungen gibt es hier. Mit dabei sind auch Erinnerungsorte, die für die Öffentlichkeit nur selten zugänglich ist. Dazu zählen der Stasi-Bunker in Machern sowie die ehemalige zentrale DDR-Hinrichtungsstätte in der Leipziger Südvorstadt, beides denkmalgeschützt.

Victoria Graul

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